Klimawandel

Partner starten Pilotprojekt GreenEnergyFirst für mehr Energieeffizienz in Mülheim

Die Mülheimer Wohnungsbau eG (MWB) stellt zwei Mehrfamilienhäuser der medl GmbH für ein Pilotprojekt zur Verfügung: Im Quartier Bottenbruch wird die bisherige Heizung mit Fernwärme durch ein modernes Blockheizkraftwerk (BHKW) abgelöst. Ergänzend wird Strom über eine Photovoltaikanlage erzeugt. Auch hochmoderne Steuerungs- und Messtechnik kommt zum Einsatz. Die Maßnahme ist Teil eines vom Bund geförderten Forschungsprogramms zur Entwicklung eines Energieeffizienzassistenten.

Partner starten Pilotprojekt GreenEnergyFirst für mehr Energieeffizienz in Mülheim: Frank Esser (Mülheimer Wohnungsbau eG), Volker Weißhuhn (medl GmbH) und Prof. Dr. Viktor Grinewitschus (EBZ Business School) (v.l.) freuen sich über den Start des Forschungsprojekts und suchen Anwohner, die davon profitieren möchten.

Es kann losgehen - Frank Esser (Mülheimer Wohnungsbau eG), Volker Weißhuhn (medl GmbH) und Prof. Dr. Viktor Grinewitschus (EBZ Business School) (v.l.) freuen sich über den Start des Forschungsprojekts und suchen Anwohner, die davon profitieren möchten.

Ziel ist die Minimierung des CO2-Ausstoßes durch lokale Energieerzeugung. „Dickere und immer dickere Dämmung ist keine Lösung, wenn Wohngebäude künftig noch mehr CO2 einsparen sollen“, weiß Prof. Dr. Viktor Grinewitschus. Er ist an einer Hochschule tätig, die auf die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft spezialisiert ist: An der EBZ Business School in Bochum hat Grinewitschus den Lehrstuhl für Energiefragen der Immobilienwirtschaft inne. „Die Kombination aus Solarenergie und einem Blockheizkraftwerk – kurz BHKW – ist sinnvoll, weil sich die beiden Systeme gut ergänzen“, so Grinewitschus. „Nun müssen wir erforschen, wie sich die Effizienz durch eine kluge elektronische Steuerung auch in den Wohnungen noch weiter verbessern lässt.“

Dafür gibt es das Forschungsprojekt GreenEnergyFirst. Es wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Die Projektpartner medl GmbH, EBZ Business School und Universität Duisburg-Essen sowie der Anlagenbauer Viessmann GmbH, der die Photovoltaikanlage beisteuert – erproben an zwei MWB-Mehrfamilienhäusern mit 48 Wohnungen, wie sich eine kluge Anlagensteuerung und mitmachende Bewohner auf den Energieverbrauch in den Quartieren auswirkt. Die neue Photovoltaikanlage soll die Stromerzeugung ergänzen und auch Energie für Elektro-Fahrzeuge liefern, die als CarSharing-Fahrzeuge den Mietern zur Verfügung stehen.

 „Wir freuen uns den Mietern ein ganzheitliches Angebot von der Nahwärmeversorgung über Mieterstrom-Produkte bis hin zur Elektro-Mobilität anbieten zu können. Dieses Angebot ist für die Mieter sehr lukrativ, zum einen können sie von dem günstigen regionalen Strom profitieren und darüber hinaus am Car-Sharing-Projekt mit Elektro-Autos teilnehmen. So kann auch mal der eigene Wagen stehen bleiben.“ erläutert Volker Weißhuhn von der medl.
 
Darüber hinaus geht es den Partnern in erster Linie darum, wie Smart-Home-Systeme und die entsprechende Messtechnik es möglich machen, dass ein Energieeffizienzassistent den optimalen Betriebspunkt für die Heizungsanlage ermitteln kann.

 „Ein Smart Home System ermöglicht es, aufgrund der Soll- und Ist-Werte der Raumtemperaturen den thermischen Energiebedarf vorauszusagen“, so Grinewitschus. Der MWB-Vorstandsvorsitzende Frank Esser ergänzt: „Wenn der Energieeffizienzassistent seine Aufgabe richtig erfüllt, dann wird also kein ungenutzter Energie-Überschuss mehr erzeugt.“
Es war Esser wichtig, dass sich Mülheims Wohnungsgenossenschaft am Projekt GreenEnergyFirst beteiligt. „Die Forschungsergebnisse könnten dazu beitragen, den Klimawandel zu bekämpfen. Auch die Heiz- und Energiekosten für unsere Mitglieder können durch moderne Technik sinken.“

Auftaktveranstaltung im Wohnquartier am Bottenbruch

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Wohnquartier am Bottenbruch haben die Projektpartner am 20. September 2017 ihr Engagement bekräftigt. Jetzt kommt es auf die Anwohner an: Die Partner werden nun im Bottenbruch um Teilnehmer am Projekt werben. MWB unterstützt die Projektpartner bei der Erstkontaktaufnahme der Bewohner und ist beratend tätig. „Wir wünschen uns eine rege Teilnahme“, sagt Prof. Dr. Grinewitschus. „Den MWB-Mitgliedern werden dadurch natürlich keine Mehrkosten entstehen.“ Eher erhofft man sich viele Vorteile für die Menschen im Bottenbruch.

 „Die spannende Frage, in wie weit unsere ausgesuchten Mehrfamilienhäuser für das attraktive und relativ neue Produkt Mieterstrom geeignet sind, wird uns noch eine Weile beschäftigen. Allerdings sind wir optimistisch, dass diese Prüfung positiv ausfallen wird“, so Frank Esser mit Blick auf zukünftige Potenziale.

Weitere Informationen auf der Internetseite der MWB.


Stand: 25.09.2017

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