Archiv-Beitrag vom 30.01.201250 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Mülheim und Tours

Feierliche Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde in Frankreich

Seit nunmehr 50 Jahren besteht die Freundschaft zwischen der Stadt Mülheim an der Ruhr und ihrer französischen Partnerstadt Tours. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld reiste aus diesem besonderen Anlass mit einer Mülheimer Delegation nach Frankreich.

Am Samstag, 21. Januar 2012 unterzeichnete sie gemeinsam mit ihrem Tourainer Amtskollegen, Bürgermeister Jean Germain, im Rahmen einer offiziellen Feierstunde im Rathaus eine Urkunde zum 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft.

 50. Jubiläum der Partnerschaft zwischen Mülheim und Tours am 21. Januar 2012: Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde  50. Jubiläum der Partnerschaft zwischen Mülheim und Tours am 21. Januar 2012: Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde

Bei der feierlichen Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunde.
(Fotos: Sabine Kuzma)

 

"Ein herausragender Anlass und eine große Ehre für mich, an dieser offziellen Feierstunde in unserer französischen Partnerstadt teilnehmen zu dürfen," bedankte sich Dagmar Mühlenfeld zu Beginn ihrer Rede für die herzliche Einladung.

Delegation zu Gast in der französischen Partnerstadt - "Freunde für immer"

Im September 1962 besuchte erstmals eine offizielle Delegation aus Tours die Stadt Mülheim an der Ruhr. Seitdem haben unzählige offizielle und inoffizielle Begegnungen stattgefunden. "Die Verschwisterung zwischen unseren Städten hat sich in 50 Jahren zu einer echten Freundschaft entwickelt. Einer Freundschaft nicht nur zwischen Verwaltungen, sondern vor allem zwischen Bürgern und Bürgerinnen. Diese Freundschaft wird beständig gepflegt und ausgebaut, denn sie ist „nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe“, wie der Musiker Ernst Zacharias einmal formuliert hat," so die Oberbürgermeisterin. "Heute sind diese persönlichen Beziehungen, die durch unsere Städtepartnerschaft und all die anderen, die wir pflegen, entstanden sind, stabile Basis und Garant für einen dauerhaften Frieden in Europa."

50. Jubiläum der Partnerschaft zwischen Mülheim und Tours am 21. Januar 2012

Die Mülheimer Delegation rund um Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (5.v.r.) bei ihrem Besuch in Tours aus Anlass des 50. Jubiläums der Städtepartnerschaft. (Foto: H. Mohr)

 

Die gesamte Rede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld zum 50. Jubiläum der Partnerschaft zwischen Mülheim an der Ruhr und Tours können Sie hier nachlesen:

Rede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld
zum 50. Jubiläum der Partnerschaft
zwischen Mülheim und Tours
am Samstag, 21. Januar 2012 in Tours

                             ***
Liebe/r
Jean Germain/Bürgermeister;
Arlette Bosch/stellv. Bürgermeisterin;
Eliane Lebret/Deutsch-Französische Gesellschaft und Honorarkonsulin;
(Henriette Genest/Mitglied des Festkomitees)
meine lieben Tourainer FreundInnen,

wie schön, dass ich heute wieder einmal Gast in Tours sein kann! Und das zu einem so herausragenden Anlass:
50 Jahre Freundschaft zwischen unseren beiden Städte – das ist wirklich etwas Besonders. Es ist mir eine große Ehre, an dieser offiziellen Feierstunde in unserer französischen Partnerstadt teilnehmen zu dürfen. Vielen Dank für die Einladung!

Quel plaisir que je peux maintenant à nouveau être un invité à Tours! Et à un tel événement spécial: 50 ans d'amitié entre nos deux villes - c'est vraiment quelque chose de remarquable.
Il est un grand honneur pour moi de participer à cette cérémonie officielle dans notre ville jumelle française. Merci pour l'invitation!

Zu diesem Jubiläum, das unsere beiden Städte nun schon ein halbes Jahrhundert miteinander verbindet, überbringe ich Ihnen gerne die herzlichen Grüße des Rates und der Verwaltung der Stadt Mülheim an der Ruhr, unserer beiden Bürgermeister – und natürlich die Grüße der Mülheimer BürgerInnen.

