Archiv-Beitrag vom 08.11.201140 Jahre "Mülheim an der Ruhr" bei Lufthansa

Boeing 747- 400 als fliegender Botschafter in aller Welt unterwegs

Taufurkunde der Boeing 737 auf den Namen Mülheim an der RuhrVor 40 Jahren ging Mülheim an der Ruhr in die Luft: Am 10. November 1971 wurde auf dem Düsseldorfer Flughafen eine Lufthansa-Maschine auf den Namen der Stadt Mülheim an der Ruhr getauft. Taufpatin der Boeing 737 war Friederike Hager, die Gattin des damaligen Oberbürgermeisters der Stadt, Heinz Hager. Das Foto links zeigt die Taufurkunde. Alte Zeitungsausschnitte zu dem Ereignis finden Sie unterhalb des Beitrages in der Datei zum Kontext.

Aktuell ist eine Boeing 747-400 („Jumbo-Jet“) mit dem Schriftzug und dem Wappen der Stadt Mülheim an der Ruhr unterwegs. Sie ist bereits das dritte Lufthansa-Flugzeug, das als fliegender Botschafter den Namen Mülheim an der Ruhr trägt. Von den Crew-Mitgliedern wird die Maschine auch kurz „Victor-Oscar“ genannt, nach den letzten beiden Buchstaben der Registrierung (D-ABVO) nach dem internationalen Fliegeralphabet buchstabiert.

Die „Mülheim an der Ruhr“ ist eines von insgesamt 30 Flugzeugen des Typs Boeing 747-400 in der Flotte der Lufthansa. Ihren Spitznamen „Jumbo“ verdankt sie ihren gewaltigen Ausmaßen: Zwei Etagen, fast 71 Meter lang und über 64 Meter Spannweite. Die Boeing bietet Platz für insgesamt 352 Fluggäste und fliegt mit einer Reisegeschwindigkeit von 907 km/h bis zu 12.500 Kilometer weit. Dabei kann die Maschine mit einem Gewicht von bis zu 395 Tonnen starten.

Die aktuelle Lufthansa-Maschine „Mülheim an der Ruhr“ war bislang über 81.000 Flugstunden auf 9.820 Flügen unterwegs. In den Tagen rund um das vierzigjährige Patenschaftsjubiläum fliegt die „Mülheim an der Ruhr“ von ihrem Heimatflughafen Frankfurt aus nach Hongkong, Osaka und Delhi. Am 10. November 2011 kommt die Maschine planmäßig frühmorgens von San Francisco nach Frankfurt und fliegt später von dort aus weiter nach Teheran.

40jährigen Jubiläum Mülheim an der Ruhr bei Lufthansa

(Fotos: Deutsche Lufthansa AG)

Die Tradition, Flugzeuge der Lufthansa mit den Namen deutscher Bundesländer und Städte zu versehen, geht auf den September 1960 zurück. Damals gab es in Frankfurt die erste Flugzeugtaufe, als die „Kranichlinie“ ihren allerersten Langstrecken-Jet, die damals moderne Boeing 707, in Dienst stellte. Der vierstrahlige Jet erhielt den Namen „Berlin“. Taufpate war der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt.

 


Städte-Patenschaften bei Lufthansa  
Am Anfang der Taufpatenschaften stand für Lufthansa der Gedanke, die Verbundenheit zum Heimatstandort Deutschland jenseits der großen Drehkreuze und Standorte auch in die Regionen tragen, woher ein Großteil der Lufthansa Passagiere und Mitarbeiter kommt. Die getauften Flugzeuge sind fliegende Botschafter ihrer Heimat und tragen deren Namen buchstäblich in alle Welt. Dass eine solche Patenschaft nach wie vor ein begehrtes Gut ist, zeigt ein Blick auf die beachtliche Warteliste interessierter Städte. Bei der Vergabeentscheidung orientiert sich Lufthansa an der historischen, gesellschaftlichen und wirt-schaftlichen Bedeutung des betreffenden Ortes. Auch Städte, die in besonderer Weise mit der Luftfahrt oder der Lufthansa verbunden sind, finden Berücksichtigung. Die Größe der Stadt spielt dagegen keine Rolle. Allerdings wird bei der Vergabe im Allgemeinen darauf geachtet, dass die Einwohnerzahl der relativen Größe des Flugzeugmusters entspricht. Neben dem Namen der Patenstadt am Bug des Flugzeugs wird auch deren Stadtwappen im Eingangsbereich der Kabine angebracht.

 

Taufpatenschaften als Spiegel der Zeit
Die Namensgebungen sind durchaus ein Spiegel der Zeit. So markierten die erstenTaufen gleichzeitig den Start der Lufthansa ins Jet-Zeitalter. Mit der „Berlin“ und der nur wenige Minuten danach getauften „Frankfurt am Main“ wurden die ersten beiden, damals noch modernen, Boeing 707 eingeführt. Nach dem Fall der Mauer erweiterte sich die Flotte der nach Bundesländern getauften Maschinen von elf auf 16 und rasch fanden auch ostdeutsche Gemeinden Einzug ins Namensregister, sichtbarer Beleg der deutschen Einheit. Dabei waren es nicht immer freudige Ereignisse, die zu Auslösern von Städtepatenschaften wurden.

Als nach den Anschlägen vom 11. September 2001 plötzlich der gesamte amerikanische Luftraum gesperrt wurde, mussten einige Flüge auf
den kanadischen Flughafen Halifax ausweichen, der für einen solchen Ansturm nicht
ausgelegt war. Die Einwohner von Halifax und der Nachbargemeinde Gander kümmerten sich damals mit viel Gastfreundschaft um Passagiere und Crews. Daraufhin taufte die Lufthansa als Zeichen der Dankbarkeit erstmals ein Flugzeug auf den Namen ausländischer Orte und gab einem Airbus A340-300 den Namen „Gander/Halifax“.

Mittlerweile ist dies nicht mehr das einzige Flugzeug mit einem internationalen Namen. In einem halben Jahrhundert seit der ersten Taufe hat sich das Geschäft der Lufthansa beträchtlich weiterentwickelt. Eine Tatsache, der nun im Rahmen der Namensgebung der A380 Rechnung getragen wird. Mittlerweile kommen die Passagierströme aus allen Teilen der Welt. Das Merkmal des modernen Luftverkehrs ist Internationalität. Daher tragen die neuen Flaggschiffe der Lufthansa auch die Namen internationaler Metropolen. Der Anfang wurde 2010 mit Peking gemacht, Tokio, Zürich, Wien folgten. Dies ist jedoch keine Abkehr vom Bekenntnis der Lufthansa zu ihrer Heimat. Die überwältigende Mehrzahl der rund 300 getauften Lufthansa Flugzeuge hat deutsche Städte und Gemeinden als Paten, von Flensburg bis Lindau und von Aachen bis Frankfurt (Oder).

Dabei gilt bis heute das Motto: „Einmal Lufthansa, immer Lufthansa“, denn die
Patenschaft ist eine dauerhafte Institution. Einmal in den Kreis der Patenstädte
aufgenommen, geht der Name auf ein neues Flugzeug über, sobald die ursprünglich
getaufte Maschine aus der Lufthansa Flotte ausscheidet.

Weitere Infos auch unter http://presse.lufthansa.com.

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Stand: 08.11.2011

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