ZEITZEICHEN 20. November 1969: Baubeschluss für eine Universität am Standort Essen/Mülheim

Oberbürgermeister Heinz Hager in einer Planungsbesprechung für die zu gründende UniversitätAls Ende der 1960er Jahre die nordrhein-westfälische Landesregierung nach einem geeigneten Standort für eine dritte Hochschule im Ruhrgebiet suchte, machte sich alles, was in Mülheim Rang und Namen hatte, für eine Ansiedlung im Stadtteil Winkhausen stark. Die Pläne von Ministerpräsident Heinz Kühn und Wissenschaftsminister Johannes Rau zielten darauf ab, im westlichen Teil des Reviers eine Gesamthochschule mit eher praxisorientierten Studiengängen einzurichten.

Unmittelbar nach seiner Wahl zum Mülheimer Oberbürgermeister 1969 gab Heinz Hager eine Machbarkeitsstudie für eine „Universität Mülheim-Winkhausen“ in Auftrag, nahm Kontakt mit sämtlichen Entscheidungsträgern auf und warb allenorts für das Projekt. Er war sich darüber im Klaren, dass die Stadt Essen als große Ruhrgebietsmetropole in Düsseldorf die stärkere Lobby hatte und in der Standortfrage daher vermutlich die Nase vorne hatte. Daher setzte Hager nicht auf Konfrontation, sondern auf Kooperation. Das in seiner Machbarkeitsstudie vorgesehene Hochschulzentrum sollte sowohl auf Mülheimer Stadtgebiet (Winkhausen) als auch auf Essener Gebiet (Schönebeck) entstehen. Das für die Universitätsgründung notwendige Grundstück in Winkhausen befand sich im Besitz der Mathias-Stinnes-Bergwerke AG, die zu verstehen gab, dass sie sich einen Verkauf vorstellen könnte. Ein Planfeststellungsverfahren für einen neuen S-Bahnhof in Mülheim-Winkhausen wurde initiiert, um die Anbindung an den ÖPNV für die neue Hochschule zu optimieren.

Am 20. November 1969 erreichten die Mülheimer Stadtoberen das erste Etappenziel: Die Landesregierung beschloss den Bau der neuen, dritten Ruhrgebietsuniversität im Gebiet Essen/Mülheim. In Anlehnung an die gleichlautende Flughafenbezeichnung sprach man in Düsseldorf von der „Universität Essen-Mülheim“. Die Standortfrage war damit geklärt, nicht aber die Bauplatzfrage. Anfang 1970 wurde dafür ein Sachverständigenbeirat eingesetzt, der alle Parteien anhörte und im Rahmen eines Ortstermins unter anderem den Standort Mülheim-Winkhausen begutachtete. Im April 1971 traf die Landesregierung in Düsseldorf den Empfehlungen des Beirats folgend schließlich die endgültige Entscheidung – für Essen und gegen Mülheim. Die Mülheimer Träume, Hochschulstadt zu werden waren geplatzt. Erst 40 Jahre später, 2009, sollte dieser langgehegte Wunsch mit der Gründung der (Fach-)Hochschule Ruhr-West endlich erfüllt werden.

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Stand: 14.06.2017

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