Ausstellungen

Insekten – gefährdete Vielfalt – was nun?

von Helmut Kessler

12. März bis 26. April 2019

                                  Plakat zur Insektenausstellung in der Stadtbibliothek im MedienHaus im März 2019 - Stadtbibliothek

Die letzten Tage im Februar 2019 sind sonnig und warm, die ersten Hummeln fliegen herum und auch ein Zitronenfalter ist schon mal zu sehen. Das ist erstmal relativ normal und täuscht doch eine Idylle vor, die so nicht mehr existiert.

Bereits seit Beginn der 1970er Jahre beobachten Wissenschaftler einen stetigen Rückgang der Artenvielfalt und der Individuenzahlen bei den Insekten. Um die Erkenntnisse für Politik und Verwaltung aufzubereiten und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, werden sogenannte Rote Listen aufgestellt. Hier sind die Arten erfasst, die als gefährdet oder sogar schon als ausgestorben gelten. So sind von den 560 Bienenarten in Deutschland knapp 50 Prozent bereits gefährdet oder schon ausgestorben. Gleiches gilt für die Ameisenarten, bei den Tagfaltern sind es sogar über 60 Prozent der heimischen Arten.

Die Ursachen sind vielfältig, aber überwiegend auf den Menschen zurückzuführen. Der Verlust von extensiv genutzten Flächen, die Strukturarmut der verbliebenen Freiflächen, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Giften sowie der Nährstoffeintrag nehmen vielen Arten die Lebensgrundlage.

In den letzten Jahren beobachten die Experten nun eine dramatische Beschleunigung dieses Rückgangs. Eine Langzeitstudie von Entomologen (Insektenforschern) aus Krefeld hat dies 2017 und 2018 eindrucksvoll aufgezeigt und die Gesellschaft aufgeschreckt. In Bayern wird ein Volksbegehren durchgeführt und auch der NABU in Nordrhein-Westfalen prüft ein solches Verfahren. Dabei wird heftig diskutiert, weil natürlich auch Nutzungskonflikte bestehen.

Fest steht aber, dass die Insekten neben uns Menschen den größten und weitreichendsten Einfluss auf die Ökosysteme und damit auch auf unsere Lebensgrundlage haben. So werden 85 Prozent der 250.000 Blütenpflanzen durch Insekten bestäubt. Auch die Biomasse einzelner Insektenfamilien wie beispielsweise der Ameisen ist beeindruckend. Wissenschaftler schätzen die Individuenzahl weltweit auf 10.000 Billionen Tiere. Das kann nicht ohne Bedeutung für die belebte Welt sein. Wenn diese Arten verschwinden, gerät auch unsere Lebensgrundlage in Gefahr.

Die Ausstellung des Diplom-Ökologen und Gestalters Helmut Kessler aus Mülheim an der Ruhr verfolgt zwei Ziele:

Zum einen geht es darum, die Vielfalt der Insekten erlebbar zu machen und einzelne Arten vorzustellen. Dazu hat der begeisterte Fotograf seine Bildersammlung durchforstet und insgesamt sechzehn großformatige Bildtafeln erstellt, die jeweils eine Insektenordnung präsentieren. Angesichts der schwindenden Bestände und der seltenen Begegnungen sollen so die Tiere sichtbar werden, bei denen es offensichtlich ums Überleben geht.

Zum anderen werden in den kurzen Texten auch Hinweise gegeben, wie jeder etwas für den Insektenschutz tun kann. Der Erhalt von extensiv genutzten Flächen mit heimischen Pflanzenarten und die Schaffung von vielfältigen und natürlichen Strukturen in den Grünanlagen und Gärten sind dabei ein wichtiger Schritt.

Der Erhalt der Vielfalt hängt davon ab, ob wir den Insekten ihre natürlichen Lebensräume zurückgeben. Die sich ausbreitenden Steinwüsten sind jedenfalls das genaue Gegenteil. Für das Tagpfauenauge, einen früher sehr häufigen Schmetterling, ist es zum Beispiel unverzichtbar, dass in der Umgebung Brennnesseln wachsen. Denn ausschließlich daran entwickeln sich die Raupen des Tagpfauenauges.

Ein gutes Rezept hatte der 2012 verstorbene Künstler und Landschaftsgestalter Louis Le Roy. Er forderte für die Gestaltung von öffentlichen Grünflächen wie für die privaten Gärten: „Man soll wachsen lassen, was wächst, und menschliche Eingriffe auf das Allernotwendigste beschränken – die Natur ordnet sich schon selbst.“

Das ist für manche Menschen schwer auszuhalten, lohnt sich aber für die Insekten.

Zu sehen ist die Ausstellung von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr in der dritten Etage der Stadtbibliothek im MedienHaus.

Die Vernissage findet am 12. März 2019 um 18 Uhr statt.


 

Nächste Ausstellung im MedienHaus:

Plakat zur Ausstellung in der Stadtbibliothek im MedienHaus - Stadtbibliothek

Unter dem Titel „Ansichtssache(n)“ zeigen Annette Fink und Kurt Petruck in der Zeit vom 27. April bis 31. Mai 2019 ihre künstlerischen Arbeiten.

Pinsel trifft auf Digitales, Realismus vereint sich mit Abstraktem.

Besser lassen sich die unterschiedlichen Techniken und Stile der beiden Künstler kaum beschreiben. Doch gibt es trotz der Gegensätzlichkeit auch verbindende Elemente.

So sagt Kurt Petruck über seine künstlerische Motivation: "Der Weg zur Malerei war für mich eine logische Folge aus meiner beruflichen Tätigkeit heraus. Das Erstellen von Layouts für Prospekte und Kataloge, die gestalterische Planung von Messeständen und deren Umsetzung gehörten lange Zeit zu meinem Berufsalltag. Farben und Formen haben mich immer schon angesprochen.“

Dazu passend beschreibt Annette Fink die Entstehung ihrer Arbeiten mit: „Mein künstlerischer Prozess ist eine Entdeckungsreise in eine Welt, die im Grunde erst einmal nur aus Formen, Farben, Kontrasten und Strukturen besteht.“

Die Arbeiten von Kurt Petruck sind in ihrer Darstellung eher grafisch und reduziert. In den Jahren seines künstlerischen Schaffens hat er sich mit den unterschiedlichen Techniken auseinandergesetzt und diese in ihren Eigenheiten schätzen gelernt. Von Aquarell über Acryl und Tusche bis hin zu Collagen und Mischtechniken, findet sich alles in seinen Arbeiten wieder.

Grundlagen der digitalen Malerei von Annette Fink sind mathematische Funktionen und eigene Fotografien. Manchmal ist die Arbeit eine leichte Variation des Fotomotives, eine Überlagerung, ein anderes Mal ist das Ursprungsbild kaum noch auf den ersten Blick erkenntlich und doch wichtiger Bestandteil.

Die Arbeiten beider Künstler sind im Erdgeschoss sowie in der 3. Etage zu besichtigen.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 18:30 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr


Stand: 08.04.2019

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