Talentförderung Skateboard und Parkour

Talentförderung Skateboard und Parkour

Seit vielen Jahren arbeitet die Stadt Mülheim an der Ruhr im Jugendprogramm TrendSport an der Verbesserung der Sport- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Der Fokus liegt dabei auf urbane Sportarten der Jugendkultur wie beispielsweise Parkour, Skateboarden oder BMX. Durch den Bau von Sportorten und die Organisation von Kursen und Events werden die jeweiligen Sportarten und ihre Jugendszenen gefördert.

Das Bild zeigt einen Traceur bei der RuhrJam 2017. - TrendSport

Viele junge Sportarten, auf die das Jugendprogramm TrendSport den Fokus legt, haben sich in den letzten Jahrzehnten etabliert und sind aus der Sportlandschaft und Jugendkultur nicht mehr wegzudenken. Weltweitagierende Unternehmen setzen als Sponsorinnen und Sponsoren auf Sportarten wie Parkour und auch der organisierte Sport hat mittlerweile die Reichweite und Bedeutsamkeit dieser Sportarten für sich erkannt. Einige Sportarten wie beispielsweise Skateboard- und BMX-Fahren wurden aufgrund ihrer enormen Popularität und Beliebtheit kürzlich durch das Internationale Olympische Komitee zu olympischen Sportarten ernannt. Die deutsche Sporthilfe unterstützt neuerdings im Projekt „Our House“ herausragende Sportlerinnen und Sportler aus den Sportarten Parkour, Wakeboarden und BMX mit einer finanziellen Förderung.

Auch in Mülheim taucht die Frage nach der Förderung talentierter Nachwuchssportlerinnen und -sportler im Bereich der (Trend-)Sportarten immer wieder auf. Dabei werden auch die bestehenden Schwierigkeiten deutlich. So gibt es in Mülheim beispielsweise nur eine Skateanlage, die eine hohe Qualität aufweist. Für die Wintermonate gibt es keine witterungsunabhängige Trainingsmöglichkeit für BMX-, Skateboard- und Scooterfahrende.

Das Bild zeigt einen Teilnehmer beim Skateboardkurs 2016 - TrendSport

Um zukünftig talentierte junge Sportlerinnen und Sportler zu unterstützen wurde das nachfolgende Konzept entwickelt:

Für die Sportarten Skateboarden und Parkour werden regelmäßige Trainingseinheiten für eine kleine Gruppe von talentierten Nachwuchssportlern und -sportlerinnen organisiert. Ein erfahrener Trainer ist für die Durchführung der Trainingseinheiten zuständig. Das Skateboardtraining findet von April bis Oktober jeden zweiten Samstag, von 12 bis 15 Uhr, im Skatepark Südstraße statt. Das Parkourtraining findet wöchentlich für zwei Stunden statt. Wenn die Parkour-Anlage in Styrum fertig ist, wird das Training dort durchgeführt. Bis dahin werden die Turnhalle Oberstraße sowie verschiedene Trainingsspots draußen genutzt.

Die Sportarten Skateboarden und Parkour wurden für die Leistungssportförderung ausgewählt, weil sie schon seit vielen Jahren durch das Jugendprogramm TrendSport unterstützt werden. Viele Mülheimer Kinder und Jugendliche betreiben die beiden Sportarten sehr intensiv. So gibt es beispielsweise im Parkourbereich vier Mülheimer Sportvereine, die mittlerweile Trainingsangebote für Parkour anbieten. Die jährlich stattfindende Parkour-Veranstaltung „RuhrJam“ ist in der nationalen und internationalen Parkour-Community etabliert und zieht jährlich Traceure (Parkoursportlerinnen und -sportler) aus ganz Deutschland und darüber hinaus nach Mülheim. Die Trainer der beiden Sportarten haben sich in den letzten Jahren als sehr gut erwiesen und bringen neben ihrer sportlichen Erfahrung auch sehr viele pädagogische und didaktische Kenntnisse mit.

Zielsetzung

Bei beiden Sportarten ist der ursprüngliche Wettkampfgedanke nicht so stark ausgeprägt wie bei den klassischen Sportarten. Insbesondere viele Traceure lehnen den Wettkampf mit anderen Sportlerinnen und Sportlern in Gänze ab. Dennoch kann sich die Parkourszene nicht frei vom Wettkampfgedanken sprechen. In den sozialen Medien werden Videos und Fotos von den eigenen sportlichen Leistungen mit dem Ziel einer möglichst hohen Reichweite veröffentlicht. Dabei überschreiten manche Athletinnen und Athleten ihre persönlichen Leistungsgrenzen und gehen ein zu hohes Risiko ein. Als Vorbildfunktion können die Trainer einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Leistungsvermögen und dem bestehenden Risiko vermitteln.

Auch bei den meisten Skateboardfahrenden spielt der Wettkampfgedanke eine untergeordnete Rolle. Es gibt allerdings seit Beginn an auch Wettkampfformate an denen viele professionelle Skateboarderinnen und Skateboarder teilnehmen. Dies wird sich mit der Aufnahme zu den Olympischen Sportarten noch verstärken. In Mülheim findet jedes Jahr ein lokaler Skate-Contest statt, an dem sowohl Skateboarderinnen und Skateboarder aus Mülheim als auch aus anderen umliegenden Städten teilnehmen. Mit dem COS-Cup von Titus und der offiziellen deutschen Skateboardmeisterschaft vom Deutschen Rollsport und Inline-Verband e. V. finden zwei große nationale Wettkämpfe im Skateboarden statt. Seitdem die neue Skateanlage an der Südstraße fertig ist, haben viele jüngere Kinder mit dem Skateboardfahren angefangen. Einige Talente sind dabei. Diese Talente sollen gefördert werden.      

Es können maximal sechs Sportlerinnen und Sportler am Skateboardtraining und maximal zehn am Parkour-Training teilnehmen. Die Teilnehmenden können zwischen 10 und 15 Jahren alt sein. Die Auswahl der Nachwuchssportlerinnen und -sportler erfolgt im Vorfeld durch die Trainer. Durch das regelmäßige Trainingsangebot sollen die Nachwuchssportlerinnen und -sportler die Möglichkeit bekommen, sich gezielt in ihrer Sportart zu verbessern. Darüber hinaus vermitteln die Trainer die jeweilige Philosophie hinter der Sportart. Bei beiden Sportarten kommt es beispielsweise sehr stark darauf an, die eigene Leistungsfähigkeit einschätzen zu können und kreativ/spielerisch mit den Gegebenheiten umzugehen. Die Trainer nehmen eine gewisse Vorbildfunktion ein und vermitteln auch soziale Kompetenzen. Neben den regelmäßigen Trainingsangeboten wird die Trainingsgruppe durch die Organisation und Finanzierung von Trainingsausflügen unterstützt.

Kontakt


Stand: 15.01.2021

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