Archiv-Beitrag vom 27.07.2005Geschichte der Mülheimer Rennbahn

Rennbahn Raffelberg

Rennbahn Raffelberg / Mülheimer Rennverein
Akazienallee 80 - 82
45478 Mülheim an der Ruhr
Tel.: 02 08 / 5 70 01
Fax: 02 08 / 5 70 05
E-mail: info@muelheim-galopp.de
www.muelheim-galopp.de




Die Mülheimer Galopprennbahn war während des Krieges durch Luftangriffe und Plünderungen stark in Mitleidenschaft gezogen, deshalb wurde 1945 sofort mit der Renovierung begonnen.

Im Oktober 1946 wählte der Mülheim-Duisburger Rennverein Raffelberg mit Oberstadtdirektor Josef Poell (Präsident), den Oberhausener Oberstadtdirektor Georg Kaeßler sowie die Fabrikanten C. A. Schaumann, Wilhelm Tholl (alle Stellvertreter) seinen ersten Vorstand der Nachkriegszeit. Noch im gleichen Monat fand endlich wieder ein Renntag statt.

Am 2. September 1947 wurde der Verein in Mülheim-Duisburger Rennverein Raffelberg (Mülheim, Duisburg, Oberhausen) unbenannt. Dann gelang Karl-Heinz Busch ein Deal, denn nach schwierigen Verhandlungen holte er das älteste klassische Galopprennen, den dreijährigen Stuten vorbehaltenen Preis der Diana, nach Mülheim.

Rennbahn RaffelbergDas Jahr 1949 gehörte wieder Busch, der Mülheim an die Spitze des deutschen Galoppsports bringen wollte. Neben dem Silbernen Band der Ruhr, dem Deutschen Stutenpreis, dem Westdeutschen Hürdenrennen und dem Preis der Stadt Mülheim sowie den schon seit 1931 traditionell am Raffelberg ausgetragenen Winterrennen, zog er mit der Goldenen Peitsche eine Volksveranstaltung "aus dem Ärmel".
Das Orakel der Zwei- und Dreijährigen kamen 1950 hinzu. Im Dezember 1953 wurde Oberstadtdirektor Bernhard Witthaus zum Präsidenten gewählt und Erich Seeger zum ehrenamtlichen Geschäftsführer. Die folgenden Jahre wurde kräftig gespart, bis Anfang 1958 die wirtschaftliche Talsohle durchschritten war. Auf der Jahreshauptver-sammlung wurde vom stellvertretenen Präsidenten Dr. Alwin Stocks der Antrag gestellt, den Namen in Mülheimer Rennverein Raffelberg zu ändern - dem wurde entsprochen.

Im Preis der Winterkönigin sollte ab 1959 die beste zweijährige deutsche Stute ermittelt werde. Diese Prüfung entwickelte sich zu einer der sportlich wertvollsten Prüfungen, die auf deutschen Bahnen für die Vertreterinnen des jüngsten Jahrgangs ausgeschrieben wurden. Als erste Siegerin ging Ankerkette, mit Hein Bollow im Sattel, in die Geschichte dieses Rennens ein.

Im März 1960 kündigte das Präsidium auf der Jahreshauptversammlung die Renovierung der Bahn an. Dieses war auch nötig, denn wolkenbruchartiger Regen und die Verstopfung des Abwässerkanals sorgte im September für eine Überflutung des Bahngeländes. Dieses wiederholte sich im Frühjahr 1961, so dass der Preis der Diana, nach Krefeld verlegt wurde. Für den im April 1961 gewählten Vorstand hatte Sparsamkeit weiterhin Priorität. Deshalb fand 1962 aus Kostengründen der Deutsche Stutenpreis letztmalig in Mülheim statt. Als 1963 die Stute Allerbeste als einziges Pferd im Orakel der Zweijährigen startete, wurde entschieden, diese Prüfung aus dem Programm zu nehmen.

1966 übernahm Oberstadtdirektor Heinz Heiderhoff den Vorsitz im Mülheimer Rennverein. Der englische Meisterjockey Lester Pigott war 1967 die Attraktion am Raffelberg und gewann auch mit Ondit im Preis der Diana.
Die Einführung des Rennbahnfernsehens und die Anschaffung einer neuen Startmaschine waren 1968 spürbare Verbesserungen im sportlichen Bereich.

1970 wurden die Rennpreise für den Preis der Diana von 53.000 DM (26.500 EUR) auf 60.000 DM (30.000 EUR) angehoben. Den verstorbenen Vorstandsmitgliedern Dr. Wilhelm Heller und Carl-Friedrich von Bock und Pollach würdigte der Rennverein für ihre Verdienste mit der Neuschaffung von zwei Erinnerungsrennen. Erstmals trat die Stadtsparkasse Mülheim als Sponsor in einer nach ihr benannten Prüfung in Erscheinung.

Die ausgesetzten Rennpreise überschritten 1972 erstmals die Millionenhöhe. Aus Altersgründen schied Rennbahnverwalter Wilhelm Razat aus und fand in Friedel Schmitz einen würdigen Nachfolger.

