Die Stolpersteine in der Rheinischen Straße

Stolperstein für Hermann und Hildegard Haber in der Rheinischen Straße 12Hermann und Hildegard Haber
(Rheinische Straße 12)

Hermann Isaak Haber wurde am 26. Novemer 1885 als Sohn des aus Russland stammenden Josef Haber und seiner Frau Fanny, geb. Thalmann, in Mülheim an der Ruhr geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts überliefert, es ist aber davon auszugehen, dass er in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist. Der Beruf des Vaters Joseph Haber wird mit "Schlächter" angegeben, in anderen Quellen auch mit "Hausi[e]rer".

Schon früh muss sich seine künstlerische Begabung gezeigt haben. 1904, d.h. im Alter von 19 Jahren, veröffentlichte er seine erste Zeichnung und war auch als Student an der Düsseldorfer Kunstakademie eingeschrieben. Er selbst bezeichnete sich als Kunstmaler. Seinen Unterhalt verdiente er mit dem Zeichnen von Karikaturen für die Mülheimer Zeitung, Portraits und dem Kopieren von "Bismarck-Köpfen", frei nach den Vorgaben von Lenbach. Diese "Haber-Ausgaben" waren preiswerter als die Lenbach-Originale und zierten so manchen Haushalt in Mülheim und über die Stadtgrenzen hinaus.

Haber war Mülheimer durch und durch und verstand es auf hervorragende Weise, das lokale Tagesgeschehen und die handelnden Personen in Karikaturen wiederzugeben. Er war in den 1920er Jahren eine stadtbekannte Persönlichkeit, die das Leben von der heiteren Seite zu nehmen verstand. Zumeist traf man den kleinen Mann mit einem Zigarrenstummel im Mundwinkel.

Seit 1911 lebte und arbeitete Hermann Haber in der Delle 19. In diesem Haus wohnten auch seine Eltern, sein Bruder (ab 1918) sowie seine Halbschwester Sybille, die dort später eine Kunsthandlung eröffnete. Ende 1928 zog die gesamte Familie - Vater Joseph war mittlerweile verstorben - in die Friedrichstraße 10. Im August des Jahres 1932 zog Hermann Haber dann in die Wohnung seiner Freundin, Hildegard Meyer, in die Charlottenstraße 11 (heute Rheinische Straße, gegenüber dem Haus Nr. 12). Hildegard Meyer, geboren am 30. Juni 1901, war die Tochter von Julius Meyer und seiner Frau Julia.

1933 emigrierte das Paar nach Holland und wohnte in Amsterdam. Dort heirateten sie 1937. Vermutlich im Jahr 1941 wurden sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Am 27. Mai 1942 erklärte man sie für tot.

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Stand: 21.11.2016

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