Der Stolperstein in der Schwerinstraße

Stolperstein Albert Salomon Moses, Verlegung am 31.01.2017Albert Salomon Moses (Schwerinstraße 52)

Albert Salomon Moses wurde am 5. November 1880 in Broich als Sohn der ledigen Rosalie Moses  geboren. Sein Vater war Salman Moses. Sie wohnten in der damals noch selbständigen Bürgermeisterei Broich Nr. 121/4.

Später zog er in die Hingbergstr. 82.  Er muss im Ersten Weltkrieg gedient haben, weil auf der Meldekarte vermerkt wurde, dass er am 21. November 1918 "v[om] Militär" zurück gekehrt ist und in der Kämpchenstr. 4 wohnte.

Nach zehn Jahren verzog er zur Liebigstr. 43. Dort hatte er bis 1934 ein Gewerbe als Viehhändler angemeldet.

In der Zeit von 1934 bis 1936 hielt er sich in Hamburg auf. Er kehrte am 1. September 1936 nach Mülheim zurück, in die Auerstr. 23. In diesem Hause betrieb die Familie Hermann Meyer eine Metzgerei. Über seine geschäftlichen Beziehungen zwischen ihm und dem Metzgermeister Hermann Meyer ist ein Vorgang von 1933 mit Eingaben hiesiger Viehhändler an den Oberbürgermeister über die Ausübung des Viehhandels durch den Viehhändler Albert Moses und den Metzgermeister Hermann Meyer überliefert. Für die Angehörigen der Familie Meyer sind ebenfalls "Stolpersteine" verlegt.

Unter dieser Anschrift setzte er sein Gewerbe als Viehhändler fort, wobei er nur bis 1935 Erträge erwirtschaftete. Ab 1937 ruhte es. Vom 6. März 1939 bis 7. Dezember 1940 wohnte er in Krefeld, Südwall 54. Von dort kommend, zog er wieder nach Mülheim und meldete sich unter der Anschrift Schwerinstr. 52.

Obgleich er am 31. März 1937 aus der Jüdischen Religionsgemeinde ausgetreten war, hat ihn dies nicht vor der am 26./27. Oktober 1941 erfolgten Deportation in das Ghetto Łódź (Litzmannstadt) bewahrt. Er musste dort in der Kollektivunterkunft Fischstraße 21 wohnen. Über das "Düsseldorfer Kollektiv" erhielt er eine Brotkarte mit der Nummer 168671.

Albert Moses gehörte zu den Metzgern und Selchern, die sich am 14. Dezember 1941 beim Kommissar der Fleischzentrale melden mussten. Später hatte er eine Arbeit in der Transportabteilung. Mit dieser Tätigkeit und dem Nachweis seiner Kriegsauszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg begründete er auch sein letztlich erfolgreiches Gesuch um Zurückstellung vom V. "Aussiedlungstransport" am 8. Mai 1942. Bereits am 22. April 1942 war Albert Moses mit weiteren Personen in ein Zimmer der Wohnung 12a in der Blechgasse 16 gezogen. Er lebte bis 1944 im Ghetto von Łódź. Seit dem 23. Juni 1944 wurde er im Gefängnis des Ghettos festgehalten, bis er am 26. Juni 1944 gemeinsam mit 911 weiteren Personen das Ghetto mit dem Transport Nr. 626 verlassen musste. Alle "Ausgesiedelten", darunter auch Albert Moses, wurden am 27. Juni 1944 im Vernichtungslager  Chełmno (Kulmhof) ermordet.

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Stand: 17.05.2017

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