Einbürgerungsfeier (2018)

Rede von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

zur 11. Einbürgerungsfeier

am Donnerstag, 15. März 2018, 18.00 Uhr,

Stadthalle, Caruso

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Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass Sie meiner Einladung zur Einbürgerungsfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr gefolgt sind. Es ist bereits die elfte Einbürgerungsfeier in unserer Stadt. Und es ist mir eine große Ehre, Ihnen, den neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern, im Anschluss an meine Rede die Urkunden überreichen zu können.

Sie stehen heute Abend im Mittelpunkt dieser Feierstunde. Wir haben großen Respekt für diese sicher nicht immer leichte Entscheidung, die Veränderungen und Konsequenzen für Sie und Ihre Familien mitbringt, die aber auch unsere Gesellschaft verändert. Denn wenn unterschiedliche kulturelle Werte, Traditionen und Lebensformen zusammenkommen, entwickelt sich immer etwas Neues. Das ist für unsere Gesellschaft bereichernd.

Mit dieser Veranstaltung setzen wir ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für Ihre Entscheidung, Deutsche zu werden.

Die Einbürgerung selbst war für Sie - da bin ich mir sicher - ein besonderes Ereignis, das Sie mit viel persönlichem Einsatz vorbereitet haben. Das bürokratische Verfahren und der Test verlangten Ihnen ja einiges ab.

Ich beglückwünsche Sie persönlich und im Namen des Rates und der Mülheimer Bürgerschaft zur bestandenen Prüfung und der damit verbundenen Einbürgerung. Wir alle wünschen Ihnen, Ihren Familien und uns als aufnehmender Stadtgesellschaft, dass Sie sich in unserer Stadt gut beheimatet fühlen.

308 Menschen haben sich im Jahr 2017 in Mülheim an der Ruhr einbürgern lassen. Das sind rund 100 weniger als im Jahr zuvor. Das liegt nicht am fehlenden Interesse, sondern daran, dass wir im vergangenen Jahr in der Verwaltung einen personellen Engpass bei den Einbürgerungen hatten.

Ich begrüße an dieser Stelle deshalb sehr herzlich Alexandra Liebing vom Ordnungsamt, die nach dem Weggang ihres Kollegen im vergangenen Jahr ganz alleine für die Einbürgerungen in unserer Stadt zuständig war und dieser Aufgabe mit großem Engagement nachgekommen ist.

Zum 1. Februar 2018 haben wir die freie Stelle neu besetzt, so dass wir die Warteliste schnell abarbeiten und im nächsten Jahr hoffentlich wieder mehr Einbürgerungen vermelden können.

Liebe Gäste! Sie alle, die Sie zum Teil schon lange Einwohner und Einwohnerinnen unserer Stadt waren, haben nun also die Staatsbürgerschaft Ihrer neuen Heimat angenommen.

Sie kommen ursprünglich zum Beispiel aus der Türkei, dem Kosovo, Nigeria, Polen oder Ghana. Jetzt sind Sie Deutsche in Mülheim – und bringen alle ihre individuellen Erfahrungen und Ihr bisheriges Leben mit in unsere Gesellschaft ein. Jede und jeder von Ihnen hat sehr persönliche Gründe für das Hier-Her-Kommen. Darunter werden schöne und schreckliche sein.

Diejenigen, deren Kommen ein Ausdruck von Verzweiflung war, geben uns Deutschen damit eine Bestätigung für unser demokratisches System. Denn offenbar gehören auch Sie zu den vielen Menschen, die Deutschland als Hort der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit, der Gleichberechtigung und des Friedens ansehen.

Wir konnten in den vergangenen Jahren immer wieder Personen einbürgern, die einst als Asylsuchende zu uns kamen und als Asylberechtigte anerkannt wurden. Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass sich diese Menschen bei uns von Anfang an gut aufgehoben fühlten. So sollte es sein, und ich bin froh darüber, dass dies in unserer Stadt so gut gelingt.

Lassen Sie mich ein Thema ansprechen, auf das wir in Deutschland zu Recht stolz sind: unsere demokratische Grundordnung, die wir gerne mit den neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern teilen.

Als demokratischer Staat zeichnet sich Deutschland durch eine unabhängige Justiz aus, durch Gewaltenteilung, die Trennung von Religion und Staat sowie die Gleichheit von Mann und Frau. Ich weiß, wie wichtig für die meisten von Ihnen gerade diese Grundwerte sind. -

Daran sollen alle Menschen, die hier leben, teilhaben. Darauf sollen Sie sich verlassen können. Wir werden jedenfalls alles in unserer Macht stehende tun, um unsere Grundwerte zu schützen!  Das ist unser Ziel, und aus diesem Grunde hat Mülheim auch 2004 die Charta der Städte für Menschenrechte unterzeichnet.

Staatsbürgerinnen und Staatsbürger – meine sehr geehrten Damen und Herren – Staatsbürger und Staatsbürgerinnen mit allen Rechten und Pflichten sind Sie bereits. Mit der Einbürgerung sind Sie also auch wahlberechtigt. Sie können nun mitbestimmen, wer in der Stadt und im Landtag, im deutschen Bundestag und im Europaparlament Ihre Interessen vertreten soll.

Ich bitte Sie: Nutzen Sie grundsätzlich diese Chancen, und gehen Sie zu allen Wahlen oder machen Sie von der Briefwahl Gebrauch!

Ich freue mich nun darauf, heute Abend mit Ihnen Menschen zu treffen, die ich – von wenigen Ausnahmen abgesehen - noch nicht aus unserer Stadtgesellschaft kenne. Ihre Geschichten, Träume und vielleicht auch ernüchternden Erfahrungen möchte ich kennenlernen, wenn wir gleich ins Gespräch kommen.

Wir werden nun die Urkunden verteilen und anschließend ein Gruppenfoto machen. Danach wünsche ich uns einen unterhaltsamen Abend bei Suppe und Schnittchen und einem guten Getränk.

Kontakt


Stand: 20.03.2018

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