1993 schraubte Shirlon mit seinem Erfolg im Preis von Osterfeld die Siegquote auf die Mülheimer Bestmarke von 1.391:10. Da die Rennbahn auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln günstig zu erreichen ist, war eine Veranstaltung trotz des wegen der Energie-Krise ausgesprochenen Fahrverbots gut besucht. Jockey Harro Remmert holte sich mit Loisach den Sieg im erstmals mit 100.000 DM (50.000 EUR) dotierten Preis der Diana.

Der seit Jahren Frauen und Kindern zu allen Veranstaltungen gewährte freie Eintritt ermöglichte vielen Familien den Besuch der Rennbahn und war wohl die beste Werbung für den Pferdesport. Aber auch Sensationsquoten weckten die Neugier. Die Stute Rhodope wurde im Preis von Holten zweite und die Platzquote betrug 774:10. Da in der Zweierwette Stabea - Rhodope nur einmal getroffen wurde, schraubte sich in dieser Wettart die Quote auf die bis heute in Mülheim nicht mehr erreichte Höhe von 76.296:10. Paul Märzhäuser rückte als Stellvertreter in den Vorstand auf.

Der Kostenaufwand für die im Verlauf von zwei Jahren durchgeführten Renovierungsarbeiten des Bahngeländes betrug 306.775 Euro. Vor 20.000 Besuchern schaffte Jockey Peter Alafi endlich seinen ersten Sieg im Preis der Diana. Am 5. November 1978 durchbrach der Mülheimer Rennverein eine Schallmauer: Mit einer Höhe von 569.801,60 Euro erzielte er erstmals in der Vereinsgeschichte einen siebenstelligen Wettumsatz.

Am 14. September 1979 leitete Oberbürgermeister Dieter aus dem Siepen mit dem ersten Spatenstich die umfangreichen, finanziell von Land und Kommune geförderten und sich bis in den Sommer 1980 erstreckenden Umbauarbeiten auf dem Rennbahngelände ein. Die alten Totogebäude wurden abgerissen und durch neue ersetzt, neben dem Führring wurde eine Reithalle errichtet. Für Heinz Heiderhoff, der für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stand, übernahm Oberstadtdirektor Heinz Hager die Aufgaben des Präsidenten. Im August 1980 konnte grünes Licht für den Einsatz des Elektronentotos gegeben werden. 142 Terminals gewährleisten, selbst bei Großveranstaltungen, einen reibungslosen Ablauf des Wettbetriebs.

Am 1. März 1982 entwurzelte ein Orkan mehrere alte Bäume, beschädigte das Waagegebäude schwer und erneut waren Renovierungsarbeiten nötig.

Am 3. Juni 1983 entschied der Bahnrichter erstmals im Preis der Diana auf "totes Rennen".

Das Rennjahr 1984 wurde vom Tod des Präsidiumsmitglieds Dr. Alwin Stocks überschattet.

Im April 1989 brannte der Haupttrakt des Stalles von Michael Trybuhl bis auf die Grundmauern nieder. Der Mülheimer Rennverein steuert verantwortungsbewusst auf Sparkurs. Statt eines aufwendigen Tribünen-Umbaus in zweistelliger Millionenhöhe schuf er eine mit Gastronomie ausgestattete Allwetterhalle. Hier können die Besucher seit Herbst 1995, bei schlechtem Wetter, das Geschehen auf der Bahn dann über reichlich vorhandene Bildschirme verfolgen.

Im Sommer 2003 übernahm Frau Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld das Amt als Präsidentin des Mülheimer Rennverein Raffelberg e.V. und führte den Verein bis Ende November 2006. Sie folgte damit einer großen Tradition. Während ihrer Amtszeit erfolgte im Jahr 2004 der Verkauf des "Preis der Diana" und der "Winterkönigin" - der Verein ging damit weiter auf Konsilidierungskurs. Der Standort wurde unter der Führung von Frau Mühlenfeld kontinuierlich weiter attraktiviert und ausgebaut. Die Besucherzahlen von durchschnittlich 5.000 Menschen auf der Rennbahn sind nur ein Beleg dafür.

Auch zu den "Haus- und Garten-Tagen", die erstmals im Sommer 2006 auf der Galopprennbahn am Raffelberg durchgeführt wurden, kamen an einem Veranstaltungswochenende mehrere tausend Menschen. Die Galopprennbahn wird von den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, aber auch von zahlreichen auswärtigen Gästen gut angenommen.

            Zielgerade auf der Galopprennbahn am Raffelberg Zieleinlauf der Rennpferde beim Renntag auf der Galopprennbahn am Raffelberg                     

Der Galopprennsport hat in der Pferdestadt Mülheim an der Ruhr einen hohen Stellenwert. Der familienfreundliche Charakter der Rennbahn steht dabei im Vordergrund. Der traditionell freie Eintritt für Damen und Kinder macht es möglich, einen preiswerten, aber dennoch kurzweiligen Nachmittag mit der ganzen Familie auf der Rennbahn zu verbringen.

Seit November 2006 führt Hans-Martin Schlebusch den Verein.

Neu auf der Rennbahn seit 2008: Auf einer Großbildleinwand können die Gäste und Turf-Fans die Rennen verfolgen...


Stand: 16.04.2008

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