ZEITZEICHEN 5. August 1839: Freigabe der Aktienstraße für den Verkehr

Die Aktienstraße um das Jahr 1850 (in der Bildmitte die Zinkhütte, im Hintergrund die Friedrich-Wilhelms-Hütte)Die Aktienstraße verdankt ihre Entstehung dem Bergbau und Kohlenhandel in Mülheim an der Ruhr. Im 18./19. Jahrhundert war Mülheim zusammen mit Ruhrort der wichtigste Stapelplatz für die im Ruhrgebiet geförderte Kohle. Diese wurde nach der Förderung und Zwischenlagerung auf dem Rhein verschifft und gelangte so in die oberrheinischen und niederländischen Absatzgebiete. Insbesondere in den Niederlanden konkurrierte die Mülheimer Kohle jedoch mit der aus England, die fettreicher und somit hochwertiger war als die magere Ruhrkohle. Um diesen Nachteil auszugleichen besserten die Mülheimer Händler ihre eigene Kohle mit Fettkohle aus Essener Gruben auf. Ein umfangreicher Verkehr zwischen den beiden Städten entstand.

Da es Anfang des 19. Jahrhunderts noch keine gut ausgebaute Straßenverbindung zwischen Mülheim und Essen gab, musste die Essener Kohle auf dem Umweg über Oberhausen - dort verlief die Ruhrort-Essener Chaussee - transportiert werden. Eine neue, direkte Verbindung zwischen den Zechen in Essen und den Stapelplätzen in Mülheim erschien notwendig, um Zeit und Geld beim Kohlentransport zu sparen. Man beschloss, den Bau dieser Verbindungsstraße privat über eine Aktiengesellschaft zu finanzieren. Zu diesem Zweck schlossen sich die am Projekt interessierten Grubenbesitzer und Kohlenhändler zusammen und gründeten im Jahr 1829 eine Gesellschaft, die durch die Ausgabe von Einzelaktien zu je 200 Reichstalern bald das erforderliche Grundkapital von 32.000 Talern zusammengetragen hatte. Es sollte jedoch noch fast neun Jahre dauern, bis alle Hindernisse für den Bau der neuen Verbindungsstraße beseitigt waren. Im März 1838 konnte die mit der Durchführung beauftragte Firma Mathias Stinnes dann endlich mit den Arbeiten beginnen.

Am 5. August 1839 konnte die Mülheim-Borbecker Aktienstraße schließlich nach einer Bauzeit von nur 17 Monaten für den Verkehr freigegeben werden. Bis zum Kauf durch die Stadt Mülheim im Jahre 1900 und die damit verbundene Umwandlung in eine öffentliche Straße blieb die Aktienstraße eine private Verbindung, die sich über das Wegegeld der Benutzer - heute würde man von einer Maut sprechen - finanzierte.

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Stand: 06.04.2016

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