Die Stolpersteine am Theodor-Heuss-Platz

Stolpersteine für die Familie Jaegers vor der Stadthalle (ehemalige Vorsterstraße 5)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Familie Jaegers (Theodor-Heuss-Platz / Stadthalle), [früher Vorsterstraße 5]

Wilhelm Jaegers wurde am 16. Februar 1894 als Sohn des Schuhmachers Conrad Jaegers und seiner Frau Esther geborene Novitrust in Mülheim-Saarn geboren. Sein Elternhaus stand in der Düsseldorfer Straße 100. Am 16. April 1920 heiratete er die aus Hörstgen im Kreis Moers stammende ein Jahr jüngere Regina Böninger.

Mit seiner Frau blieb er zunächst in Saarn wohnen, zog allerdings vom  Elternhaus um in die nicht weit enfernte Düsseldorfer Straße 58. Dort kamen auch die ersten drei Kinder zur Welt: Erich (10. Oktober 1920), Kurt (19. September 1923) sowie Günther (5. August 1926). Ab März 1934 wohnte die Familie dann in der Vorsterstraße 5 (heute: Theodor-Heuss-Platz), wo am 10. Februar 1937 der jünste Sohn Rolf das Licht der Welt erblickte. Dies war der letzte freigewählte Wohnsitz der Familie Jaegers.

Nach dem Abschluss der Volksschule hatte Wilhelm Jaegers den Beruf des Gerbers erlernt, den übrigens auch sein Schwiegervater ausübte. Als Geselle arbeitete er anschließend bei verschiedenen Lederfabriken, zuletzt von 1932 bis 1938 bei der Mülheimer Traditionsfirma Coupienne. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung wurde Wilhelm Jaegers Anfang 1938 entlassen und fand danach nur noch kurzfristig Arbeit - als Bauarbeiter im Tiefbau. Im Gegensatz zu anderen Branchen war hier die Beschäftigung von jüdischen Arbeitern noch erlaubt.

Im November 1938 wurde Wilhelm Jaegers von der Gestapo festgenommen und bis zum 28. Dezember im Konzentrationslager Dachau in Schutzhaft gehalten. Nach der Entlassung kehrte er zu seinen Angehörigen in die Vorsterstraße 5 zurück. Im September 1941 wiesen die Behörden dann die Jaegers noch für einige Wochen in die Eppinghofer Straße 133 ein. Dort wohnten sie bis zur Deportation nach Riga am 10. Dezember 1941.

Sohn Erich kam in das Lager Suschenhof (bei Riga), wurde dort mit falschen Anschuldigungen denunziert und daraufhin von der SS ermordet. Über das genaue Schicksal seiner Brüder Rolf und Günther sind keine Details bekannt. Genau wie die Eltern Wilhelm und Regina Jaegers werden jedoch auch sie in Riga den Tod gefunden haben. Am 28. Januar 1955 erklärte das Amtsgericht in Mülheim an der Ruhr mit Wirkung vom 31. Mai 1945 diese fünf Mitglieder der Familie Jaegers offiziell für tot.

Einzig Sohn Kurt überlebte den Holocaust. Nach einer Ausbildung zum Tischler zog er im September 1939 von Mülheim nach Köln und wanderte von dort nach Palästina aus. Nach dem Krieg kehrte er 1956 noch einmal nach Mülheim zurück, um schließlich von dort aus nach Australien auszuwandern.

Längengrad*
Breitengrad*
ODER Adresse (nur Straße und Hausnummer)Stadthalle
Markertext*

Kontakt


Stand: 01.02.2017

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel