Ehrenring- und -spangen Verleihung (2019)

Rede von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

anlässlich der Verleihung von Ehrenring und -spange

am Sonntag, 8. Dezember 2019, 11 Uhr

Stadthalle/Kammermusiksaal

***

Sehr geehrte Frau Klövekorn,

sehr geehrter Herr Prof. Dr. König,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich heiße Sie sehr herzlich willkommen zur heutigen Feierstunde anlässlich der Verleihung des Ehrenrings der Stadt Mülheim an der Ruhr an Eva-Annette Klövekorn sowie der Ehrenspange der Stadt Mülheim an der Ruhr an Prof. Dr. Henning König...

Meine besonderen Grüße gelten heute selbstverständlich Ihnen, den Auszuzeichnenden,... sowie Ihren Angehörigen und persönlichen Gästen...

Herzlich willkommen heiße ich auch die Musikerinnen und Musiker der Jazzband „Jazzpresso“ vom Mülheimer Jazzclub:

Larissa Stermann, Martin Ohrt, Phillipp Krumey und Jannik Hoffmann haben uns gerade musikalisch auf diese Feierstunde eingestimmt! Dafür herzlichen Dank!

 

Liebe Gäste,

städtische Identität bildet sich aus ihrer Geschichte, aus Brauchtum und Traditionen, aus städtebaulichen, kulturellen und wirtschaftlichen Strukturen.

Aber vor allem werden Identität und Ausstrahlung einer Stadt von der Mentalität und dem Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger geprägt!

Manche Persönlichkeiten haben daran einen besonderen Anteil. Zu ihnen gehören Eva-Annette Klövekorn und Prof. Dr. Henning König. Sie machen sich seit vielen Jahren stark für politische, gesellschaftliche und soziale Fragen unserer Gesellschaft.

Die beiden heute zu Ehrenden gehören damit zu der Gruppe Mülheimer Bürgerinnen und Bürger, die in besonderer Weise Denkanstöße geben, Entwicklungen in Bewegung setzen und beeinflussen andere begeistern und mitnehmen, Vorbild sind und nachhaltige Wirkungen erzielen, und sich damit um das Wohl einer Stadt verdient machen.

Um diesen Persönlichkeiten Dank und Anerkennung auszusprechen, um ihre Leistungen um das Gemeinwohl sichtbar zu machen, verleiht die Stadt Mülheim an der Ruhr seit 1968 den Ehrenring.

Die Verleihungskriterien führen dazu aus:

"Außergewöhnliche Verdienste um die Stadt Mülheim an der Ruhr sind nicht an bestimmte Tätigkeitsmerkmale gebunden oder auf bestimmte Lebensbereiche beschränkt.

Sie können auf allen Gebieten, beispielsweise im politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Leben, erworben werden. Maßgebend ist einzig das als außergewöhnlich anzusehende, individuelle Engagement der auszuzeichnenden Persönlichkeit."

Frau Klövekorn hat über einen langen Zeitraum politisch gearbeitet und gestaltet. Herr Prof. Henning hat auf besondere Weise Verantwortung übernommen für die, die am Ende ihres Lebensweges stehen und unserer besonderen Fürsorge und Zuwendung bedürfen.

Und so hat der Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr in seiner Sitzung am 11. April 2019 beschlossen, Sie, sehr geehrte Frau Klövekorn mit dem Ehrenring auszuzeichnen...

Seit Oktober 2009 sind Sie für die MBI-Fraktion Mitglied im Rat der Stadt. Sie haben sich das Thema „Bildung“ ganz oben auf Ihre Prioritätenliste geschrieben. Deshalb war und ist es nur folgerichtig, dass Sie auch seit langem im Bildungsausschuss vertreten sind. Da das Bildungsthema eng mit dem Thema Jugend verknüpft ist, ist es nicht verwunderlich, dass Sie zeitweise zudem im Jugendhilfeausschuss mitgewirkt haben. Und auch im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales waren Sie für einige Zeit Mitglied.

Ihr politisches Engagement begann aber schon lange, bevor Sie in den Rat gewählt wurden: Seit Oktober 1999 vertreten Sie die Interessen vieler Mülheimerinnen und Mülheimer in der BV 1. Dort sind Sie seit vielen Jahren auch Fraktionsvorsitzende der MBI.

Für dieses lange politische Wirken sollte Ihnen heute eigentlich der Ehrenring überreicht werden…

Ich sage bewusst „eigentlich“, denn: Die öffentliche Würdigung Ihres Engagements, die der Rat mit der Verleihung verbindet, nehmen Sie gerne an. Das haben Sie uns in Gesprächen wissen lassen…

Aber den Ehrenring selbst, also den Goldring mit dem Mülheimer Stadtwappen, den möchten Sie nicht. Sie möchten stattdessen den Geldwert dieses besonderen Insigniums der Stadt an eine von Ihnen zu benennende Organisation oder Einrichtung oder Ähnliches spenden.

Damit, liebe Frau Klövekorn, haben Sie uns alle vor eine besondere Herausforderung gestellt…

Laut „Satzung über die Auszeichnung für besondere Verdienste um die Stadt Mülheim an der Ruhr“ gibt es nämlich diese Option nicht. Und so haben sich in den vergangenen Monaten bereits die Ehrungskommission und unser Rechtsamt mit der Frage beschäftigt, ob dies denn zulässig ist. Und wenn ja, unter welchen Bedingungen und an welche Adressaten? Und wie hoch wäre dann der zu spendende Betrag?

