Ruhrpreis (2018)

Rede von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

zur Verleihung des Ruhrpreises 2018

am Sonntag, 2. Dezember 2018, 11:00 Uhr

Sparkasse

***

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Herbert,

sehr geehrter Herr Köstereli,

sehr geehrte Mitglieder der Gruppe „Ruhrorter“,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie herzlich in der Schalterhalle der Sparkasse zur Verleihung des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft, dem traditionsreichsten und renommiertesten Preis der Stadt Mülheim an der Ruhr.

Einen ganz besonderen Gruß und Dank richte ich an die Vertreter der Sparkasse, die erneut das Preisgeld gestiftet haben und uns auch 2018 diesen festlichen Rahmen ermöglichen.

Herzlich willkommen heiße ich außerdem:

die Mitglieder des Rates der Stadt und der Bezirksvertretungen

die Mitglieder des Kulturausschusses und des Gremiums zur Vorbereitung der Vergabe des Ruhrpreises sowie

den Kulturdezernenten der Stadt Mülheim an der Ruhr

Gäste aus Industrie und Handel, aus Forschung, aus Gewerkschaften, Behörden, Wohlfahrtsverbänden und Religionsgemeinschaften

Vertreter und Vertreterinnen der Presse

sowie die Familien und Freunde unserer beiden neuen Ruhrpreisträger.

Auszeichnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, auszeichnen, das heißt ein Zeichen setzen. Und das wollen wir mit der Verleihung des Ruhrpreises auch tun: ein Zeichen für die große Bedeutung, die wir sowohl der Kunst als auch der Wissenschaft in unserer Stadt beimessen.

Wir heben so anerkennend hervor, dass beide – Künstler und Wissenschaftler - mit ihren Arbeiten die Menschen erreichen wollen – und diese dank der Qualität ihrer Arbeiten auch tun.

Begegnungen mit Künsten und Wissenschaften verändern den Menschen. Weil sie ihn Wahrnehmungen lehren, auch Selbstwahrnehmung. Weil sie das spielerische Durchprobieren von Sichtweisen ermöglichen, Emotion mit Verstand verbinden und helfen, Distanz zur eigenen Geschichte zu gewinnen.

Sehr geehrte Preisträger,

indem Sie die Dinge neu betrachten, nach neuen Blickwinkeln und Ausdrucksformen suchen, lösen Sie Diskussionen aus, regen Sie die Fantasie an, inspirieren, irritieren, verblüffen und verstören Sie.

So schulen Sie die ästhetische und kritische Wahrnehmung Ihres Publikums. Über die Auseinandersetzung mit Ihren Werken bewirken Sie eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Kunst und Wissenschaft geben Impulse, diese Realität zu verändern, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Die dadurch entstehende Bewegung in unseren Köpfen ist der Antrieb für Veränderung.

Deshalb haben die Herren und Damen des Rates der Stadt weitsichtig gehandelt, als sie den „Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft“ stifteten. Sie haben damit für ein Klima in Mülheim an der Ruhr gesorgt, in dem Künste und Wissenschaften gedeihen können - und für Bürger und Bürgerinnen erfahrbar werden.

Die Mülheimer Künstlerinnen, Künstler, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind ein wesentliches Kreativ- und Innovationspotential für die Entwicklung unserer Stadt. Wir brauchen sie, und wir brauchen Auszeichnungen, die unsere Künstlerinnen, Künstler, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen fördern und die deren Leistungen öffentlich anerkennen.

Wir brauchen Kunst und Wissenschaft, weil sie dabei helfen können, Themen vom Rand in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.

Prof. Dr. Ulrich Herbert hat sich diesen Verdienst mit seinen wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung, Darstellung und Interpretation der deutschen Geschichte erworben. Als Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität hat der international renommierte Historiker vor allem zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Migrationsgeschichte im 20. Jahrhundert geforscht.

Von 2001 bis 2007 war er zudem Mitglied des Wissenschaftsrates, dem wichtigsten deutschen wissenschaftspolitischen Beratungsgremium.

Er leitete dort von 2005 bis 2007 die Arbeitsgruppe „Geisteswissenschaften“.

In Anbetracht seiner Leistungen verleiht ihm die Stadt Mülheim an der Ruhr heute den Ruhrpreis für Kultur und Wissenschaft 2018.

Flucht und Migration ist auch das große Thema von Adem Köstereli und der Gruppe Ruhrorter. Im Jahr 2012 gründete Adem Köstereli nach mehrjähriger künstlerischer Arbeit mit Jugendlichen eine der innovativsten und zudem überregional wahrgenommenen Initiativen: das Projekt Ruhrorter.

Theater- und Kunstprojekt will die institutionelle und soziale Ausgrenzung von Geflüchteten ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft rücken. Das gelingt ihm. Und so soll die Zuerkennung des heutigen Förderpreises an Köstereli und die Gruppe Ruhrorter die Anerkennung der bisherigen Leistungen sein – und gleichermaßen auch Ermutigung, weiterhin unkonventionelle Wege zu gehen.

Gerade in finanziell schwieriger Zeit brauchen wir Partner, die der Stadt Mülheim an der Ruhr bei der Auslobung der Preisgelder "unter die Arme greifen".

Mit der Sparkasse Mülheim an der Ruhr haben wir seit vielen Jahren einen solchen Partner gefunden, dem ich noch einmal Dank sagen möchte und von dem ich hoffe, dass er der gemeinsamen Sache treu bleiben wird.

Ich wünsche Ihnen heute noch viel Freude an der Veranstaltung, gute Gespräche sowie eine besinnliche Adventszeit und schon jetzt: frohe Weihnachten.

Kontakt


Stand: 04.12.2018

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler auf dieser Internetseite gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Haben Sie ein anderes Anliegen, um das wir uns kümmern sollen, dann wenden Sie sich bitte an die Bürgeragentur.

Ihre Nachricht

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel