Mitgliederversammlung 2016

Förderkreis mit zahlreichen Neuerungen

Neuer Name, neues Logo, neue Strategie sowie eine veränderte Förderung und modifizierte Arbeitsweise: Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Förderkreis Mülheimer Sport, die am 20. Mai in der Kundenhalle der Sparkassen-Hauptstelle am Berliner Platz abgehalten wurde, trafen die Mitglieder des Vereins zahlreiche weitreichende Entscheidungen.

Im Jahr 1980 von rund 25 Mitgliedern als „Förderkreis Mülheimer Sport e. V.“ gegründet, nennt sich der Verein neuerdings „Mülheimer Sport Förderkreis e. V.“ – in Anlehnung an den Mülheimer Sportbund (MSB) und an den Mülheimer SportService (MSS). Die Umbenennung des Sport Förderkreis geht auch mit einem neuen Logo einher. „Wir wollten uns als Förderkreis auch optisch weiterentwickeln. Für den Mülheimer Sport wurde die Dachmarke ‚Mülheim macht Sport‘ entwickelt und auch MSB und MSS haben sich kürzlich hinsichtlich ihres äußeren Erscheinungsbildes neu aufgestellt. Daran lehnen wir uns mit unserem Logo an“, erläutert der Förderkreis-Vorsitzende Jörg Enaux. Dabei stehe der Kreis im neuen Logo für die Gemeinschaft derer, die den Sport in Mülheim fördern.

Logo des Mülheimer Sport Förderkreis e. V.

Auf Hilfe angewiesen

Wie Jörg Enaux in seinem Bericht betonte, bestehe der Hauptzweck des Vereins in der Förderung des Leistungs- und Spitzensports. Im Jahr 2015 beispielsweise seien insgesamt 68.000,- Euro ausgeschüttet worden, 2016 stelle der Förderkreis sogar die Summe von 70.000,- Euro für die Sportförderung in Mülheim an der Ruhr zur Verfügung. Alles in allem schüttete der Förderkreis seit seiner Gründung rund 1,7 Millionen Euro aus.

„Im Mülheimer Sport mit seinen Vereinen steckt jede Menge Potenzial. Wir als Verein können eine Unterstützung aber nicht alleine ermöglichen, sondern sind auf Ihre Mithilfe angewiesen“, appellierte Jörg Enaux an die Anwesenden. Konkret richtete er die Bitte an die Vertreter der Mülheimer Wirtschaft, leistungsstarke Mülheimer Sportler zu unterstützen – sei es direkt, das heißt in finanzieller Form oder aber durch Sponsoringmaßnahmen beziehungsweise durch die Unterstützung des Förderkreises.

Mitgliederversammlung des Mülheimer Sport Förderkreis e.V. am 20. Mai 2016

Um den Leistungs- und Spitzensport in der Stadt am Fluss weiterhin umfangreich fördern zu können, ist der Verein in erster Linie auf entsprechende Mitgliedsbeiträge angewiesen. Die Vorstandsmitglieder stimmt daher die Entwicklung der Mitgliederzahlen bedenklich: Waren es in der Spitze einst über 700, lag die Zahl vor der Mitgliederversammlung 2016 bei nur noch 554.

3-Säulen-Modell entwickelt

„Wir haben uns im Vorstand intensiv mit den möglichen Gründen für diese Entwicklung befasst und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir den Förderkreis in anderer Weise, als es bis dato der Fall war, aufstellen sollten“, meinte Jörg Enaux. Zugleich erschien den Verantwortlichen die bislang praktizierte Förderung nicht immer zielführend. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus insgesamt sechs Mitgliedern des Vorstandes, habe daraufhin eingehend über mögliche Veränderungen diskutiert und letztlich die Einführung eines sogenannten 3-Säulen-Modells vorgeschlagen. Dieses solle das bisherige 1-Säulen-Modell ersetzen.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung am 20. Mai stellte Hanns-Peter Windfeder – stellvertretend für die Arbeitsgruppe – die Ergebnisse vor, welche von der Gruppe erarbeitet, anschließend im Gesamtvorstand beraten und von diesem beschlossen worden waren. Die Neuausrichtung des Förderkreises betreffe grundsätzlich drei Aspekte, so Hanns-Peter Windfeder:

  • Strategie (zum Beispiel: Wie wird in anderen Städten vorgegangen?),
  • Förderung (zum Beispiel: Was soll gefördert werden? In welcher Art soll dies gefördert werden?) und
  • Arbeitsweise (zum Beispiel: Wie soll künftig im Vorstand und im erweiterten Vorstand an diesen Themen gearbeitet werden?).

Mitgliederversammlung des Mülheimer Sport Förderkreis e.V. am 20. Mai 2016

So hat der Förderkreis beispielsweise neue Vorgaben entwickelt, in welcher Form Vereine Konzepte vorlegen müssen, die sich um eine Förderung bewerben. Denn es soll darin deutlich zum Ausdruck kommen, was diese konkret mit dem Geld machen wollen. Aus Sicht des Förderkreises steht dabei unter anderem die Frage im Vordergrund: „Bringt es das, was wir uns erhoffen?“, so Hanns-Peter Windfeder.

Säule 2 setzt einen Schritt vorher an: Es geht darum, Talente frühzeitig zu erfassen und dafür zu sorgen, dass diese auch tatsächlich in die Vereine gelangen. Der Förderkreis beabsichtigt, Strukturen, die diesen Transfer – sportmotorisch fitte Kinder systematisch in die Vereine zu bringen – gewährleisten, zu fördern. In den Vereinen sollen sich die Talente dann zu Einzel- und/oder Mannschaftssportlern entwickeln, die sich im Sinne der ersten Säule als förderungswürdig erweisen.

