Mühlengeschichte

Ansicht der Vorsterschen Papiermühle in BroichDie geographischen Gegebenheiten für die Anlage von Wassermühlen waren gut in Mülheim. Die Ruhr durchfloss das Stadtgebiet. Außerdem gab eine ganze Reihe von Bächen, unter anderem Bruchbach, Rumbach (Ruhmbach), Forstbach, Rossenbach, Bühlsbach, Speldorfer Bach. So verwundert es nicht, dass der Name Muilenheim schon früh, 1093, in einer Urkunde des Klosters Werden zum ersten Male auftaucht. Bestimmte Mühlen sind für diese Zeit in Mülheim noch nicht bezeugt. Dennoch weist die Deutung des Namens in der Heimatliteratur als "Heim der Mühlen" darauf hin, dass die Menschen im frühen Mittelalter dem Ort als besonderes Charakteristikum die Existenz und den Betrieb von Mühlen zuwiesen. Die Namensbildung vereinigt dabei einen deutschen (Heim) und einen lateinischen Begriff (MOLINA oder auch MULINA).

Walkmühle mit Mühlenteich in Holthausen (um 1910)Bei Ausgrabungen im Schloss Broich wurde eine Handmühle (Läuferstein) gefunden, die vom Ausgräber dem 11. oder 12. Jahrhundert zugewiesen wird. Außer mit der Hand trieben die damaligen Einwohner ihre Mühlen vermutlich auch mit Hilfe von Tieren an. Jedenfalls ist bezeugt, dass es noch im 18. Jahrhundert Rossmühlen im Stadtgebiet gegeben hat.

Von den ersten Mülheimer Wassermühlen berichten schriftliche Quellen aus dem 13. Jahrhundert. Die älteste nachweisbare Mühle auf dem Fronhof Diepenbeck hat bereits vor 1220 bestanden. Das schließt jedoch nicht aus, dass andere Mühlen, die erst später genannt werden, dennoch älter sind. Hier spielt der Zufall der Überlieferung mit.

Für die Zeit des Mittelalters sind 14 Mühlen im gesamten Stadtgebiet nachweisbar, von denen acht noch im 18. und 19. Jahrhundert, drei sogar bis ins 20. Jahrhundert den Betrieb aufrecht hielten. In den dem Mittelalter folgenden Jahrhunderten wurden kaum noch Mühlen errichtet, erst ab dem 18. Jahrhundert kam es zu einer neuen Gründungswelle. Nicht weniger als 16 Mühlen nahmen bis 1811, als unter napoleonischer Herrschaft der Mühlenbann abgeschafft wurde, den Betrieb auf, im 19. Jahrhundert dann weitere 12.

Die Statistiken von 1831/33 weisen insgesamt 17 Mühlen im Stadtgebiet aus, 1849 waren 23 (unter anderem zwei Lohmühlen, zwei Dampfgetreidemühlen, eine Ölmühle, eine Sägemühle), 1858 dann 24 Mühlen (unter anderem eine Lohmühle, drei Dampfgetreidemühlen, eine Knochenmühle). Gegen Ende des 19. Jahrhundert bis 1918 begann ein großes Mühlensterben. In der Folgezeit hielten nur noch wenige Mühlen ihren Betrieb aufrecht. Als letzte gab die Wetzmühle im Jahre 1954 auf.

Die Wetzmühle in Holthausen (im Hintergrund der Bremer Hof)Mühlen waren auch in Mülheim die ältesten gewerblichen Betriebe. Sie wurden im Mittelalter überwiegend landwirtschaftlich, später aber auch gewerblich und industriell genutzt.

Alle Mühlen vor dem 19. Jahrhundert waren Wassermühlen, erst danach entstanden Windmühlen (Kappenwindmühlen) und, im Zuge der sich ausbreitenden Industrialisierung, auch mit Dampfmaschinen angetriebene Mühlen. Wassermühlen sind in Mülheim offenbar nur mit unter- und oberschlächtigen Wasserrädern angetrieben worden. Die technischen Neuerungen seit Ende des 18. Jahrhunderts, die bekannt sind, bestanden in der Einführung der Dampfmaschine und später der Turbine.

Die meisten Mühlen im Stadtgebiet lagen am Rumbach, der durch Holthausen und die heutige Innenstadt bis ins 19. Jahrhundert hinein oberirdisch verlief und häufig für Überschwemmungen sorgte. Mit ihren erhaltenen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und dem Mühlteich bietet die Wetzmühle am Rumbach heute einen recht malerischen Anblick.

Die Geschichte der Mülheimer Mühlen wurde vom Umweltamt der Stadt Mülheim ausgiebig erforscht und in Form einer Broschüre veröffentlicht. Nährere Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie hier.

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Stand: 24.04.2017

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