Migration · Integration · Interkulturelles Leben
Das Gesicht der Migration in Mülheim an der Ruhr zeigen

migration-geschichte.de: Interkulturelle Wochen: Diese Einladung geht an alle
Zur Eröffnung der Interkulturellen Wochen 2010 kamen viele BürgerInnen aus allen Kulturkreisen auf den Synagogenplatz im Herzen Mülheims

Interkulturelle Wochen: Diese Einladung geht an alle

Eine zehn, 15 Meter lange Tafel wird am Samstag auf dem Synagogenplatz gedeckt. Das Ramadanfest, zu dem jeder eingeladen ist, markiert ein Ende (der Fastenzeit) und einen Beginn: der Interkulturellen Wochen 2010.

Erstmals schließen sich neun islamische Vereine für die gemeinsame Feier zusammen, die ab 11 Uhr zum fünfstündigen Volksfest werden soll. „Es ist eine Einladung an alle Mülheimer/innen“, betont der Vorsitzende des Integrationsrates, Enver Sen – Einladung ist wörtlich zu nehmen, denn die Gäste essen und trinken gratis. Das Ramadanfest, in dessen Rahmen um 13 Uhr auch die Interkulturellen Wochen mit einer Talkrunde offiziell eröffnet werden, soll unterschiedlichste Menschen an einen Tisch bringen. Ins Gespräch bringen. Genau das ist auch Ziel der Aktionswochen, die diesmal auf den Zeitraum vom 18. September bis zum 10. Oktober ausgedehnt wurden.

Einige Beispiele aus dem vielfältigen Programm mit mehr als 30 Veranstaltungen:

Vom 20. bis 26. September läuft an der Peter-Härtling-Schule gemeinsam mit dem Turnerbund Heißen e.V. eine Projektwoche, die knapp „Respekt!“ heißt und sich vor allem dem Fußball als grenzüberschreitender Angelegenheit widmet. Am 23. September referiert der Islamwissenschaftler und Schriftsteller Nevfel Cumart in der Realschule Stadtmitte: Unter der Leitfrage „Bedroht die Scharia den Westen?“ gibt er Einblicke in das islamische Recht.

Am 25. September steigt ein Kongolesischer Abend in der Fraktionsgeschäftsstelle von Bündnis’90/Die Grünen. Am 26. September laden Integrationsrat, Ringlokschuppen und viele Migrantenverbände zum „Internationalen Treff“ rund um die Drehscheibe (bei Regenwetter im Schuppen). Am 3. Oktober öffnen sechs islamische Gotteshäuser zum „Tag der offenen Moschee“. Am 8., 9. und 10. Oktober kommen türkische Schauspiel-Ensembles zu Gastspielen ins Theater an der Ruhr.

Daneben wird erneut der 1999 geschaffene „Förderpreis für ein gedeihliches Miteinander und gegenseitige Integration“ verliehen, diesmal an das St. Marien-Hospital. Gewürdigt wurde, dass sich das Krankenhaus vor einigen Jahren an den Integrationsrat wandte, um über mögliche Maßnahmen zu sprechen. Mittlerweile besteht etwa ein hausinterner Dolmetscherpool: ein Verzeichnis, welche Mitarbeiter welche Sprachen verstehen und sprechen. Außerdem bekam – wie Dr. Dirk Albrecht als Geschäftsführer des St. Marien-Hospitals erläutert – das Thema Integration in der Krankenpflegeausbildung mehr Gewicht. Nicht nur theoretisch, sondern auch durch ein Austauschprogramm mit Krankenhaus-Mitarbeitern in Istanbul. Der Förderpreis, bestehend aus 400 Euro und einem Zertifikat, wird am 5. Oktober vor geladenen Gästen vergeben.

Wir zitierten aus WAZ/NRZ, Mülheim, 15.09.2010, Autorin Annette Lehmann

Migration & Geschichte: Auf der Sonnenseite der Stadt migration-geschichte.de: Logo der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)

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Viel Programm schon zum Start der Interkulturellen Wochen 2010

 

Interkulturelle Woche: Die Welt auf der Drehscheibe

Als ein Höhepunkt in erster Linie für Schlemmer entpuppte sich der interkulturelle Treff vor dem Ringlokschuppen.

Am Sonntag, bei verhältnismäßig gutem Wetter, stellten sich hier verschiedene ausländische Kulturvereine vor. Dazu gab es ein buntes Folklore-Programm auf der großen Bühne, unter anderem mit orientalischer Musik von Hossein Khalladi, tamilischen Tanzvorführungen oder Gospelmusik der Gruppe „Love From Africa“. Einführende Worte sprachen Bürgermeister Markus Püll (CDU) und der Vorsitzende des Integrationsrates, Enver Sen (SPD).

Neben den bunten traditionellen Kostümen, die viele der Teilnehmer trugen, gab es an vielen Ständen etwas zu sehen. Marokkanische Handarbeiten wurden feilgeboten, außerdem reichlich Informationen über die verschiedenen Gruppierungen. Infos für ausländische Besucher gab es also reichlich. Deutsche Gäste, die vermutlich weniger interessiert an der Mitarbeit in einem afrikanischen oder türkischen Verein waren, wurden eher mit zahlreichen Leckereien gelockt.

Der Deutsch-Griechische Kulturverein bot natürlich Feta und schwarze Oliven, verschiedene türkische Vereine wie der islamische Verein Milli Görüs oder die türkischen Sozialdemokraten vom HDF bereiteten Dürüm oder Salate zu, und natürlich die begehrten türkischen Leckereien. Aber auch den klassischen Kaffee und Kuchen gab es selbstverständlich, und zwar nicht nur im Poet 23 des Ringlokschuppens – von wo aus man außerdem einen ausgezeichneten Blick auf die Bühne hatte.

Darüber hinaus gab es eine Lesestunde für Kinder, aus interkulturellen Büchern. Denn es sind schließlich die Jüngsten, die hierzulande aktiv die Integration vorantreiben werden – und die das häufig auch am unvoreingenommensten tun.

Manch ein Teilnehmer hofft, eventuell schon für das nächste Jahr, auf noch mehr interessierte Besucher, vor allem auch deutsche. Vielleicht ließe sich ein offeneres Format mit weniger spezifischen Themen finden, dass die Menschen leichter zusammenbringen.

Wir zitierten aus WAZ/NRZ, Mülheim, 26.09.2010, Autorin Wiebke Tomescheit

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Übernahme ins Internet: Klaus Wichmann, Mülheim an der Ruhr, im Januar 2011

Fotos: Andreas Marquardt


Kontakt: vhs@muelheim-ruhr.de
http://www.kulturbetrieb.de
http://vhs.muelheim-ruhr.de
Das Projekt Migration & Geschichte
wurde durch die Leonhard-Stinnes-
Stiftung gefördert.

Impressum
Stand: 09.01.2012

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