Lebendige Städtepartnerschaften sind Charakteristika unserer jüngeren Geschichte. Wenige Jahre nach Ende des II. Weltkriegs nahm diese Frieden stiftende Entwicklung ihren Anfang. Und sie gewann seitdem immer mehr an Dynamik. Unsere beiden Städte haben die Chancen einer solchen Verschwisterung früh erkannt - und für sich genutzt. Als Charles de Gaulle und Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit unterzeichneten, waren wir in Tours und Mülheim schon weiter. Am 21. März 1962 bestätigte uns nämlich der frühere Bürgermeister von Tours, Jean Royer, dass seine Stadt den Mülheimer Antrag annehme, eine Städtepartnerschaft einzugehen.  

Im September 1962 besuchte erstmals eine offizielle Delegation aus Tours die Stadt Mülheim an der Ruhr. Im Januar 1963, als der historische Freundschaftsvertrag unserer Nationen geschlossen wurde, waren wir also schon fast routiniert.

Seitdem haben unzählige offizielle und inoffizielle Begegnungen stattgefunden. Ich nenne einige wenige Highlights:

  • die deutsch-französische Woche zum 25-jährigen Bestehen 1987 in Mülheim an der Ruhr,
  • die Ehrenringverleihung an Jean Royer 1973 und die Verleihung der Ehrenspangen an Jean Lenoble 1992 und Marcel Genest 1996,
  • natürlich den Tournainer Pavillon und Garten auf der Mülheimer Landesgartenschau 1992, der uns ja bis heute erhalten geblieben ist und der für alle MülheimerInnen und unsere Gäste ein beliebter Treffpunkt ist.

Schulen, Gewerkschaften, Parteien, Sport- und Karnevalsvereine, Kleingärtner, Freimaurer, Chöre, Lions, Rotarier und interessierte BürgerInnen suchten und suchen seitdem den Kontakt zueinander. Die Intensität dieser Begegnungen geht weit über das touristische Interesse hinaus.

Es ist gerade diese Mischung aus offizieller Begegnung und persönlicher Beziehung, die diese Städtepartnerschaft prägt. Und die sie zum Beispiel dafür macht, wie BürgerInnen die Integration Europas auf lokaler Ebene gestalten und vorantreiben. Eine wichtige Aufgabe kommt dabei den beiden Fördervereinen zu. Allen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten hier engagiert haben, gilt mein herzlicher Dank.

Die Verschwisterung zwischen unseren Städten hat sich in 50 Jahren zu einer echten Freundschaft entwickelt. Einer Freundschaft nicht nur zwischen Verwaltungen, sondern vor allem zwischen Bürgern und Bürgerinnen. Diese Freundschaft wird beständig gepflegt und ausgebaut, denn sie ist „nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe“, wie der Musiker Ernst Zacharias einmal formuliert hat.

Heute sind diese persönlichen Beziehungen, die durch unsere Städtepartnerschaft und all die anderen, die wir pflegen, entstanden sind, stabile Basis und Garant für einen dauerhaften Frieden in Europa.

Wie wichtig diese Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich für unseren Kontinent ist, beweist sich gerade jetzt in der Finanz- und Wirtschaftskrise, in der unsere beiden Staaten in enger gemeinsamer Abstimmung um Lösungen ringen.

Als der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am 1. Mai 2008 die Laudatio zur Verleihung des Karlspreises an Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt, sagte er: „Deutschland und Frankreich sind heute Freunde, Freunde für immer“. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass dieser Satz Bestand hat. Denn Frankreich und Deutschland tragen im Bewusstsein der gemeinsamen Geschichte große Verantwortung für Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa.

Ich wünsche allen, die auf nationaler und kommunaler Ebene die deutsch-französischen Beziehungen pflegen, sie fördern und ausbauen, weiterhin viel Freude an dieser Aufgabe und dass sie sich den immer neuen Herausforderungen mit innovativen, kreative Ideen, Verständnis, Mut und Neugierde stellen.

Uns allen wünsche ich mit den Worten Sarkozys, dass wir in einem friedlichen Europa „Freunde für immer“ bleiben.

Et je nous souhaite à tous avec les mots de Sarkozy, que nous restons dans une Europe pacifique, des amis pour toujours.

Herzlichen Dank!

Kontakt

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Stand: 31.01.2012

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