Migration · Integration · Interkulturelles Leben
Das Gesicht der Migration in Mülheim an der Ruhr zeigen

migration-geschichte.de: Die Migration zwischen der Türkei und Deutschland
Türkische Gastarbeiter bei ihrer Ankunft am Münchner Hauptbahnhof, Anfang 1960 (1)

Ein kurzer Überblick: Die Migration zwischen der Türkei und Deutschland

Heute leben in Mülheim an der Ruhr ca. 6.500 Bürgerinnen und -Bürger mit türkischem Kulturhintergrund. Der VHS-Arbeitskreis Migration & Geschichte hat das 50-jährige Jubiläum der Unterzeichnung des Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland zur Rekrutierung von „Gastarbeitern“ zum Anlass genommen, unterschiedlichste Beiträge hier bei uns im Internet zu veröffentlichen

Vor 50 Jahren: 31. Oktober 1961 in Bad Godesberg

Das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei wurde am 31. Oktober 1961 in Bad Godesberg unterzeichnet und führte, trotz gegenteiliger vertraglicher Ausgestaltung (Befristung der Aufenthaltsdauer auf maximal zwei Jahre, sogenanntes Rotationsprinzip), zum Beginn einer türkischen Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland. Die angeworbenen Arbeiter wurden in Deutschland als Gastarbeiter bezeichnet.

Ähnliche Anwerbeabkommen schloss die Bundesrepublik Deutschland auch mit anderen Staaten. (Quelle, Wikipedia)

Überblick Bevölkerungszahlen in Mülheim a. d. Ruhr (2)

Gesamtbevölkerung in Mülheim 171.264
Ausländer insgesamt 16.883
Ausländeranteil 9,9 %
Türkische Staatsangehörige insgesamt 5.522
Eingebürgerte Türken insgesamt 728
Türkischstämmige insgesamt 6.250
Anteil der türkischstämmigen Bevölkerung in Mülheim 3,7 %
Anteil türkischer Staatsangehöriger unter den Ausländern 32,7 %

migration-geschichte.de: Die Migration zwischen der Türkei und Deutschland
Der Türkische Verein in Mülheim an der Friedrich-Ebert-Straße, 1978 (3)

Frühe Migration aus der Türkei nach Deutschland

Auch vor der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens 1961 waren schon türkische Staatsbürger hier in Deutschland. 1878 waren es zum Beispiel 41; 1893, 198 Türken; 1917, 2.046 Türken und 1925, 1.164 Türken. (6) (Quelle, Wikipedia)

1957: Heuss-Türken kommen nach Deutschland

Als Folge eines Besuches des Bundespräsidenten Theodor Heuss in der Türkei, reisten Türken nach Deutschland, zum Beispiel, um hier zu studieren. Als Heuss-Türken wurden die ungefähr 150 junge türkische Staatsbürger bezeichnet, die 1958 kamen. Sie folgten einer Einladung, die der damalige Bundespräsident Theodor Heuss 1957 türkischen Berufsschulabsolventen bei einem Türkeibesuch in Ankara ausgesprochen hatte. Der als Berufsausbildungsmaßnahme gedachte Austausch, der für einen Teil der Gruppe als Lehrlinge bei den Ford-Werken Köln begann, wurde für einige der Ausgangspunkt ihrer Einwanderung in die BRD. Eine Anzahl arbeitete bis zum Renteneintritt Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre bei Ford.

Es war die erste größere Gruppe türkischer Arbeiter, die gesammelt nach Deutschland kam, noch vor dem Beginn der eigentlichen Einwanderung mit dem Anwerbeabkommen der Bundesrepublik Deutschland mit der Türkei 1961. Laut DOMiT-Berichten wurden sie in Deutschland herzlich willkommen geheißen und waren bei ihren Arbeitskollegen äußerst beliebt. (Quelle, Wikipedia)

migration-geschichte.de: Die Migration zwischen der Türkei und Deutschland
Ausländerinfo: Den ganzen Text lesen Sie hier bei uns unter „Zeitdokument: Ausländer-Info der VHS Mülheim von 1976

Neue Entwicklung: Rückwanderung in die Türkei

Seit 2005 kehren mehr Türkeistämmige aus Deutschland in die Türkei zurück, als von dort nach Deutschland zuwandern. Für den negativen Wanderungssaldo ist allerdings in größerem Maße der starke Rückgang der Zuwandererzahlen (von über 50.000 im Jahr 2002 auf 30.000 im Jahr 2008) verantwortlich als die Zunahme der Auswandererzahlen zwischen 2006 und 2008. (18)

Die Zahl der Türken in Deutschland sinkt seit dem Höchststand vor zwölf Jahren ständig – von damals 2,1 Millionen auf inzwischen 1,6 Millionen. Als Gründe nennen die Statistiker neben Einbürgerungen und Sterbefällen auch Rückkehrer. (19) (Quelle, Wikipedia)

Redaktion: Klaus Wichmann, Mülheim an der Ruhr, im Mai 2011


Quellen:

(1) Quelle Foto: Zeitraum Bayern, Deutsch Türkische Nachrichten

(2) Quelle: Stab Kommunale Entwicklungsplanung und Stadtforschung der Stadt Mülheim a. d. Ruhr; (Hrsg.): Mülheimer Statistik, Stand 06/2005. Die Zahl der eingebürgerten Türken bezieht sich auf den Zeitraum 2000-2004

(3) Quelle Foto: Verkehrsverein Mülheim, Walter Schernstein

(6) Petra Kappert, Ruth Haerkötter, Ingeborg Böer: Türken in Berlin 1871–1945. de Gruyter, Berlin 2002

(18) Daniel Steinvorth: Kültürschock in Istanbul. In: Der Spiegel. Nr. 26, 2010, S. 97 (Online)

(19) Website der Tagesschau


Kontakt: vhs@muelheim-ruhr.de
http://www.kulturbetrieb.de
http://vhs.muelheim-ruhr.de
Das Projekt Migration & Geschichte
wurde durch die Leonhard-Stinnes-
Stiftung gefördert.

Impressum
Stand: 28.04.2012

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