Historische Persönlichkeiten: August Thyssen (1842-1926)

August Thyssen (1842-1926), Gründer der Firma Thyssen & Co. in StyrumAugust Thyssen wurde am 17. Mai 1842 als ältester Sohn des Unternehmers Friedrich Thyssen (1804-1877) und seiner Frau Katharina in Eschweiler bei Aachen geboren. Zusammen mit sechs Geschwistern wuchs er in einer katholischen Großfamilie auf. Nach dem Studium an der Polytechnischen Hochschule in Karlsruhe und der Handelshochschule in Antwerpen arbeitete August zunächst - wie auch sein jüngerer Bruder Joseph - im Bankhaus seines Vaters Friedrich.

August Thyssens unternehmerische Laufbahn begann 1867, als er mit mehreren Verwandten in Duisburg das Bandeisenwalzwerk Thyssen-Foussol & Co. gründete. 1870 wurde die Gesellschaft verkauft. Den Erlös verwendete Thyssen zur Gründung eines Walzwerks in Styrum, welches damals noch eine selbstständige Gemeinde vor den Toren Mülheims war. Die Bergisch-Märkische sowie die Köln-Mindener Eisenbahn kreuzten sich dort, was die Lage attraktiv machte. Auch gab es in Styrum ein Potential an Arbeitskräften, das durch die ortsansässige Glasfabrik Stallmann, Itzenplitz & Schlafhorst und die Eisenwerke Styrum noch nicht voll ausgeschöpft war. Unter dem Namen Thyssen & Co. gründete August Thyssen seine Firma am 1. April 1871, am 2. Oktober nahm er mit 95 Mitarbeitern die Produktion auf. Vater Friedrich Thyssen war als Kommanditist am Unternehmen beteiligt. Dieses Bandeisenwalzwerk sollte den Grundstein bilden für einen der größten europäischen Montankonzerne.

1872 heiratete Thyssen die 18-jährige Hedwig Pelzer (1854-1940), die der protestantischen Mülheimer Oberschicht entstammte. Sie brachte eine bedeutende Mitgift in die Ehe ein und verschaffte ihm Zugang zu den gehobenen Kreisen der Mülheimer Gesellschaft. Hedwigs Vater kam aus einer alteingesessenen Familie von Gerbern und Lederfabrikanten, während die Mutter als geborene Troost aus einer Dynastie von Textilfabrikanten stammte. Aus der Verbindung von August Thyssen und Hedwig Pelzer gingen ingesamt vier Kinder hervor: Fritz (1873-1951), August junior (1874-1943), Heinrich (1875-1947) und Hedwig Thyssen (1878-1960). Nach 12 Jahren wurde wurde die Ehe 1885 geschieden. Um eine Auflösung seines Konzerns durch die Scheidung zu umgehen, übertrug Thyssen die Eigentumsrechte am Unternehmen seinen Kindern, behielt aber den Nießbrauch und schloss so die Kinder von der Unternehmensführung und unternehmerischer Verantwortung aus. Erst im Alter von fast 80 Jahren machte er einige Zugeständnisse an seine Erben und übergab die Firma Thyssen & Co. 1919 weitgehend in die Verantwortung seiner Söhne Fritz und Heinrich. Hedwig und August junior verzichteten auf ihre Erbansprüche und wurden stattdessen mit Abfindungen ausgezahlt, die es ihnen ermöglichten, ihren aufwändigen Lebensstil auch weiterhin zu finanzieren.

1903 erwarb August Thyssen Schloss Landsberg, renovierte es und zog mit seiner Familie ein. Es wird überliefert, das eine geschäftliche Krise der Auslöser für den Erwerb war und er durch den Kauf seine Solvenz als Unternehmer unter Beweis stellen wollte. Obwohl Thyssen durch seinen Umzug jetzt ein Bürger Ratingens geworden war, blieb er weiterhin Stadtverordneter in Mülheim an der Ruhr. Politisch stand er als gläubiger Katholik der Zentrumspartei nahe, doch wurde bei ihm die Politik stets den geschäftlichen Interessen untergeordnet.

August Thyssen starb am 4. April 1926 auf Schloss Landsberg, wurde zunächst auf dem nahegelegenen Waldfriedhof bestattet und 1928 dann in ein eigens errichtetes Mausoleum auf dem Familiensitz Schloß Landsberg umgebettet.

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Stand: 11.10.2016

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