Der Stolperstein in der Falkstraße

Eleonore Kaiser (Falkstraße 17)

Eleonore Kaiser wurde am 30. Juni 1882 in Werl/Westfalen als Eleonore Mond geboren. Dort verbrachte sie auch ihre Schulzeit. Anlässlich einer Feierstunde am 18. Januar 1901 – man feierte 200 Jahre Preußen und 30 Jahre Deutschland – durfte sie das Gedicht vortragen: "Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand Dir, Land voll Lieb und Leben, mein deutsches Vaterland." Die letzte Strophe lautete: "Lass Kraft mich erwerben in Herz und in Hand, zu leben und zu sterben fürs heil'ge Vaterland."

Zu dem Zeitpunkt begann bereits eine Beziehung zu dem Lehrer und angehenden Rabbiner Otto Kaiser, der 1902 von Werl nach Mülheim wechselte. Die Verlobung fand am 7. Januar 1906 in Werl statt, ebenso die Hochzeit während der Sommerferien im August desselben Jahres. Das Ehepaar wohnte dann ununterbrochen auf der Falkstraße 17.

Dort wurden auch die vier Kinder geboren: Ilse (1907), Hanna (1908), Ludwig (1913) und 1923 als Spätgeborener noch ein Sohn. Im Dezember 1925 starb Otto Kaiser. Eleonore musste die Kinder fortan als alleinerziehende Mutter versorgen. Für die drei noch nicht berufstätigen Kinder erhielt die Mutter Waisengeld. Hilfe boten auch ihre Eltern an, die in der Zwischenzeit von Werl nach Mülheim umgezogen waren.

Die vier Kinder konnten noch rechtzeitig dem Terror in Deutschland entfliehen. Eleonore Kaiser selbst wurde am 21. Juli 1942 mit einem größeren Transport nach Theresienstadt deportiert und von dort am 9. Oktober 1944 weiter nach Auschwitz, wo sie ermordet wurde. Da ihr genaues Todesdatum in den Lagerbüchern von Auschwitz nicht registrierte wurde, ist sie später für tot erklärt worden.

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Stand: 26.07.2017

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