Stadtradeln 2020 - und was bleibt von der Kampagne?

Drei erfolgreiche Wochen Stadtradeln 2020 liegen hinter uns! 648 Mülheimerinnen und Mülheimer sind mitgeradelt sind und haben rund 160.000 Kilometer in 21 Tagen zurückgelegt. Umgerechnet entsprechen die gefahrenen Kilometer 24 Tonnen Treibhausgasen und damit der durchschnittlichen und jährlichen Fahrleistung von 13 Pkw.

Stadtradeln 2020 Auftaktveranstaltung auf dem Campus der HRW - Schernstein

Mit der bundesweiten Kampagne Stadtradeln, an der mittlerweile 1.500 Kommunen im Jahr teilnehmen, sollen Bürgerinnen und Bürger motiviert werden, das Fahrrads auch bei Alltagsfahrten mehr zu nutzen.

Bei einer Einwohnerzahl von derzeit 173.000 in Mülheim an der Ruhr ist die Zahl der Stadtradelnden mit 0,4 Prozent noch sehr gering. Auch abseits der Stadtradeln-Kampagne gibt es schon überzeugte Bürgerinnen und Bürger in der Stadt, die sich auch vom Regen nicht abhalten lassen, die für den Einkauf ihren Wagen stehen lassen und große Transporttaschen auf den Gepäckträger ihres Fahrrades schnallen. Der Gesamtanteil des Radverkehrs ist mit rund 4 Prozent im Stadtgebiet viel zu niedrig. Im bundesdeutschen Vergleich liegt dieser Anteil bei immerhin 11 Prozent.

Viele Gründe sprechen für den Umstieg aufs Rad

CO2-Verteilung Mülheim 2015 Verkehr, Strom, Wärme - GerlingsDie Hälfte aller Wege, die die Mülheimerinnen und Mülheimer täglich zurücklegen, sind unter fünf Kilometer. Eine Distanz, die gut mit Rad erledigt werden kann. Die Vorteile des Radfahrens sind mittlerweile bekannt: In der Stadt ist das Fahrrad unerreicht schnell. Nie steht man im Stau und man darf an der Ampel an der endlosen Warteschlange der Autos vorbeifahren. Vor allem bringt es einen direkt von Tür zu Tür, die stressige Parkplatzsuche entfällt. Viele Einbahnstraßen sind für Radfahrende in beide Richtungen befahrbar.

Radfahren bringt nicht nur einen enormen persönlichen Zugewinn an Fitness und Wohlbefinden, sondern lässt sich darüber hinaus auch hervorragend in den Alltag integrieren. Die Weltgesundheitsorganisation rät zu täglich 30 Minuten moderater körperlicher Aktivität, um dem Bewegungsmangel und den daraus resultierenden Krankheiten entgegenzuwirken.

Radfahren ist eine Mobilität ohne schädigende Treibhausgase. Es spart Platz und ist geräuscharm. Menschen, die beruflich pendeln und je 5 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit hin und zurück fahren, reduzieren bei einem Verzicht auf das Auto jährlich rund 300 Kilogramm Treibhausgasemissionen. Der Radverkehr ist somit gemeinsam mit dem Fußverkehr die klimaschonendste Fortbewegungsart.

Würden 15 Prozent der Mülheimerinnen und Mülheimer den Weg zur Arbeit mit dem Rad zurücklegen, wären rund 7.800 Tonnen Treibhausgase jährlich eingespart.

Auf einen einzelnen Autoparkplatz passen acht Fahrräder

Neben den Problemen, die durch den fließenden Autoverkehr verursacht werden, stellt auch der ruhende Verkehr in Mülheim ein Problem dar. Die parkenden Autos dominieren das Straßenbild. In vielen Bereichen wird um jeden Parkplatz gerungen. Der Flächenverbrauch von Fahrrädern ist in dieser Hinsicht um ein Vielfaches geringer, was dazu beiträgt, die Umwelt zu schonen und damit auch die Lebensqualität der Menschen zu steigern. Auf jedem einzelnen Autoparkplatz kann man gut acht Fahrräder abstellen. Auch im rollenden Verkehr benötigt das Rad weniger als ein Drittel im Vergleich zum Auto.

Um auf den Raum, der von den 100.000 in Mülheim zugelassenen, parkenden Autos eingenommen wird, aufmerksam zu machen, wurden am 18. September 2020 drei Parkplätze in anlässlich des internationalen Park(ing) Days in Grünflächen umgewandelt. - Anne Gerlings

Um auf den Raum, der von den 100.000 in Mülheim zugelassenen, parkenden Autos eingenommen wird, aufmerksam zu machen, wurden am 18. September 2020 drei Parkplätze anlässlich des internationalen Park(ing) Days in Grünflächen umgewandelt. Der Weg zu einer Stadt, wo der Verkehrsraum dem Radverkehr und Fußverkehr gleichberechtigt zur Verfügung steht, ist auch für Mülheim lang und wir befinden uns gerade auf den ersten Metern.

Es hat sich in den letzten Jahren auf Mülheimer Straßen im Bereich Radverkehr einiges getan: Rund 50 kleinere und größere Projekte wurden und werden hier realisiert. Um den Radverkehrsanteil weiter stetig zu steigern und die Potenziale des Radverkehrs voll zu nutzen, ist es notwendig, die Rahmenbedingungen für die Fahrradnutzung zu optimieren. Dafür benötigt Mülheim ein durchgängiges und sicheres Radnetz, ausreichende moderne Fahrradabstellanlagen, optimale Service-Angebote für Radfahrende und nicht zuletzt eine nachhaltige Mobilitätserziehung ab dem Kindergartenalter.

Wenn durch die Kampagne Stadtradeln, neben anderen Kampagnen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ oder „Kidical Mass“, immer wieder auf diese Notwendigkeiten aufmerksam gemacht wird, können 648 Radelnde weit mehr bewirken als die Einsparung von 24 Tonnen CO2.

Kontakt


Stand: 02.10.2020

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler auf dieser Internetseite gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Haben Sie ein anderes Anliegen, um das wir uns kümmern sollen, dann wenden Sie sich bitte an die Bürgeragentur.

Ihre Nachricht

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel