ZEITZEICHEN 10. Mai 1214: Gründung des Klosters Mariensaal in Saarn

Eine Schenkungsurkunde des Klosters Saarn von 1221 (älteste Urkunde im Stadtarchiv)Am 10. Mai des Jahres 1214 wurde im heutigen Mülheimer Stadtteil Saarn das Zisterzienserinnenkloster Mariensaal gegründet. Das behauptet zumindest die Abschrift einer heute verlorenen Urkunde aus dem frühen 13. Jahrhundert. Allerdings ist diese Abschrift erst im 17. Jahrhundert entstanden. Und obwohl es von der ursprünglichen Urkunde noch eine weitere Abschrift aus dem frühen 16. Jahrhundert gibt, taucht das vermeintliche Gründungsdatum nur in der späteren Abschrift auf. So ist eine gewisse Zurückhaltung bei der Benennung des konkreten Datums für den Historiker durchaus angebracht. Die Anfänge des Kloster können trotzdem auf das Jahr 1214 datiert werden, ist doch immerhin für dieses Jahr bereits eine Tochtergründung des Saarner Klosters in Kaarst bei Neuss belegt.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts führten Veränderungen des religiösen Lebens zu zahlreichen Klosterneugründungen, von denen insbesondere die Zisterzienser profitierten. In besonderem Maße kam es in dieser Zeit auch zur Gründung von Frauenkonventen, die häufig zunächst noch kritisch betrachtet wurden und die erst – wie im Falle des Saarner Klosters – durch päpstliches Privileg Mitglied des Zisterzienserordens werden konnten. 1214 hat vermutlich eine lokale Adelsfamilie, die nicht näher bekannt ist, den entscheidenden Impuls zur Gründung des Klosters in Saarn gegeben, um sich des Gebets der Ordensfrauen für das Seelenheil der Stifterfamilie zu sichern. Im Laufe seiner Geschichte erlebte das Kloster bis zu seiner Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer wieder Zeiten der Blüte, aber auch des Niedergangs, der Veränderungen und des Neubeginns. Anfänglich scheint die wirtschaftliche Grundlage der jungen Abtei jedoch eher schwierig gewesen zu sein. Die Situation besserte sich erst, als ihr im Jahr 1221 ein „Buchel“ genanntes Waldstück geschenkt wurde. Diese erste, durch eine zeitgenössische Urkunde des Kölner Erzbischofs Engelbert tatsächlich belegte Schenkung steht nicht nur am Beginn des wirtschaftlichen Aufstiegs des Klosters. Die Urkunde ist zugleich das älteste Dokument Mülheimer Stadtgeschichte, das heute im Stadtarchiv aufbewahrt wird. 

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Stand: 25.04.2016

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