Der Stolperstein in der Mellinghofer Straße

Passbild von Elfriede Loewenthal (jüdische Lehrerin an der evangelischen Volksschule Mellinghofer Straße)Elfriede Loewenthal (Mellinghofer Straße 56)

Elfriede Loewenthal wurde am 9. Januar 1895 als Tochter von Juliane und Moses Loewenthal, beide jüdischen Glaubens, in Mülheim an der Ruhr geboren. Elfriedes Vater, der Prokurist Moses Loewenthal, verstarb bereits 1930. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof in Mülheim beigesetzt, wo noch heute sein Grabstein zu finden ist.

Elfriede Loewenthals beruflicher Werdegang begann am Oberlyzeum in Oberhausen. Dort bestand sie 1914/15 ihre Lehramtsprüfungen und trat im Juni 1915 ihren Dienst als Vertretungslehrerin an der evangelischen Schule an der Mellinghofer Straße an (heute städtische Realschule an der Mellinghofer Straße). Die endgültige Anstellung erfolgte im März 1918 durch die Königlich Preußische Regierung, Abteilung für Kirche und Schulwesen. Kritische Stimmen äußerten bereits 1922 Bedenken gegenüber einer Anstellung einer jüdischen Lehrerin an einer evangelischen Schule. In seinem Antwortschreiben wies der Kreis- und Stadtschulrat Peter jedoch darauf hin, dass in den sieben Jahren der Tätigkeit Elfriede Loewenthals an der evangelischen Schule an der Mellinghofer Straße keinerlei Klagen zu verzeichnen waren und der evangelische Charakter der Schule durch ihre Tätigkeit nicht gefährdet war. Bedingt durch die politischen Umstände änderte sich die Einstellung gegenüber Elfriede Loewenthals. Sie wurde am 21. April 1933 durch den Schulrat und den kommissarischen Regierungspräsidenten in Düsseldorf bis auf weiteres beurlaubt, um "unliebsame Zwischenfälle zu vermeiden."

Im Mai 1933 übernahm Elfriede Loewenthal die Vertretung einer erkrankten Lehrkraft in Dinslaken, bis sie zwei Monate später an die jüdische Schule nach Essen versetzt wurde. Im April 1934 trat sie die ihr zugewiesene Stelle an der jüdischen Volksschule in Duisburg an. Dort unterrichtete sie unter erschwerten Bedingungen und zeitweise als einzige Lehrkraft alle jüdischen Schüler aus Duisburg und nach Kriegsbeginn 1939 auch 10 Schüler aus Der Stolperstein für die Lehrerin Elfriede Loewenthal in der Mellinghofer Straße 56Mülheim bis zur angeordneten Schließung der Schule Ende Juni 1942.

Der letzte frei gewählte Wohnort von Elfriede Loewenthal in Mülheim war die Bahnstraße 44, wo sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer sieben Jahre älteren Schwester Johanna lebte. Von dort erfolgte der zwangsweise Umzug in das "Judenhaus" Delle 29. Am 21. Juli 1942 wurde Elfriede Loewenthal über Düsseldorf in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Vermutlich gehörte sie zu den 166 Personen aus dem Düsseldorfer Transport, die weiter nach Auschwitz verschleppt wurden und dieses Vernichtungslager nicht überlebt haben. Nach Kriegsende wurde sie zum 8. Mai 1945 für tot erklärt.

Längengrad*
Breitengrad*
ODER Adresse (nur Straße und Hausnummer)Mellinghofer Straße 56
Markertext*

Kontakt


Stand: 19.07.2017

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel