Historische Persönlichkeiten: Joseph Thyssen (1844-1915)

Joseph Thyssen (1844-1915), jüngerer Bruder und engster Mitarbeiter von August ThyssenJoseph Thyssen wurde am 14. Februar 1844 in Eschweiler bei Aachen geboren. Er war der jüngere Bruder des Firmengründers August Thyssen (1842-1926) und Zeit seines Lebens dessen engster Mitarbeiter und Vertrauter. Zusammen mit seinem Bruder wuchs er in einer katholischen Großfamilie mit insgesamt sieben Kindern auf. Der Vater Friedrich Thyssen leitete zunächst als Direktor und Mitinhaber ein Drahtwalzwerk, machte sich dann aber mit einem Bankgeschäft selbstständig. Im Gegensatz zu seinem älteren Bruder blieb Joseph Thyssen ein Studium verwehrt. Nach dem Besuch der höheren Schule und einer Lehre in der väterlichen Bank trat er als Mitarbeiter in das Bankgeschäft seines Vaters ein.

Bis zum Tod seines Vaters 1877 war Joseph Thyssen in dessen Bankgeschäft in Eschweiler tätig. Nach der Liquidierung der Bank zog er von Eschweiler nach Mülheim, wo er bereits 1878 den Platz des Vaters als stiller Teilhaber der Firma Thyssen & Co. - gegründet 1871 von seinem Bruder August in der Gemeinde Styrum - eingenommen hatte. Nun stieg Joseph Thyssen auch ins operative Geschäft ein, wobei er mehr im Hintergrund wirkte und sich hauptsächlich um die innerbetrieblichen Angelegenheiten kümmerte. Im Gegensatz zu seinem extrovertierten Bruder trat er als Mitinhaber der Firma öffentlich kaum in Erscheinung, sondern hielt diesem mit seiner Arbeit hinter den Kulissen den Rücken frei.

1880 heiratete Joseph Thyssen die Verlegertochter Klara Bagel (1856-1918), die -  wie auch die Ehefrau seines Bruders August - aus der protestantischen Mülheimer Oberschicht stammte. Die Trauung wurde auf Wunsch des Ehemanns katholisch, mit Rücksicht auf die protestantische Verwandtschaft jedoch nicht in Mülheim vollzogen. Die drei Kinder des Ehepaars Thyssen - Julius (1881), Johanna (1883) und Hans (1890) - wurden entsprechend im katholischen Glauben ihres Vaters erzogen. Die Familie bewohnte zunächst ein einfaches Ziegelreihenhaus in der Eppinghofer Straße, zog aber wenige Jahre später (1883) bereits in ein großbürgerliches Haus in der Bahnstraße. 1900 stand dann ein weiterer Umzug in die neu errichtete "Villa Thyssen" am Ruhrufer an. Im Gegensatz zu seinem Bruder war Joseph Thyssen nicht nur auf die Arbeit und das gemeinsame Unternehmen fixiert, sondern nahm auch am Mülheimer Gesellschafts- und Vereinsleben teil. Zudem galt er als interessierter Kunstsammler.

Joseph Thyssen starb am 15. Juli 1915 bei einen Arbeitsunfall, als er bei einem abendlichen Kontrollgang auf dem Werksgelände von einem Bahnwaggon erfasst wurde. Er wurde auf dem Altstadtfriedhof in Mülheim an der Ruhr beigesetzt.

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Stand: 11.10.2016

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