Die Stolpersteine in der Viktoriastraße

Karl Pless mit seinem Sohn Herbert auf dem Weg zum Sabbat-Gottesdienst in der Synagoge am Viktoriaplatz (1933)Karl und Martha Pless (Viktoriastraße 26)

Karl Pless wurde am 11. März 1877 in Stargard, Pommern, geboren. Er machte eine kaufmännische Ausbildung und ließ sich zunächst in Ruhrort nieder. Im Jahre 1902 zog er nach Mülheim an der Ruhr, um eine Anstellung als Geschäftsführer des Kaufhauses Alsberg anzutreten. Zwischen 1902 und 1908 lernte er vermutlich seine spätere Frau Martha Rosenberg kennen, die aus Dortmund stammte und 10 Jahre jünger war als er. Die Eheschließung ist in Mülheim an der Ruhr nicht überliefert, so dass die Heirat vermutlich in Dortmund stattfand. 1909 wurde der älteste Sohn Herbert geboren, 1913 folgten die Zwillinge Walter und Ernst. Zunächst lebte die Familie in der Friedrichstraße, später unter verschiedenen Adressen in der Viktoriastraße (zuletzt Hausnummer 26).

Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus emigrierten nach und nach sämtliche Kinder der Familie Pless. Den Anfang machte 1933 Sohn Herbert, als er nach seinem Jurastudium aufgrund seiner jüdischen Herkunft von der deutschen Referendarsausbildung ausgeschlossen wurde. Er ging nach Frankreich, um dort seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Sein Bruder Ernst entschloss sich zur Auswanderung nach Palästina. In Vorbereitung darauf absolvierte er eine landwirtschaftliche Ausbildung in Mecklenburg. 1938 erhielt er die notwendigen Papiere und verließ Deutschland.

Die Stolpersteine für Karl und Martha Pless in der Viktoriastraße 26Walter Pless befand sich bereits seit 1930 zur Ausbildung in Düsseldorf. Er zog 1933 aus beruflichen Gründen nach Berlin, wohin ihm seine Eltern 1935 folgten. Gemeinsam mit seinem Vater baute er dort ein neues Geschäft für Damenkonfektionskleidung auf, bevor er 1936 nach Südafrika auswanderte.

Auch die Eltern dachten darüber nach, Deutschland zu verlassen und in Palästina einen Neuanfang zu wagen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war diese Chance jedoch vertan. Sie wurden 1942 vermutlich erst nach Theresienstadt und später nach Riga deportiert. Da sich das genaue Schicksal nicht klären ließ, wurden sie nach Kriegsende für tot erklärt. Ihre drei Söhne überlebten den Holocaust in der Emigration.

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ODER Adresse (nur Straße und Hausnummer)Viktoriastraße 26
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Stand: 01.02.2017

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