Archiv-Beitrag vom 17.02.2015Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für Prof. Dr. Norbert Brockmeyer

Am Dienstag, 17. Februar 2015 verlieh Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld dem Mülheimer Prof. Dr. Norbert Brockmeyer in der Rathausbücherei des Historischen Rathauses das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Anschließend trug sich der Ausgezeichnete in das Gästebuch der Stadt Mülheim an der Ruhr ein.

Verleihung des Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Nobert Brockmeyer durch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Raum C.114 (ehem. Rathaus Bibliothek) des Historischen Rathauses. 17.02.2015 Foto: Walter Schernstein

Fotos: Walter Schernstein

Der HIV-Forscher und -Kliniker Professor Brockmeyer ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit (Universitätshautklinik Bochum), Sprecher Kompetenznetz HIV/AIDS und Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG).

"Mülheim ist stolz darauf, einen so verdienten Bürger ehren zu dürfen. Ich hoffe sehr, Sie und Ihre Familie fühlen sich wohl in Ihrer/unserer Stadt, so dass Sie auch weiterhin nationale und internationale Rufe verhallen lassen und gerne nahe der Ruhr leben," so die OB in ihrer Rede vor den geladenen Gästen.

Verleihung des Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Nobert Brockmeyer durch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Raum C.114 (ehem. Rathaus Bibliothek) des Historischen Rathauses. 17.02.2015 Foto: Walter Schernstein

Die gesamte Rede der OB mit Informationen zum Wirken und den Verdiensten von Prof. Dr. Norbert Brockmeyer können Sie hier nachlesen:

Rede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse an Prof. Dr. Norbert Brockmeyer

***


Sehr geehrter Herr Prof. Brockmeyer,
sehr geehrte Frau Brockmeyer,
meine sehr geehrten Herren und Damen,

im Namen der Stadt Mülheim an der Ruhr begrüße ich Sie in der Historischen Rathausbücherei.
Ich freue mich sehr darüber, dass ich heute Prof. Dr. Norbert Brockmeyer das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichen darf. Der Bundespräsident hat auf Vorschlag von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft diese Auszeichnung verliehen.

Dazu gratuliere ich sehr herzlich, und ich freue mich besonders, anlässlich dieser hochkarätigen Auszeichnung einen so erfolgreichen Mülheimer Bürger persönlich kennenzulernen!

Liebe Gäste,
wenn eine Ordensverleihung ansteht, nutze ich die Gelegenheit, mich mit der Vita des zu Ehrenden vertraut zu machen. Und immer wieder stoße ich auf außergewöhnliche Menschen, die mit ihrem Engagement beziehungsweise ihrer Arbeit Segensreiches für unsere Gesellschaft geleistet haben. So ist es auch heute.

Sehr geehrter Herr Prof. Brockmeyer,

Sie haben sich durch Ihr jahrzehntelanges Engagement im medizinischen Bereich, vor allem auf dem Gebiet der HIV- und AIDS-Forschung, so herausragende Verdienste erworben, dass dem Bundespräsidenten als Auszeichnendem und der Ministerpräsidentin als Vorschlagender die Ehrung mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse unbedingt angeraten erschien.

Verleihung des Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Nobert Brockmeyer durch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Raum C.114 (ehem. Rathaus Bibliothek) des Historischen Rathauses. 17.02.2015 Foto: Walter Schernstein

Zuständig für Forschung und Lehre als Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum sowie als Leiter der Immunologischen Ambulanz des St. Josef-Hospitals der RUB sind Sie einer breiten Fachwelt sowie vielen Hilfesuchenden bestens bekannt.
2008 gründeten Sie das Zentrum für sexuelle Gesundheit, das Sie in Kooperation mit der Aidshilfe Bochum zu einer deutschlandweit einmaligen Anlaufstelle für Menschen mit sexuell übertragbaren Infektionen (STI) ausbauten. Dabei, und das wird von vielen Seiten bestätigt, ging und geht Ihr Engagement weit über Ihre beruflichen Verpflichtungen hinaus.

Seit 30 Jahren ist es Ihnen ein wesentliches Anliegen, die medizinische Versorgung von schwerkranken PatientInnen zu fördern und ihre rechtliche und soziale Anerkennung zu stärken. Hierfür setzen Sie sich auch neben Ihrer beruflichen Tätigkeit intensiv ein.

Sehr geehrter Herr Prof. Brockmeyer,

Sie gelten als Pionier für die Einrichtung einer vorurteilsfreien Versorgung von Menschen mit HIV-Infektionen und anderen Geschlechtskrankheiten, und Sie zählen zu den wenigen Forschern und ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der Infektiologie, die seit dem Ausbruch der Krankheit in den 1980er Jahren die gesamte Entwicklung beobachtet, begleitet und geprägt haben.

