Einbürgerungsfeier (2019)

Rede von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

zur 12. Einbürgerungsfeier

am Dienstag, 5. Februar 2019, 18.00 Uhr,

Stadthalle, Caruso

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Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass Sie meiner Einladung zur Einbürgerungsfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr gefolgt sind. Und ich bin neugierig auf einen schönen Abend mit Ihnen.

Es ist bereits die zwölfte Feier für neu eingebürgerte Mülheimerinnen und Mülheimer, die wir hier im Caruso durchführen.

Sie ist für uns eine sehr wichtige Veranstaltung im Jahreskalender unserer Stadt. Mit ihr setzen wir ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung und des Respekts für Ihre sicher nicht immer leichte Entscheidung, die angestammte Staatsbürgerschaft aufzugeben oder zu „teilen“ - und stattdessen oder zudem die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen.

Es ist mir deshalb auch eine große Ehre, Ihnen, den neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern, im Anschluss an meine Rede die Urkunden überreichen zu können.

Die Entscheidung zur Einbürgerung, die Sie im vergangenen Jahr getroffen beziehungsweise vollzogen haben, bringt Veränderungen und Konsequenzen für Sie und Ihre Familien mit sich. Das werden Sie im Alltag spüren, aber auch, wenn Sie auf Reisen gehen oder Kontakt zu Ihren Familien und Freunden im Herkunftsland aufnehmen. Manches wird einfacher. An anderer Stelle werden Sie auf Beschränkungen, neue Herausforderungen, ungewohnte Reaktionen oder vielleicht auch Unverständnis stoßen.

Ihre weitreichende Entscheidung verändert aber nicht nur Ihr persönliches Lebensumfeld, sondern auch unsere Gesellschaft. Denn wenn unterschiedliche kulturelle Werte, Traditionen und Lebensformen zusammenkommen, entwickelt sich immer etwas Neues. Und das ist für uns alle bereichernd.

Die Einbürgerung selbst war für Sie – da bin ich mir sicher – ein besonderes Ereignis, das Sie mit viel persönlichem Einsatz vorbereitet haben. Das bürokratische Verfahren und der Test verlangten Ihnen ja einiges ab.

Ich beglückwünsche Sie deshalb persönlich und im Namen des Rates sowie der Mülheimer Bürgerschaft zur bestandenen Prüfung!

Wir alle wünschen Ihnen, Ihren Familien und uns als aufnehmender Stadtgesellschaft, dass Sie sich in unserer Stadt gut beheimatet fühlen...

351 Menschen haben sich im Jahr 2018 in Mülheim an der Ruhr einbürgern lassen. Das sind rund 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das liegt zum einen am großen Interesse an der deutschen Staatsbürgerschaft,.. . zum anderen daran, dass wir im vergangenen Jahr unseren personellen Engpass im Ordnungsamt beheben konnten.

Ich hatte beim letzten Empfang die personelle Verstärkung angekündigt,.. . und ich freue mich, dass sich meine Prognose, dass sich dies positiv auf die Anzahl der Einbürgerungen auswirken werde, bestätigt hat.

Sie alle, die Sie zum Teil schon lange Einwohner und Einwohnerinnen unserer Stadt sind, haben nun also die Staatsbürgerschaft ihrer neuen Heimat angenommen.

Sie kommen ursprünglich zum Beispiel aus dem Irak, der Türkei, Serbien, Nigeria, Kamerun oder Syrien.

Wir haben auch 13 Personen aus Großbritannien eingebürgert. Diese Zahl ist ähnlich hoch wie 2017. Und ich bin gespannt, ob der anstehende Brexit Auswirkungen auf die Zahl im nächsten Jahr haben wird...

Jetzt sind Sie also alle Deutsche in Mülheim – und bringen ihre individuellen Erfahrungen und Ihr bisheriges Leben mit in unsere Gesellschaft ein.

Jede und jeder von Ihnen hat sehr persönliche Gründe für das Hier-Her-Kommen. Aber Sie alle geben uns mit Ihrem Schritt hin zur deutschen Staatsbürgerschaft eine Bestätigung für unser demokratisches System.

Offenbar gehören auch Sie zu den vielen Menschen, die Deutschland als Hort der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit mit einer unabhängigen Justiz, der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, der freien Religionsausübung und des Friedens ansehen.

An diesen Grundwerten sollen alle Menschen, die hier leben, teilhaben. Darauf sollen Sie sich auch verlassen können. Wir werden jedenfalls alles in unserer Macht stehende tun, um diese Grundwerte zu schützen!

Das ist auch der Grund, warum Mülheim 2004 die Charta der Städte für Menschenrechte unterzeichnet hat.

Staatsbürgerinnen und Stattsbürger – meine sehr geehrten Damen und Herren – Staatsbürger und Staatsbürgerinnen mit allen Rechten und Pflichten sind Sie nun. Und Sie sind jetzt auch wahlberechtigt.

Damit können Sie mitbestimmen, wer in der Stadt und im Landtag, im deutschen Bundestag und im Europaparlament Ihre Interessen vertreten soll.

Ich bitte Sie: Nutzen Sie grundsätzlich diese Chancen, und gehen Sie zu allen Wahlen oder machen Sie von der Briefwahl Gebrauch!

Das gilt in diesem Jahr besonders für die Europawahl, die die Entwicklung unseres bislang so erfolgreichen „Friedensprojektes Europa“ maßgeblich beeinflussen wird. Ich bin versucht, von einer Schicksalswahl für Europa zu sprechen. Deshalb: Geben Sie am 26. Mai Ihre Stimme ab!

Ich freue mich nun darauf, heute Abend mit Ihnen Menschen zu treffen, die ich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – noch nicht aus unserer Stadtgesellschaft kenne. Ihre Geschichten, Träume und vielleicht auch ernüchternden Erfahrungen möchte ich kennenlernen, wenn wir gleich ins Gespräch kommen.

Wir werden nun die Urkunden verteilen und anschließend ein Gruppenfoto machen. Danach wünsche ich uns einen unterhaltsamen Abend.

Kontakt


Stand: 06.02.2019

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