Archiv-Beitrag vom 03.08.2015Naturnaher Umbau des Alpenbachs in Mülheim-Mintard

Renaturierung geplant - Ökologische Umgestaltung soll fortgesetzt werden

Gabriele Wegner (links) und Kirsten Kessel vom Umweltamt zeigen geplante Renaturierungsmaßnahme am AlpenbachDer Alpenbach in Mülheim-Mintard verläuft als eingetiefter Graben und fließt bei Flusskilometer 20,7 in die Ruhr. Die bereits hinter den neuen Häusern im Bereich August-Thyssen-Straße durchgeführte ökologische Umgestaltung soll bis zur Ruhr hin fortgesetzt werden. Dies beschloss am 19. Mai 2015 bereits der städtische Umweltausschuss. Fördermittel vom Land für die Maßnahme stehen zur Verfügung, so dass die Stadt nur 10% der anfallenden Kosten tragen muss.
Hintergrund der Umgestaltung ist die sogenannte Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL). Nach dieser gesetzlichen Vorgabe vom Jahr 2000 müssen alle europäischen Fließgewässer bis zum 22. Dezember 2015 in einem guten ökologischen Zustand versetzt werden. Fristverlängerungen mit einer entsprechenden Begründung sind möglich, der gute ökologische Zustand muss sich aber bis zum 22. Dezember 2027 eingestellt haben.

Der Anfang dieses Jahres vom Umweltamt vorgelegte Gewässerzustandsbericht zeigt deutlich auf, dass noch viele Defizite an den Mülheimer Gewässern herrschen. Dabei geht es um stoffliche, das heißt chemische, Belastungen genauso wie um sogenannte strukturelle Defizite. Der Alpenbach zum Beispiel ist ein „kleines Niederungsgewässer der Fluss- und Stromtäler“ und müsste demnach leicht mäandrieren, einen steten Wechsel von Schnellen und Stillen sowie eine sehr hohe Habitatvielfalt aufweisen. Wie im Gelände zu erkennen ist, entspricht der Alpenbach mit seinem grabenartigen geraden Verlauf nicht diesem Leitbild. Die bestehenden Verrohrungen sind zudem Wanderungshindernisse für Fische und kleinere Wasserorganismen.

Konkret geplant ist daher am Alpenbach der Umbau zweier Brücken beziehungsweise gemauerter Durchlässe und des Einlaufes in die Ruhr, um die Durchgängigkeit für Wasserlebewesen herzustellen. Außerdem wird dem Gewässer ein naturnaher, gewundener Verlauf ermöglicht, indem Bodenmaterial direkt am östlichen Ufer in einer Gesamtbreite von zirka 10 Meter ausgeräumt wird. Hier kann sich dann eine sogenannte Sekundäraue mit einer standorttypischen Vegetation entwickeln. Ein Übersichtsplan der Renaturierungsmaßnahme ist zur Ansicht als pdf-Datei beigefügt.
Insgesamt steht dem Gewässer ein Entwicklungskorridor von 30 Meter zur Verfügung. Alle Maßnahmen werden gemäß der „Richtlinie für naturnahe Unterhaltung und naturnahen Ausbau der Fließgewässer des Landes NRW“ („Blaue Richtlinie“) durchgeführt. Zeitraum der Umgestaltung wird voraussichtlich Mitte bis Ende 2016 sein.

Naturnaher Umbau des Alpenbachs in Mülheim-Mintard - Bau im Bereich August-Thyssen-StraßeWährend der Baumaßnahmen am 1. Abschnitt des Alpenbachs

Naturnaher Umbau des Alpenbachs in Mülheim-Mintard - Bereich August-Thyssen-Straße

Ein Jahr danach sieht es dort so aus

Auch für weitere Mülheimer Gewässer laufen Voruntersuchungen, um den guten ökologischen Zustand möglichst bald zu erreichen. In den nächsten Jahren werden daher Maßnahmen am Rumbach, Wambach und weiteren Gewässern folgen. "Wir wollen in Mülheim gerne eine Vielzahl von Biotopen," sagt Gabriele Wegner, stellvertretende Leiterin des Amtes für Umweltschutz.

Ansprechpartnerinnen für die Maßnahme am Alpenbach sind im Amt für Umweltschutz Gabriele Wegner, Telefon 455-7020 und Kirsten Kessel, Telefon 455-7038.

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Stand: 03.08.2015

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