1986 bauten Sie in Essen die erste HIV- und STI-Ambulanz auf und begründeten eine sehr erfolgreiche Kooperation mit der AIDS-Hilfe in Bochum. Von 1997 bis 2007 waren Sie Präsident der „Deutschen AIDS-Gesellschaft“. Seit 1999 sind Sie Mitglied der Landeskommission AIDS in NRW und seit 2001 der Sprecher und Leiter der Geschäftsstelle des Kompetenznetzwerks HIV/AIDS, das deutschlandweite Forschungen zum Thema AIDS betreibt. Und in allen Bereichen eilt Ihnen ein herausragender Ruf voraus, der Ihren Namen weltweit bekannt gemacht hat.

Verleihung des Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Nobert Brockmeyer durch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Raum C.114 (ehem. Rathaus Bibliothek) des Historischen Rathauses. 17.02.2015 Foto: Walter Schernstein

So sind Sie auch seit 2002 Expert Consultant der World Health Organisation für HIV/AIDS. 2005 übernahmen Sie den Vorsitz der „Off-Lable Infektiologie“ mit Schwerpunkt AIDS/HIV des Bundesministeriums für Gesundheit. Und um beispielhaft weitere internationale Engagements aufzuzählen: 2005 waren Sie Vizepräsident des „Deutsch-Österreichischen-AIDS-Kongresses“ und 2013 auf einem Weltkongress in Wien Experte zum Thema „Sexuell übertragbare Krankheiten“.

Seit 1994 gehören Sie dem Vorstand der Deutschen STI-Gesellschaft an, seit 2010 haben Sie deren Präsidentschaft inne. Als Vorstandsmitglied unterstützten Sie von 2006 bis 2012 die TMF-Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung; und aktuell sind Sie als „TMF-Botschafter“ tätig.
Auch der Krebsgesellschaft NRW gehören Sie an, ebenso der Europäischen Vereinigung für Krebsforschung (EACR) und dem Nationalen AIDS-Beirat des Bundesgesundheits-ministeriums. Seit 2007 arbeiten Sie im Arbeitskreis HIV des Bistums Essen. Und seit 2010 sind Sie Mitglied des Ärzterates des Bistums Essen, der 2012 in „Rat für Gesundheit und Medizinethik“ umbenannt wurde.

Meine sehr geehrten Herren und Damen,

Herr Prof. Brockmeyer ist auch in Forschung und Lehrer eine Kapazität. Er hat über 300 wissenschaftliche Artikel und Buchbeiträge veröffentlicht. Zudem arbeitet er an der Entwicklung von HIV- und STI-Leitlinien. Er übernimmt Gutachtertätigkeiten für internationale Fachzeitschriften und Organisationen sowie nationale und internationale Vortragstätigkeiten.

Durch sein ausgeprägtes Engagement thematisiert und adressiert er die aktuellen gesundheitspolitischen Herausforderungen wie etwa HIV-Präventionsstrategien, Freiwilligkeit von HIV-Testungen oder die Regelung der Meldepflicht von sexuell übertragbaren Infektionen.

Meine sehr geehrten Gäste,
die heutige Auszeichnung ist nicht die erste, die Prof. Brockmeyer erhält. Bereits 2009 wurde er mit dem Ehrenring der Stadt Bochum geehrt und 2013 mit der „Schaudinn-Hoffmann-Plakette“ – einem der bedeutendsten dermatologischen Preise der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ausgezeichnet.

Nun also das Verdienstkreuz 1. Klasse! Auf Vorschlag der Ministerpräsidentin durch den Bundespräsidenten darf ich Ihnen diese hohe Auszeichnung nun übergeben.

Sehr geehrter Herr Prof. Brockmeyer,

ich überbringe Ihnen dazu gerne die herzlichen Grüße und Glückwünsche von Hannelore Kraft sowie die des Rates und der Verwaltung der Stadt Mülheim an der Ruhr - und ich schließe meine guten Wünsche explizit noch einmal mit ein.

Mülheim ist stolz darauf, einen so verdienten Bürger ehren zu dürfen. Ich hoffe sehr, Sie und Ihre Familie fühlen sich wohl in Ihrer/unserer Stadt, so dass Sie auch weiterhin nationale und internationale Rufe verhallen lassen und gerne nahe der Ruhr leben.

 

Kontakt


Stand: 17.02.2015

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