Kurzrundgang "Stolpersteine"

 


Viktoriastraße 26

Karl Pless kam 1902 nach Mülheim an der Ruhr, um eine Anstellung als Geschäftsführer des Kaufhauses Alsberg anzutreten. Hier lernte er die 10 Jahre jüngere Martha Rosenberg kennen. Aus der Ehe mit ihr gingen vier Kinder hervor. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus emigrierten diese nach Frankreich, Südafrika und Palästina. Auch die Eltern überlegten, Deutschland zu verlassen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs war diese Chance jedoch vertan. Sie wurden 1942 vermutlich erst nach Theresienstadt, dann nach Riga deportiert und nach Kriegsende für tot erklärt.

 


Bahnstraße 44

Der Bankdirektor Martin Meyer und und seine Frau Hedwig wohnten mit ihrer Tochter Ursula zunächst im Haagerfeld 6, später in der Bahnstraße 25. Bei dieser Adresse handelt es sich um das ehemalige Bankhaus Hanau, das zu diesem Zeitpunkt Sitz der Berliner Disconto-Bankgesellschaft war. Von ihrem letzten Wohnsitz, der Bahnstraße 44, flüchteten die Meyers im November 1939 vor dem Nationalsozialismus nach Luxemburg. Von dort wurde die jüdische Familie im Jahr 1942 über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

 


Hans-Böckler-Platz (Ost-Ausgang Forum)

Mehrere Generationen der jüdischen Familie Meyer wohnten in der Köhle 16, dem heutigen Hans-Böckler-Platz 3. Der Kohlenhändler Abraham Meyer und seine Frau Karoline wurden von hier aus im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Mit 318 Deportierten ging der Transport im September weiter nach Treblinka, wo sie 1942 ermordet wurden. Ihr Sohn Josef, Metzger von Beruf, erlitt zusammen mit seiner Frau Frieda und seiner zweijährigen Tochter Judith das gleiche Schicksal. Nach der Deportation nach Izbica im April 1942 verliert sich ihre Spur und sie wurden für tot erklärt.

 


Leineweberstraße 47

Die Schwestern Sophie und Jenny Marx wohnten seit 1914 in der Leineweberstraße, wo sie ein Geschäft für Damen- und Herrenmoden betrieben. Anfang 1942 wurden Sophie und Jenny Marx gezwungen, ihre Wohnung zu räumen und in das "Judenhaus" in der Eppinghofer Straße 133 umzuziehen. Zwei Monate später wurden sie zusammen mit 14 weiteren Juden aus Mülheim über Düsseldorf ins Konzentrationslager Izbica deportiert. Jenny und Sophie Marx wurden weiter nach Auschwitz verbracht, wo sich ihre Spur verliert. Am 8. Mai 1945 wurden die beiden Schwestern für tot erklärt.

 


Karte zum Kurzrundgang Stolpersteine in der Mülheimer Innenstadt (Empfehlung des Arbeitskreises Stolpersteine)

 

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Stand: 12.09.2017

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