Archiv-Beitrag vom 16.12.2013Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft 2013 verliehen

Zwei herausragende Mülheimer Bürger geehrt

Der Kulturausschuss hatte in seiner nichtöffentlichen Sitzung am 5. September 2013 einstimmig beschlossen, den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr für das Jahr 2013 - Sponsor: Sparkasse Mülheim an der Ruhr an Prof. Dr. Benjamin List, Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und an Eberhard Ross, international beachteter Maler zu vergeben. Am Sonntag, 15. Dezember 2013, wurde der diesjährige Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft nun im Foyer der Sparkasse Mülheim an der Ruhr feierlich verliehen.

Verleihung des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr für das Jahr 2013 - Sponsor Sparkasse Mülheim an der Ruhr. (v.l.) Prof. Dr. Benjamin List, OB Dagmar Mühlenfeld, Eberhard Ross, Martin Weck.  15.12.2013 Foto: Walter Schernstein

Verleihung des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr für das Jahr 2013 - Sponsor Sparkasse Mülheim an der Ruhr. (von links) Prof. Dr. Benjamin List, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, Eberhard Ross, Sparkassenvorstand Martin Weck. (Fotos: Walter Schernstein)


Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld sagt in ihrer Begrüßungsrede (Foto unten) "Auszeichnen, das heißt ein Zeichen setzen. Und das wollen wir mit der Verleihung des Ruhrpreises auch tun: ein Zeichen setzen für die große Bedeutung, die wir sowohl der Kunst als auch der Wissenschaft in unserer Stadt beimessen. Und auch ein Ausrufungs-Zeichen für die kreative, künstlerische und gesellschaftliche Kraft, die von unseren Preisträgern ausgeht." Die gesamte Rede der OB finden Sie zum Nachlesen in der beigefügten pdf-Datei.

Die Laudatio auf seinen Freund und Kollegen vom Max-Planck-Institut hielt Prof. Ferdi Schüth vom MPI für Kohlenforschung und Ruhrpreisträger 2010: „Chemiker sind die Künstler des Atomaren“, sagte er vor zahlreichen - auch dank der vielen anwesenden MPI-Wissenschaftler sehr internationalen - Gästen. Dr. Gabriele Uelsberg, ehemalige Leiterin des Mülheimer Kunstmuseums, würdigte Eberhard Ross und hob dabei die naturwissenschaftliche Anbindung seiner Arbeiten hervor, die sie als „Bionic-Art“ bezeichnete.

Verleihung des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr für das Jahr 2013 - Sponsor Sparkasse Mülheim an der Ruhr.  15.12.2013 Foto: Walter Schernstein

Die Entscheidung zur Vergabe des Ruhrpreises ist wie folgt begründet worden:

Prof. Dr. Benjamin List
erhält den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft für seine Pionierarbeiten auf dem Gebiet der Organokatalyse.

Die Katalyse ist eines der wichtigsten Gebiete der Chemie und für die chemische Industrie eine Schlüsseltechnologie. Der als geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung tätige Chemiker Prof. Dr. Benjamin List hat durch seine Pionierarbeiten den bisher bekannten Prinzipien der Katalyse durch die Organokatalyse ein ganz neues hinzugefügt und damit tausende von Forschern weltweit inspiriert. Diese Arbeiten sind nicht
nur von größter Bedeutung, weil sie die bekannte Enzymkatalyse auf ihr Elementarprinzip, die Katalyse durch eine einzelne Aminosäure, zurückgeführt haben, sondern sie finden auch Eingang in die industrielle Praxis. So ist heute ein ganzes wissenschaftliches Gebiet, die Organokatalyse, mit dem Namen Benjamin List und damit auch mit dem Namen des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung verknüpft. Sein Erfolg trägt somit zur weiteren Verbreitung und Festigung des hervorragenden wissenschaftlichen Rufs des Mülheimer Instituts bei.

Eberhard Ross
Der in Mülheim an der Ruhr lebende und arbeitende Bildende Künstler Eberhard Ross erhält den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft als Anerkennung für hervorragende Leistungen bei seinem künstlerischen Schaffen.

Eberhard Ross, den die Lehre des Zen sehr inspiriert, setzt durch seine Bilder einen Ruhepunkt für die „gehetzten“ Betrachter, die sich konzentrieren müssen, um die Erfahrung der langsam verstreichenden Zeit zu lernen. Diese meditative Wirkung hat Eberhard Ross in einer ihm eigenen Formensprache entwickelt, die ihn von anderen Künstlern abhebt. Seine Kunstwerke, die niemals narrative Elemente haben, setzen sich mit der Frage nach der Zeit auseinander. Sie stellen den Betrachter vor die Herausforderung, sich mit der Entschleunigung auseinander zu setzen. Selbst wenn er Vogelschwärme malt, geht es nicht um den Moment der Schnelligkeit, sondern durch die besondere Struktur seiner Bilder bleiben die statischen Formen vorherrschend. Die Strukturen, mit denen er seine Werke überzieht, wirken dabei wie aus einem größeren Kontext herausgelöst und scheinen unendlich über die Fläche hinaus erweiterbar zu sein. Hierin liegt eine besondere Qualität seines künstlerischen Werks.

Die beiden Ruhrpreise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert.

Dem Vorbereitungsgremium zur Vergabe des Ruhrpreises gehörten dieses Mal an: Gijs Burger, Prof. Hendrik Dorgathen, Kulturdezernent Ulrich Ernst, Dr. Daniela Grobe, Prof. Dr. Ulrike Haß, Rainer Komers, Dr. Corinna Schlicht, Sven Schlötcke, Prof. Dr. Ferdi Schüth und Sparkassenvorstand Martin Weck.

Gesponsert wird der Preis von der Sparkasse Mülheim.

Weitere Informationen zum Ruhrpreis finden Sie im Kulturportal.

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Stand: 16.12.2013

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