Bildungsentwicklungsplan für die Schulen 2015/2016

Der Rat der Stadt soll nach dem erklärten politischen Willen noch vor der Sommerpause über den Bildungs-entwicklungsplan (BEPl) entscheiden

Der Bildungsentwicklungsplan für die Schulen der Stadt Mülheim an der Ruhr 2015/2016 liegt als Gesamtwerk vor.

In dem Gesamtwerk werden der Entwurf der Verwaltung vom 17. Mai 2011 und der Beschluss des Rates der Stadt vom 21. Juli 2011 zusammengefasst.

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Qualitative Aspekte für die Entwicklung einer Schullandschaft
  • Auswahl der Handlungsfelder und Entwicklungsperspektiven der Mülheimer Bildungslandschaft
  • Inklusion
  • Schulentwicklungsplanung im engeren Sinne (Rahmenplanung)

Inklusion/Entwicklung der Mülheimer Förderschulen

Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist das Thema schulische Inklusion. Diese wird nun verbindlicher Bestandteil im aktuellen Bildungsentwicklungsplan und gleichzeitig zu einem Schwerpunkt der schulischen Entwicklung in den kommenden Jahren. Der Bildungsentwicklungsplan ist das geeignete Instrument, die Basis für die Umsetzung der Ziele der UN-Konvention zu schaffen.

Der Rat der Stadt hatte in seiner Sitzung am 16. Juni 2011 einstimmig den Beschluss gefasst, die Verwaltung aufzufordern, zeitnah einen Inklusionsplan zu erarbeiten und in die laufende Bildungsentwicklungsplanung einzuarbeiten. Dessen Ziel soll eine kontinuierliche Steigerung der Integrationsquote an allen allgemeinbildenden Schulen in den nächsten Jahren zumindest auf europäisches Niveau sein - bei erhöhter Unterrichtsqualität und individueller Förderung aller Schülerinnen und Schüler, wobei die individuelle Unterstützung zum Kind gebracht wird.

Aus den Diskussionen auf Ebene der kommunalen Spitzenverbände, des Landes und des Bundes, ist schon heute erkennbar, dass das Grundprinzip der Konnexität, das heißt der finanziellen Lastenteilung zwischen den staatlichen Ebenen, auf allen Seiten besondere Beachtung finden wird und daher insbesondere auf kommunaler Seite auch Beachtung finden muss. Das bedeutet, es darf keine kommunalen Vorfestlegungen geben, die dem Konnexitätsprinzip vorgreifen oder widersprechen.

Maßnahmeschwerpunkte der Rahmenplanung

1. Ungleiches ungleich behandeln 

Mit den Vorschlägen für ein frühkindliches Bildungszentrum, am Standort Bruchstraße und für den Teilraum Styrum insgesamt, wird ein wichtiger Schritt getan, das Leitmotiv des Bildungsentwicklungsplanes „Ungleiches muss ungleich behandelt werden“ konkret umzusetzen: In Eppinghofen und in Styrum erbringen die Bildungseinrichtungen eine enorme Integrationsleistung zum Abbau sozialer Benachteiligung. Mit den Maßnahmevorschlägen können schulorganisatorische Maßnahmen mit inhaltlichen Konzepten verknüpft werden, um die angestoßenen Prozesse zu systematisieren und zu forcieren.

2. Bedarfsgerechte Anpassung des Grundschulangebotes in den Teilräumen Stadtmitte und Dümpten

Die vorgeschlagenen Maßnahmen im Grundschulbereich des Teilraums Stadtmitte stärken das bereits gut strukturierte Angebot. Eine Lösung der bestehenden Defizite in der räumlichen Unterbringung der Gemeinschaftsgrundschule GGS Trooststraße soll geprüft werden.

Die in Dümpten vorhandenen vergleichsweise hohen Überkapazitäten werden maßvoll reduziert. Trotz der vorgeschlagenen schrittweisen Auflösung der Grundschule an der Gathestraße bleiben Überkapazitäten bestehen, so dass der Druck auf die übrigen Grundschulen im Teilraum gemäßigt ausfällt. Gleichzeitig wird mit der öffentlichen Nachnutzung des Gebäudes durch die Schule am Hexbachtal eine Stärkung des Stadtteils angestrebt.

3. Organisatorische und räumliche Neuordnung des Grundschulangebotes im Teilraum Styrum

Die Maßnahmevorschläge für die Konzentration des Grundschulangebotes im Teilraum Styrum an den Standorten Zastrowstraße und Augustastraße, folgen zunächst grundsätzlich dem unbestrittenen Zielgedanken einer organisatorischen Neustrukturierung der Styrumer Grundschullandschaft. Mit Blick auf die weitere konzeptionelle Ausarbeitung der Ergebnisse der Zukunftswerkstatt II sollen die vorgeschlagenen - schulrechtlich grundsätzlich genehmigungsfähigen - Maßnahmen nicht unmittelbar, sondern frühestens zum Schuljahr 2013/2014 greifen. In dieser Zeit besteht die Chance, dass die Bildungsakteure der Zukunftswerkstatt II ihr erarbeitetes Ergebnis mit entsprechenden pädagogischen Konzepten konkretisieren und eine eventuelle Genehmigungsfähigkeit geprüft werden kann.

4. Räumliche Neuordnung des Grundschulangebotes im Teilraum Broich/Speldorf

Durch die vorgeschlagene Auflösung der Teilstandorte Kurfürstenstraße und Blötter Weg sowie der einhergehenden räumlichen Konzentration der Lierbergschule an ihrem bisherigen Standort und der Katharinenschule am neuen Standort Frühlingstraße, wird ein wesentlicher Beitrag zur Neuordnung des Grundschulangebotes in diesem Teilraum geleistet. Der Ausbau des Grundschulstandortes Krähenbüschken soll geprüft werden.

5. Entwicklungsbedingte Reduzierung des Hauptschulangebotes

Mit der entwicklungsbedingten Reduzierung des Hauptschulangebotes auf nunmehr nur noch eine Schule soll einem ungesteuerten Auflösungsprozess, im Falle des ebenfalls denkbaren Erhaltes zweier Hauptschulen, entgegen gewirkt werden. Redaktionelle Anmerkung (Stand Mai 2012): Der Bildungsentwicklungsplan enthält die Beschlusslage des Rates der Stadt und seiner Ausschüsse einschließlich der Ratssitzung am 21. Juli 2011. Er berücksichtigt daher nicht das Ergebnis des Bürgerentscheides vom 22. April 2012, wonach die weiterführende Schule in Eppinghofen (GHS an der Bruchstraße) erhalten bleiben soll; an das Ergebnis des Bürgerentscheides ist der Rat der Stadt zwei Jahre gebunden.

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Stand: 09.03.2017

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