Eine Lösung, die auf jeden Fall mit einer Satzungsänderung verbunden wäre, haben wir noch nicht gefunden. Die Ehrungskommission hat beschlossen, diese Entscheidung ihren Nachfolgerinnen und Nachfolgern der nächsten Wahlperiode zu überlassen. Wir werden die Empfehlung dem Rat dann zur Beschlussfassung vorlegen.

Sie, liebe Frau Klövekorn, haben sich freundlicherweise bereit erklärt, heute die Ehrung anzunehmen – und auf eine Entscheidung über die tatsächliche Aushändigung des Ehrenrings beziehungsweise die Möglichkeit einer symbolischen Spende zu warten. Dafür meinen herzlichen Dank!

Und deshalb, liebe Gäste: Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn ich Frau Klövekorn gleich nur eine Urkunde und einen Blumenstrauß überreiche. Unser aller Dank für die geleistete politische Arbeit ist ihr sicher…

 

Meine sehr Damen und Herren,

der Rat hat aber nicht nur über die Verleihung des Ehrenrings, sondern auch über die Verleihung der Ehrenspange für ein außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement im Dienste der in unserer Stadt lebenden Menschen entschieden.

Ihnen, sehr geehrte Herr Prof. König, darf ich heute deshalb die Ehrenspange der Stadt Mülheim an der Ruhr überreichen.

Sie haben mit zehn weiteren Personen am 16. Januar 1996 den Hospizverein Mülheim an der Ruhr – seit Mai 2008: Ambulantes Hospiz Mülheim an der Ruhr - gegründet. Seit November 1999 sind Sie dessen Vorsitzender.

Der Verein begann vor über zwei Jahrzehnten mit der Ausbildung von zunächst 25 ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern. Inzwischen zählt er 250 Mitglieder.

Rund 40 ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter sind derzeit im Einsatz und betreuen jährlich 60 bis 80 sterbenskranke Menschen und ihre Familien. Sie tun dies in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, bei den Sterbenden Zuhause oder im stationären Hospiz.

Mit Menschenliebe, Einfühlungsvermögen und Verständnis hören sie zu und sprechen über Ängste, die der Kranke mit seinen Angehörigen nicht erörtern will, um diese nicht noch mehr zu belasten. Die Ehrenamtlichen helfen Unerledigtes zu regeln oder sitzen ganz einfach nur am Bett, wenn Angehörige in dieser Krisenzeit einmal das Haus verlassen müssen, um Nötiges zu erledigen. Sie, die Ehrenamtlichen, genießen dabei das uneingeschränkte Vertrauen der Beteiligten.

Auf der Homepage des Vereins findet sich ein ganz starker Satz, der die Motivation der Ehrenamtlichen von einer bemerkenswerten Seite zeigt: „Die außergewöhnliche Atmosphäre dieses Lebensabschnittes mit zu gehen und ein Leben in Würde bis zuletzt in bescheidenem Maße mitzugestalten – ist für uns (also: die Ehrenamtlichen) ein Geschenk.“

Von solch „irdischen Engeln“, die mit dieser humanistischen und von einem durchweg positiven christlichen Menschenbild getragenen Einstellung ihre Arbeit an Sterbenden versehen, möchte – glaube ich – jeder von uns am Ende begleitet werden. Und wir Mülheimerinnen und Mülheimer können uns sehr glücklich schätzen, eine solche Sterbekultur in unserer Stadt verankert zu wissen.

Mit dem Kooperationsvertrag zwischen dem Ambulanten Hospiz Mülheim an der Ruhr und der Ev. Hospiz GmbH als Träger des Stationären Hospizes Mülheim an der Ruhr und im Oktober 2015 dann auch noch mit dem Kooperationsvertrag mit der Palliativ Pflege Ruhr ist ein wertvolles Netzwerk entstanden. Es sorgt dafür, dass Schwerstkranke und Sterbende auf ihrer letzten Wegstrecke nicht alleine sind - und deren Angehörige, Freundinnen und Freunde Beistand erfahren.

Mit der Verleihung der Ehrenspange möchte die Stadt Mülheim an der Ruhr Ihnen, sehr geehrter Herr Prof. König, für Ihren unermüdlichen Einsatz danken. Wir schließen darin auch die vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden ein, die sich aktiv im Sinne des Hospizgedankens engagieren. Von ihnen und ihrer Arbeit können wir immer wieder lernen, dass man nichts in die Zukunft verschieben, sondern jeden Tag bewusst leben sollte.

Liebe Gäste!

Abschließend möchte ich auch den Partnerinnen und Partnern, Angehörigen, Verwandten, Freundinnen, Freunden, Weggefährtinnen und Weggefährten der heute zu Ehrenden auf das Herzlichste danken! Denn wer sich so intensiv seinen selbstgewählten Verpflichtungen widmet, der ist auf viel Verständnis, Rückhalt und Unterstützung im Familien- und Freundeskreis angewiesen!

Sehr geehrte Frau Klövekorn,

sehr geehrter Herr Prof. König,

herzlichen Glückwunsch - und nochmals vielen Dank – im Namen der Mülheimer Bürger und Bürgerinnen!

Kontakt


Stand: 12.12.2019

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