Archiv-Beitrag vom 30.04.2010Kompetenzagentur

Förderprogramm "Kompetenzagenturen"

In Mülheim an der Ruhr wird seit dem 1.8.2007 das Programm "Kompetenzagenturen" durchgeführt. Es wird aus Bundesmitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSF) und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Die Kompetenzagentur in Mülheim an der Ruhr übernimmt als fachlich anerkannter Dienstleister eine wichtige Beratungs-, Vermittlungs- und Lotsenfunktion zur "passgenauen" sozialen und beruflichen Integration besonders benachteiligter und vom Scheitern bedrohter Jugendlicher, die vom bestehenden System der Hilfsangebote für den Übergang von der Schule in den Beruf nicht profitieren bzw. von sich aus den Zugang zu den Unterstützungsleistungen nicht finden. Übergänge zwischen Schule und Beruf, zwischen Trägern, Arbeitsagentur und Kommune, Schulen und Bildungsträgern und lokalen Wirtschaftsvertretern werden abgestimmt sowie wechselnde Zuständigkeit überbrückt. Die Prozesse der beruflichen Integration werden durch die Organisation einer "maßgeschneiderten" Abfolge von differenzierten Hilfe aus unterschiedlichen Bereichen optimiert, systematisiert und in Form eines Förderplans mit den beteiligten Jugendlichen vereinbart, um so die Übergänge in Ausbildung zu steigern und Warteschleifen zu vermeiden.

Die Kompetenzagentur Mülheim an der Ruhr hat 2007 zunächst an den Hauptschulen mit den Abgangsschüler/-innen gearbeitet mit dem Ziel einer bedarfsgerechten und langfristigen Begleitung dieser benachteiligten Jugendlichen auf dem Weg ins Erwerbsleben.

Die beiden Mülheimer Berufskollegs fangen neben dem Fachunterricht im dualen System und vollzeitschulischen Ausbildungen Jahr für Jahr eine erhebliche Anzahl von benachteiligten Jugendlichen auf, die keinen Ausbildungsplatz erhalten haben. Viele davon haben aufgrund schulischer Defizite, erheblicher Schulmüdigkeit und hoher Fehlzeiten kaum eine Chance, dort ohne zusätzliche Unterstützung ihren Schulabschluss oder ihre Chancen auf eine berufliche Integration zu verbessern. Seit Januar 2009 wurde deshalb die Zusammenarbeit mit den Berufskollegs verstärkt – mit dem Ziel, lange Warteschleifen und ein Scheitern der Jugendlichen rechtzeitig zu verhindern. Wegen der Größe und Vielfalt der schulischen Strukturen am Berufskolleg ist hier das Erreichen der Jugendlichen anspruchvoller in der Umsetzung als in der Kooperation mit den wesentlich kleineren Hauptschulen. Dies zeigt sich auch – trotz hoher Bedarfe – in der Auslastung der Kapazitäten.

Diese Aufstellung war im Hinblick auf die Verbesserung der Übergänge und Anschlussperspektiven sehr erfolgreich und wurde dann inhaltlich und in der Kapazität im zweiten Jahr erweitert. Die Zielausrichtung einer ernsthaften Arbeitsmarktintegration blieb als ein klares Erfolgskriterium wichtig, die soziale Integration wurde aber durch eine Verstärkung des aufsuchenden Ansatzes und die Erweiterung der Nachsorge deutlich stärker in den Mittelpunkt gerückt.

Die Schule bleibt als Ort, an dem benachteiligte Jugendliche gut abzuholen sind, erhalten. Gemäß den neuen Förderrichtlinien und auch den Erfahrungen vor Ort beginnt das Casemanagement der Kompetenzagentur im letzten Schulbesuchsjahr und erstreckt sich über den Übergang hinaus. Durch die Fortsetzung der Fallverantwortung  sollen Übergangsmaßnahmen auf die notwendige Dauer begrenzt und Warteschleifen sowie sog. "Maßnahmekarrieren" verhindert werden.

Die vereinbarte Kooperation mit der Jugendhilfe (13 SGB VIII) bleibt wie beschrieben erhalten. Als weiterer wichtiger Zugangsweg hat sich die Kooperation mit dem Casemanagement U25 entwickelt. Hier besteht ein besonders hoher Bedarf, über den aufsuchenden Ansatz Jugendliche zu erreichen, die mit den Maßnahmeangeboten und den Sanktionen des SGB II bisher nicht aktiviert werden konnten.

Die neu eingerichtete Schnittstelle zur Wirtschaft hat sich  - im Kontakt zu ortsansässigen Betrieben und Verbandsvertretern - gut bewährt. Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist vor Ort zurzeit weniger durch die Wirtschaftskrise beeinträchtigt, als vielmehr durch die Erfahrung mangelnder Ausbildungsreife bei Jugendlichen. Hier soll die Kompetenzagentur weiter ihren Beitrag leisten, um benachteiligten Jugendlichen in Mülheim die zur Erlangung der Ausbildungsreife notwendige individuelle Begleitung und Förderung zu ermöglichen.

So trägt die Verstärkung des aufsuchenden Ansatzes und die Fortsetzung des Fallmanagements über das Verlassen der allgemeinbildenden Schule hinaus der Erkenntnis Rechnung, dass eine berufliche Integration unter Vernachlässigung der sozialen Hindernisse nicht gelingen kann. Ebenso wenig aber ist eine umfassende soziale Integration denkbar wenn der Anschluss an den Arbeitsmarkt von Anfang an verwehrt bleibt. Beides ins rechte Lot zu bringen und unterwegs dazu zu lernen ist das weiter ernsthafte Anliegen der Kompetenzagentur Mülheim an der Ruhr.

 

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Stand: 12.10.2010

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