Ehrenring- und Ehrenspangenverleihung (2017)

Rede von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

zur Verleihung der Ehrenringe der Stadt Mülheim an der Ruhr

am Sonntag, 12. November 2017, 11 Uhr,

Kammermusiksaal

***

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Gäste,

ich heiße Sie herzlich willkommen zur heutigen Feierstunde anlässlich der Verleihung des Ehrenrings der Stadt Mülheim an der Ruhr an Werner Oesterwind und der Verleihung der Ehrenspangen der Stadt Mülheim an der Ruhr an Gerhard Frank, Heiner Jansen und Manfred Mons.

Meine ganz besonderen Grüße gelten selbstverständlich Ihnen, den Auszuzeichnenden, sowie Ihren Angehörigen und persönlichen Gästen.

Daneben begrüße ich:

  • die Bürgermeisterinnen Margarete Wietelmann und Ursula Schröder, die Bezirksbürgermeister sowie die Vertreter und Vertreterinnen des Rates der Stadt und der Parteien...
  • sowie die Ehrenringträgerinnen und -träger der vergangenen Jahre.

Ich freue mich sehr, dass Sie alle heute dabei sind, wenn wir vier verdiente Mülheimer für ihr langjähriges Engagement in und für ihre Stadt mit Ehrenring bzw. Ehrenspangen auszeichnen.

Willkommen heiße ich auch die „Students of Jazz“ des Mülheimer Jazz Clubs:

Philipp Mohr (Trompete),

Larissa Stermann (Altsaxophon und Gesang),

Martin Ohrt (Banjo, Gitarre),

Philipp Krumey (Kontrabass) und

Jannik Hoffmann (Schlagzeug).

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die Identität einer Stadt, also alles, was sie einzigartig, unverwechselbar und für die in ihr Lebenden besonders macht, entsteht aus ihrer Geschichte, aus Brauchtum und Traditionen, aus den städtebaulichen, kulturellen und wirtschaftlichen Strukturen.

Vor allem aber werden Identität und Ausstrahlung einer Stadt von der Mentalität und dem Handeln ihrer Bürgerinnen und Bürger geprägt!

Manche Persönlichkeiten haben daran einen herausragenden Anteil. Das waren und sind Menschen, die in besonderer Weise

  • Denkanstöße geben, Entwicklungen in Bewegung setzen und beeinflussen,
  • andere für Gutes begeistern und sie dafür mitreißen, Vorbild sind und nachhaltige Wirkungen erzielen,
  • und sich damit um das Wohl einer Stadt verdient machen.

Um diese Persönlichkeiten zu würdigen, ihnen Dank und Anerkennung auszusprechen, um ihre Leistungen um das Gemeinwohl sichtbar zu machen, verleiht die Stadt Mülheim an der Ruhr seit 1968 den Ehrenring.

Die Verleihungskriterien führen dazu aus:

"Außergewöhnliche Verdienste um die Stadt Mülheim an der Ruhr sind nicht an bestimmte Tätigkeitsmerkmale gebunden oder auf bestimmte Lebensbereiche beschränkt.

Sie können auf allen Gebieten, beispielsweise im politischen, wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Leben, erworben werden. Maßgebend ist einzig das als außergewöhnlich anzusehende, individuelle Engagement der auszuzeichnenden Persönlichkeit."

Werner Oesterwind hat über einen langen Zeitraum – inzwischen über 15 Jahre – die Politik in Mülheim an der Ruhr mitgestaltet. Er hat sich mitverantwortlich gezeigt für die Stadt, in der er lebt. Deshalb hat der Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr beschlossen, ihn in diesem Jahr mit dem Ehrenring für sein Engagement auszuzeichnen.

Sehr geehrter Oesterwind, lieber Werner,

Du begannst Dein politisches Engagement in Mülheim als Bezirksvertreter in der Bezirksvertretung 1 – BV 1 – am 4. November 1994. Bis Januar 2000 warst Du hier aktiv. Von 2001 an nahmst Du dann als sachkundiger Bürger Deine Verantwortung für das Allgemeinwohl wahr, bis Du am 29. Oktober 2009 in den Rat der Stadt einzogst, wo Du bis heute aktiv und engagiert bist.

Du bist Vorsitzender des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten, Sicherheit und Ordnung, Sprecher im Sportausschuss und Mitglied des Wirtschaftsausschusses. Diese drei Themenfeld ziehen sich wie ein roter Faden durch Deine politische Vita, die schon früh, mit dem Eintritt als Schüler in die Junge Union, begann.

