August Macke: Mutter mit Kind (1910)

August Macke, Mutter mit Kind, 1910 | Öl auf Leinwand, 63 x 53 cm | Stiftung Sammlung Ziegler im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr

Icon: Macke in Mülheim - Zum Hören und Sehen

August Macke: Mutter mit Kind, 1910
Öl auf Leinwand, 63 x 53 cm
Stiftung Sammlung Ziegler im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr

 

Elisabeth und ich haben gerade zu Mittag gegessen und nun verspüre ich wieder dieses Gefühl etwas Neues auf eine Leinwand zu bringen. Ich gehe in mein Atelier, während Elisabeth noch kurz nach unserem Sohn Walter schaut, der gerade seinen Mittagsschlaf hält.

Nun sitze ich vor meiner Leinwand und starre auf die weiße Fläche. Mein Kopf ist voller Gedanken, aber sie lassen sich zu keinem Bild formen. Was ist nur los mit mir?

Ich schaue nach draußen. Der Himmel ist leuchtend blau. Keine Wolken sind zu sehen.
Es könnte Sommer sein, aber auch Winter.

Da kommt Elisabeth mit Walter ins Zimmer herein. „Walterchen kann nicht mehr schlafen“, sagt sie und lächelt dabei liebevoll. Sie setzt sich mit Walter auf dem Arm auf einen Hocker. Ich schaue auf meine Leinwand, die immer noch unberührt ist und überlege weiter. Ich hebe meinen Kopf, schaue erneut zum Himmel, lasse meinen Blick durch das Atelier schweifen bis er bei Elisabeth hängen bleibt. Schlagartig weiß ich, dass ich sie und Walterchen malen möchte. Lisbeth trägt heute das grünblaue, inzwischen etwas verwaschene Kleid mit dem gelblichen Kragen. Dieses Kleid kenne ich schon sehr lange. Ich werde mich ewig daran erinnern, denn sie trug es bei unserer ersten Begegnung. Mir fällt auf: Ihr Kragen und die Decke, in die Walter gewickelt ist, haben den gleichen Farbton. Elisabeths braune Haare sind hochgesteckt. Walter liegt in ihren Armen. Seine kleinen Hände streckt er zu ihrem Gesicht aus, als wolle er sie streicheln. Sie wiederum blickt zärtlich auf ihn herab. Ach, die beiden strahlen so viel Ruhe und Liebe aus! Was für ein intimer und gefühlvoller Moment! Für die beiden scheint es in diesem Moment keine Außenwelt zu geben – es gibt nur sie und ihn: Mutter und Sohn! Ja, diesen Moment möchte ich unbedingt festhalten.

Sofort schnappe ich mir meine Pinsel und Farben und beginne zu malen. Ich benutze viel Grün und Blau, aber auch beige. Ich achte darauf, dass die Farben ineinander übergehen. Damit das Bild eine sanfte und ruhige Wirkung bekommt, arbeite ich fast ausschließlich mit geschwungenen Konturen. Der Arm, den Elisabeth um Walter gelegt hat, bildet fast einen Halbkreis. Er lenkt den Blick immer wieder auf die Gesichter der beiden. Augen und Mund deute ich nur an. Die Intimität der beiden in dieser Situation, diese innige Liebe soll im Mittelpunkt stehen. Den Hintergrund male ich blau und an den Rändern des Bildes ein wenig braun, denn: Es ist egal, wo sich Elisabeth und Walter gerade befinden. Auf den Moment zwischen den beiden kommt es an!

Nach einiger Zeit – waren es Stunden oder nur Minuten? – ist dieser Moment voller Liebe, Ruhe und Zuneigung vorbei, doch er wird auf ewig auf dieser Leinwand erhalten bleiben. Und das macht mich glücklich!

Sara, 17 Jahre, Karl-Ziegler-Schule & Hannah, 16 Jahre, Gymnasium Broich
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Stand: 21.05.2019

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