Der Förderkreis verfolgt zudem das Ziel, sich stärker als es bislang der Fall war, in sportpolitische Thematiken einzubringen und zudem ein Netzwerk zu schaffen, das dabei hilft, Leistungs- und Spitzensportler in Mülheim zu halten beziehungsweise nach Mülheim zu holen. Wie die Vorstandsmitglieder betonten, spiele dabei neben finanzieller Unterstützung auch Unterstützung ideeller Art eine große Rolle. Dies impliziere zum Beispiel Netzwerkpflege in Richtung Bildungseinrichtungen, um eine optimale Vereinbarkeit von Leistungssport und schulischer oder beruflicher Ausbildung zu ermöglichen.

Gesamtvorstand aufgestockt

Da die strategische Neuaufstellung des Förderkreises einen gestiegenen Arbeitsaufwand mit sich bringt, der ehrenamtlich bewältigt werden muss oder im Zuge der Neuausrichtung Tätigkeiten anfallen, die bislang nicht vorgesehen waren, entschieden die Verantwortlichen den Gesamtvorstand um zwei Personen aufzustocken. Als neueste Mitglieder wurden bei der diesjährigen Mitgliederversammlung Frank Werner, Mitglied des Sparkassen-Vorstandes, und die Sportjournalistin Dr. Claudia Pauli in den erweiterten Vorstand gewählt.

Abgeschafft wurde am 20. Mai 2016 hingegen der Verteilerausschuss, der bis dato – neben der Mitgliederversammlung und dem Vorstand – ein Organ des Förderkreises darstellte. Der Verteilerausschuss diskutierte alljährlich die vom Vorstand festgelegte Fördersumme und splittete diese nach festgelegten Kriterien auf die verschiedenen Antragsteller auf. Die Aufgaben des Verteilerausschusses übernimmt in Zukunft der Vorstand. „Der neue Gesamtvorstand umfasst 21 Personen – unter anderem aus dem erwähnten Netzwerk –, die im Sportbereich über eine hohe Kompetenz verfügen, sodass ein separates Gremium aus unserer Sicht nicht mehr erforderlich ist“, sagte der Förderkreis-Vorsitzende Jörg Enaux.

Sowohl die Ergänzungswahlen für den erweiterten Vorstand als auch die Satzungsänderungen (beispielsweise den Namen des Vereins betreffend, die Organe des Vereins betreffend) erfolgten einstimmig. Gleiches gilt für die Entlastung des Vorstandes. Jörg Enaux dankte den Mitgliedern, dass sie den Vorschlägen zu den Satzungsänderungen zustimmten: „Wir haben nun für die Zukunft einen Rahmen, der das Arbeiten erleichtert.“

DOSB-Präsident als Gastredner

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung gab sich der höchste Sportfunktionär Deutschlands die Ehre: Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), referierte auf seine gewohnt kurzweilige Art zum Thema „Der Wert des Sports für die Gesellschaft“. Dabei wies der langjährige Präsident des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) unter anderem darauf hin, dass in Deutschland insgesamt 8,6 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig sind. Pro Jahr kommen dadurch rund 300 Millionen Stunden an ehrenamtlicher Arbeit zusammen. Dabei sei „der Platzwart genauso wichtig wie der Präsident. Nur durch das Ineinandergreifen der verschiedenen Positionen gelingt Vereinsarbeit“, so Alfons Hörmann. Sport gebe der Gesellschaft Stabilität, er schaffe ein soziales Netz und baue Brücken, meinte der gebürtige Kemptener ferner. Darüber hinaus sei Sport der größte Bildungsträger in der Zivilgesellschaft und Sport wirke positiv auf die physische und die psychische Gesundheit. Nicht zuletzt sei Sport an vielen Stellen ein Wirtschaftsfaktor, betonte der DOSB-Präsident.

Mitgliederversammlung des Mülheimer Sport Förderkreis e.V. am 20. Mai 2016

„Wir freuen uns sehr, dass wir Alfons Hörmann für unsere Mitgliederversammlung gewinnen konnten und damit auch in diesem Jahr unseren Mitgliedern und allen anderen Anwesenden einen Gastredner präsentieren können, der auf seinem Gebiet ein absoluter Experte ist“, hatte sich Wilfried Cleven, neben Ralph Duckscheer stellvertretender Vorsitzender des Förderkreises, im Vorfeld der Veranstaltung geäußert.

Gesamtvorstand des Mülheimer Sport Förderkreises

  • Vorsitzender: Jörg Enaux
  • Stellvertretender Vorsitzender: Wilfried Cleven, Ralph Duckscheer
  • Schatzmeister: Helge Kipping
  • Geschäftsführerin: Martina Ellerwald
  • Schriftführer: David Lohmann
  • Stellvertretender Schriftführer: Prof. Dr. Werner Giesen,
  • Stellvertretender Schatzmeister: Bernd Fronhoffs
  • Beisitzer: Hans-Gerd Bachmann, Ulrich Ernst, Frank Esser, Dietmar Hiersemann, Dr. Lothar Oelert, Dr. Claudia Pauli, Dr. Heinz Riedel, Hans Schafstall, Dr. Franz-Josef Schulte, Frank Werner, Hanns-Peter Windfeder, Prof. Dr. Bernd Witthaus.
  • Ehrenvorsitzender: Dr. Rolf Schaberg

(Stand: 20. Mai 2016)

 

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Stand: 09.06.2016

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