Nicht unerwähnt sei, dass du auch im Aufsichtsrat der Beteiligungsholding, im Aufsichtsrat der Mülheimer Wirtschaftsförderung und im Verwaltungsrat der Sparkasse Verantwortung übernimmst.

Lieber Werner Oesterwind,

uns beide verbindet neben der Politik und der Liebe zu Mülheim eine weitere „Obsession“: der Karneval. Wann immer es Dir möglich ist, bist Du dabei, wenn in Mülheim die Narren feiern! Immer fröhlich, immer mit viel Humor und einem großen Herzen für die Karnevalisten dieser Stadt - so kennen und schätzen wir Dich. Ein Höhepunkt war für Dich deshalb sicher die Verleihung des Stadtwächterordens im Jahr 2013.

Viel Zeit in Deinem Leben nimmt auch Dein Engagement für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft – DLRG – ein. Im Jahr 2010 wurde Dir auf Vorschlag des Ministerpräsidenten des Landes NRW, Jürgen Rüttgers, vom Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für Deinen außergewöhnlichen Einsatz im Rettungswesen verliehen.

Denn dass die Zusammenarbeit der Mülheimer Hilfsorganisationen vorbildlich ist, auch dafür engagierst Du Dich seit vielen Jahren. Die Verleihung des Verdienstordens zeigt, dass Dein Engagement weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist…

Kommen wir nun von der Politik zur Kultur.

Die Ehrungskommission der Stadt Mülheim an der Ruhr hat diesmal drei Persönlichkeiten ausgewählt, die für ihr besonderes Wirken mit der Ehrenspange der Stadt ausgezeichnet werden sollen.

Beginnen wir alphabetisch mit Gerhard Frank.

Gerhard Frank setzt sich seit über 50 Jahren für die deutsch-griechische Verständigung ein. Als der Deutsch-Griechische Verein 1965 in Mülheim an der Ruhr gegründet wurde, um den griechischen Gastarbeitern bei der Integration zu helfen, gehörte er zu den Gründungsmitgliedern. Seitdem ist er ehrenamtlich im Vorstand tätigt; er leitet den Verein seit 1991 als Vorsitzender.

In den Anfängen ging es dem Verein darum, den Gastarbeitern mit Rat und Tat beim Einleben in eine für sie neue Welt zur Seite zu stehen. Doch schon bald interessierten sich die Mülheimer Vereinsmitglieder auch für die Kultur, Geschichte und Schönheit Griechenlands.

Diesen Wissensdurst hat Gerhard Frank aufgegriffen und maßgeblich dazu beigetragen, ein umfangreiches Vortrags- und Informationsprogramm für die Mülheimerinnen und Mülheimer anzubieten.

Wir wissen, dass so mancher der in Griechenland tätigen Ärzte, Ingenieure, Lehrer oder Kellner seine Ausbildung in Mülheim gemacht hat - und nach der Rückkehr ins Heimatland die Beziehungen zu Freunden hier im Ruhrgebiet aufrechterhält.

Gerhard Frank hat mit seinen Vortragsreisen durch Deutschland zudem so manchem jungen deutsch-griechischen Verein Starthilfe geleistet und die Griechenlandbegeisterung von Mülheim in die Republik getragen.

Er vertritt außerdem den Mülheimer Stifter Hubertus Just im Beirat der Stiftung der Deutsch-Griechischen Gesellschaften, der alle zwei Jahre den Ehrenring an eine verdiente Persönlichkeit vergibt.

Die Ehrungskommission befand, dass sich Gerhard Frank in herausragender Weise Verdienste um die Kulturarbeit in seiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr erworben hat…

Den Mülheimer Karneval habe ich eben schon einmal erwähnt. Jetzt würdigen wir die Verdienst eines Mannes, ohne den ich mir die Sessionen der vergangenen Jahre nicht vorstellen kann: Heiner Jansen.

Lieber Heiner Jansen, Du kannst bei der Rückschau auf Deine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender und Präsident des Hauptausschusses Groß-Mülheimer-Karneval eine reiche Ernte vorweisen. Dir gelang es immer wieder, Deine Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu motivieren und zu begeistern – einfach, weil man spürte, mit wie viel Herzblut und Leidenschaft Du selbst bei der Sache warst und bist!

In Deiner 17-jährigen Amtszeit als Vorsitzender und Präsident hast Du das närrische Treiben in unserer Stadt mit unzähligen kreativen Ideen bereichert und attraktiver gemacht:

Mit der Gründung des „Förderkreises im Brauchtum Mülheimer Karneval“ gelang es, den Karneval auf breiter Ebene in unserer Stadtgesellschaft zu vernetzen.

