Archiv-Beitrag vom 20.08.2014Grundschule Saarnberg

Im Zuge der in den Mülheimer Schulen umzusetzenden Brandschutzmaßnahmen stellen die in den Sommerferien begonnenen Arbeiten an der Grundschule Saarnberg eine Besonderheit dar. Aufgrund des erheblichen Maßnahmeumfanges zog die Grundschule in den Ferien in einen leergezogenen Gebäudetrakt des Gymnasiums Broich um. Dort wird sie bis zum Abschluss der Brandschutzmaßnahmen ihren Unterricht durchführen und dann voraussichtlich zum Ende der Herbstferien in das brandschutzsanierte Gebäude am Saarnberg zurückziehen.

Herstellung ordnungsgemäßer Fluchtwege

Die 1896 erbaute Grundschule Saarnberg Quelle/Autor: Amt für Kinder, Jugend und SchuleDas Schulgebäude am Saarnberg wurde im Jahr 1896 erbaut und verfügt nur über ein zentrales Treppenhaus. Nach den heute gültigen Brandschutzvorschriften müssen jedoch immer zwei Fluchtwege vorhanden sein. Demnach werden aus den Klassen im Erdgeschoss, zur Seite des Haupteingangs hin, Fluchttüren in der Fassade eingebaut. Die beiden Klassen zur rückwärtigen Seite werden mit Verbindungstüren in den Innenwänden an die Klassen mit den Fluchttüren angeschlossen. Gleiches gilt auch für das Sekretariat. Zusätzlich wird eine Treppe mit einem Balkon an das Gebäude angebaut, über die dann die Klassen im Obergeschoss den zweiten Fluchtweg erhalten. Es werden auch hier für die Klassen auf der Seite des Haupteinganges, Fluchttüren in der Fassade eingebaut. Die rückwärtigen Klassen, sowie das Rektorenzimmer erhalten analog zum Erdgeschoss Verbindungstüren. Aufgrund der neu zu errichtenden Fluchtwege werden in verschiedenen Bereichen die Heizflächen erneuert.

Feuerwiderstandsnormen

Neben diesen umfangreichen Arbeiten zur Herstellung der ordnungsgemäßen Fluchtwege sind begleitende Maßnahmen erforderlich, da viele Gebäudebestandteile nicht die geforderten Feuerwiderstandsnormen erfüllen. Hierzu werden beispielsweise Holzfachwerkwände, Türen, Decken und Leitungswege erneuert beziehungsweise ertüchtigt. In einem Teilbereich muss die oberste Geschossdecke aus statischen Gründen mit Stahlträgern verstärkt werden. Die Installation einer Brandmeldeanlage mit Druckknopfmeldern ist ebenfalls vorgesehen.

Warum der Umzug?

Aufgrund dieses erheblichen Eingriffs in den Gebäudebestand ist für die Durchführung der genannten Arbeiten eine umfassende Baufreiheit notwendig. Das heißt, dass die Schule hierzu komplett geräumt werden muss. Eine zeitabschnittweise Durchführung dieser Gesamtmaßnahme hätte bedeutet, dass das Schulgebäude voraussichtlich in den kommenden zwei Jahren zu Beginn jeder Ferienzeit komplett aus- und am Ende der Ferien hätte wieder eingeräumt werden müssen. Aufgrund dieses für die Grundschule belastenden Ausblicks wurde, in Abstimmung zwischen den Schulleitungen der Grundschule Saarnberg und des Gymnasiums Broich sowie dem ImmobilienService und dem Amt für Kinder, Jugend und Schule, die Idee der zeitlich befristeten Verlagerung der Grundschule an einen Zwischenzeitstandort entwickelt. Hierfür bot sich der seit den Osterferien leergezogene Gebäudetrakt des Gymnasiums Broich. Die Erstellung eines Neubautraktes für das Gymnasium hatte sich wirtschaftlicher dargestellt als die Sanierung des Gebäudeteils, welches die Grundschule nun bis zu den Herbstferien bezogen hat.

Der seit den Osterferien leergezogene Gebäudetrakt des Gymnasiums Broich dient nun als Zwischenstandort für die Grundschule Saarnberg. Foto: Walter Schernstein Quelle/Autor: Walter Schernstein

Bereits gegen Ende des abgelaufenen Schuljahres hat die Schule mit Hilfe eines Umzugsunternehmens alle Einrichtungsgegenstände verpackt. Dies betraf nicht nur die Unterrichtsräume, sondern auch die komplette Verwaltung sowie die Betreuungsmaßnahme Schule von acht bis eins wurde zu Beginn der Sommerferien in das Gymnasium verlagert. Lediglich die Betreuungsmaßnahme Offene Ganztagsschule kann ihren Betrieb auch während der Sanierungsphase am Standort Saarnberg in dem dortigen separaten Pavillon fortführen.

Zum Ende der Ferien überzeugte sich der Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Schule, Uwe Alex, persönlich vor Ort davon, dass die Grundschule an ihrem Interimsstandort alle Rahmenbedingungen für einen ordnungsgemäßen Unterricht vorfindet. Er bedankte sich noch einmal ausdrücklich beim Schulleiter, Michael Kroker, dafür, dass die Schulgemeinde die Stadt so tatkräftig bei diesem nicht alltäglichen Vorhaben unterstützt hat. Durch die hierzu getroffenen organisatorischen Regelungen, unter anderem die Unterstützung durch zusätzlich eingesetzte Busse zwischen den beiden Standorten, sollen die Einschränkungen für die Schule so gering wie möglich gehalten werden. Der Schulleiter freut sich darauf, nach den Herbstferien in das rundum brandschutzsanierte Gebäude zurückzukehren und dieses dann insbesondere den Eltern der zum kommenden Schuljahr zur Einschulung anstehenden Kinder im Rahmen der Anmeldungen Ende Oktober präsentieren zu können.

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Stand: 20.08.2014

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