Der Stolperstein in der Mühlenstraße

Stolperstein für Hermann Piorunnek in der Mühlenstraße 128Hermann Piorunnek (Mühlenstraße 128)

Hermann Piorunnek wurde am 2. Januar 1889 als Sohn der Eheleute Karl und Johanna Piorunnek, geb. Opterbeck, in Mülheim-Dümpten geboren. Er hatte drei Geschwister: Eduard Karl (1887), Margarete Helena (1893) und Karoline (1899). Er besuchte die Volksschule in Mülheim und wurde danach als Bergmann ausgebildet. Von März 1915 bis Ende 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg teil und diente beim Infanterie-Regiment 53, das in Köln-Deutz stationiert war. Im Krieg erlitt er eine Rückenverletzung durch einen Granatsplitter.

Hermann Piorunnek heiratete am 27. September 1919 die Näherin Witwe Ida Greve, geb. Breitenbruch, die eine uneheliche Tochter mit in die Ehe brachte. Nach seiner Bergmannsausbildung arbeitete er bis 1931 auf der Zeche Rosenblumendelle, wurde aufgrund der Wirtschaftskrise entlassen und war dann vier Jahre lang erwerbslos. Im Dezember 1935 wurde er wegen eines chronischen Nierenleidens und einer Steinstaublunge zum Invaliden. 1938 arbeitete Piorunnek zwei Jahre lang als Hilfsarbeiter bei den Deutschen Röhrenwerken, wurde dort aber entlassen, weil er angeblich nicht für das Winterhilfswerk gespendet hatte. Vom Arbeitsamt wurde er daraufhin als Hilfsarbeiter (Kesselheizer) an die Deutschen Eisenwerke vermittelt.

Am 23. Juni 1943 wurde sein Haus beim großen Luftangriff auf Mülheim komplett zerstört. Auf dem Ruinengrundstück errichtete er eine behelfsmäßige Behausung, deren Wände aber so dünn waren, dass man jedes gesprochene Wort draußen hören konnte. So wurde er eines Tages von einem Nachbarn denunziert und angezeigt, weil er einen "feindlichen" Radiosender gehört hatte. Piorunnek wurde am 2. April 1944 festgenommen und ins Mülheimer Polizeigefängnis gebracht. Von dort verlegte man ihn einen Monat später ins Gerichtsgefängnis. In der nun folgenden Gerichtsverhandlung bestritt er zunächst die Anschuldigungen, gab jedoch schließlich zu, zweimal „feindliche Sender“ gehört zu haben. Daraufhin wurde er zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Piorunnek verbüßte seine Strafe im Zuchthaus Oberems bei Gütersloh und musste darüber hinaus Arbeitsdienst im benachbarten Steinhagen leisten. Dort verstarb Hermann Piorunnek am 31. März 1944 in Folge „fieberhaften Darmkatarrhs und Kreislaufschwäche als Folge starker Abmagerung“.

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ODER Adresse (nur Straße und Hausnummer)Mühlenstraße 128
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Stand: 27.02.2017

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