Mit dem Aufstellen des Narrenbaums mitten in der Stadt, dem Kinderkarneval im FORUM und mit der Karnevalsfestmesse etablierten sich für die Mülheimer Bürgerinnen und Bürger – neben dem Rosenmontagszug – weitere Highlights in der Fünften Jahreszeit…

Einen Höhepunkt, lieber Heiner, fand Dein herausragender Einsatz in der Fertigstellung des Wagenbauzentrums… Jahrelang hast Du ganz dicke Bretter bohren müssen, um diesen Traum aller Mülheimer Karnevalisten zu realisieren. Ein Kraftakt, mit dem Du zu Recht in die Geschichte des Mölmschen Karnevals eingehen wirst!

Dein unermüdliches ehrenamtliches Wirken wurde bereits vielfach gewürdigt. So wurdest Du mit dem Ehrenamtsorden des Nordrhein-Westfälischen Landtags und mit dem „Schwarzen Diamanten“ des Bundes Ruhr Karneval ausgezeichnet…

In Mülheim wurde Dir der „Mölmsche Narr“, der „Stadtwächterorden“ sowie der „Närrische Houltkopp“ verliehen. Und Du erhieltest im November 2014 die höchste karnevalistische Auszeichnung, die in Mülheim vergeben wird: Die Rittergilde des Groß-Mülheimer-Karnevals kürte Dich zum „Ritter des schiefen Turms“.

Nun also die Ehrenspange der Stadt, die die Ehrungskommission Dir für Dein vorbildliches Wirken im Dienste des närrischen Brauchtums mit großem Dank und großer Anerkennung im Namen der Stadt Mülheim an der Ruhr zuerkennt!

Last but not least steht nun die Verleihung der Ehrenspange an einen begeisterten Freund und Förderer des Jazz‘ an, der weit über Mülheim und NRW hinaus bekannt ist und geschätzt wird: Manfred Mons.

Manfred Mons ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich in der Mülheimer Musikszene tätig, unter anderem als Vorsitzender des Mülheimer Jazzclubs. Und er ist der Gründer der beliebten Ruhr-River-Jazzband, die schon lange auch zum Gelingen des „Neujährchens“ am Wasserbahnhof beiträgt.

Jazz hat in Mülheim eine lange Tradition. Und daran hat der Mülheimer Jazzclub, der seit fast 30 Jahren die Jazzkultur in unserer Stadt bereichert, maßgeblichen Anteil. Unzählige Veranstaltungen hat der Club auf die Beine gestellt. Von den regelmäßigen Freitags-Konzerten bis hin zu großen Events mit internationalen Jazzlegenden. Die von ihm organisierten Jazzkonzerte in der Freilichtbühne gehören zu den beliebtesten Veranstaltungen dort und ziehen unzählige Musikfans an.

Manfred Mons gehört zu denen, die die Jazzszene in Mülheim immer wieder mit neuen Ideen und alten Stars begeistern - und das mit bewundernswertem Enthusiasmus und Elan! Vor einigen Jahren hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, junge Menschen an den Jazz heranzuführen.

Mit „Jazz at the college“, einem einzigartigen Veranstaltungsformat, bringen er und seine Jazzfreude den Nachwuchs in der Stadthalle zum Swingen. Mit der europaweit bekannten „Dutch Swing College Band“ und vielen ehrenamtlichen Helfern gelingt es ihm in besonderer Weise, Schulklassen aus Mülheim und den Nachbarstädten oft zum ersten Mal mit dem Jazz in Berührung zu bringen und die Leidenschaft für die Instrumente und die Musik an junge Menschen zu vermitteln, im besten Falle weiterzugeben.

Für die wertvolle Kulturarbeit, für die musikalischen Hochgenüsse, ja, für die Verbreitung des „Lebensgefühls Jazz“, das Kulturen und Generationen, Tradition und Moderne verbindet, dankt die Stadt Mülheim an der Ruhr Manfred Mons mit der Verleihung der Ehrenspange.

Bevor ich nun die Auszeichnungen überreiche, möchte ich auch den Partnerinnen, Angehörigen, Verwandten, Freunden und Weggefährten unserer zu Ehrenden auf das Herzlichste danken! Denn wer sich so intensiv seinen selbstgewählten Verpflichtungen widmet, der ist auf viel Verständnis, Rückhalt und Unterstützung im Familien- und Freundeskreis angewiesen!

Herzlichen Glückwunsch – und nochmals herzlichen Dank – im Namen der Mülheimer Bürger und Bürgerinnen!

Kontakt


Stand: 14.11.2017

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