Anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt: Jetzt auch in Mülheim möglich!

Anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt:
Jetzt endlich auch in Mülheim möglich!

Eine Frau ist Opfer sexualisierter oder schwerer körperlicher Gewalt geworden und kann oder möchte den Täter nicht direkt nach der Tat anzeigen. Ab sofort kann sie rund um die Uhr in die Mülheimer Frauenklinik im Evangelischen Krankenhaus gehen oder im Rahmen der jeweiligen Öffnungszeiten drei gynäkologische Praxen in Mülheim an der Ruhr aufsuchen, um sich beraten und untersuchen zu lassen. Die Spuren der Gewalttat werden von der Ärztin oder dem Arzt unter Verwendung eines Spurensicherungssets gesichert und an das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf weitergeleitet, wo sie für maximal zehn Jahre gerichtsfest eingelagert werden. In diesem Zeitraum ist es möglich, die Tat anzuzeigen.
Bislang scheiterte die Anonyme Spurensicherung (ASS) an der Kostenübernahme für den Transport und die gerichtsfeste Einlagerung der Spuren. Das ist nun für zehn Jahre im Rahmen des von verschiedenen Stellen (EU, Land NRW) geförderten NRW-Projektes iGobsis, „Intelligentes Gewaltopfer-Beweissicherungs- und Informationssystem“, räumlich und finanziell gewährleistet. Das Projekt iGobsis hat eine momentane Laufzeit bis Mitte 2019.
Das Team der Gleichstellungsstelle und die Mitglieder des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt freuen sich sehr darüber, dass die ASS nun, nach vielen Jahren der politischen Bemühungen und Netzwerkarbeit, auch in Mülheim an der Ruhr für Frauen möglich ist. Dr. Andrea Schmidt, Leiterin der Frauenklinik Mülheim, berichtet bereits von ersten Patientinnen, die diese Möglichkeit genutzt haben.

Warum „iGOBSIS“ und das Projekt „iGOBSIS-live“?
Damit vertrauliche Spurensicherung flächendeckend und qualitätsgesichert etabliert werden kann, muss sichergestellt sein, dass Ärztinnen und Ärzte, bei denen sich Geschädigte vorstellen, gerichtsfeste Dokumentation und Spurensicherung beherrschen bzw. dabei unterstützt werden.
Die Dokumentationsanwendung „iGOBSIS“ führt Ärztinnen und Ärzte Schritt für Schritt durch Gewaltopferuntersuchungen und steigert so kontinuierlich ihre Handlungssicherheit im Umgang mit Opfern von Gewalt. Eine telemedizinische Beratung „on-demand“ durch Fachärztinnen und –ärzte für Rechtsmedizin kann eine weitere Möglichkeit sein, tatsächlich flächendeckend kompetente gerichtsfeste Dokumentation und Spurensicherung darzustellen. Im Rahmen des Projektes „iGOBSIS-live“ mit einer Laufzeit bis 2019 wird die Dokumentationsanwendung „iGOBSIS“ kontinuierlich weiterentwickelt und mit teilnehmenden Einrichtungen in weiten Bereichen von Nordrhein-Westfalen einem realen Praxistest unterzogen. Mehr Informationen, auch für Opfer von Gewalt, unter www.gobsis.de.

In Mülheim an der Ruhr nehmen die Mülheimer Frauenklinik bzw.folgende Praxen teil. Sie sind Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt, die eine Anonyme Spurensicherung wünschen.

24 Stunden:
Evangelisches Krankenhaus Mülheim
Mülheimer Frauenklinik – Gynäkologie
Wertgasse 30
45468 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 / 3092501

zu den jeweiligen Öffnungszeiten der Praxen:
Frauenärztliche Praxis
Dr. Birgit Kleemann
Bahnstraße 4
45468 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 / 47 46 35
info@frauenarztpraxis-kleemann.de

Frauenarzt-Praxis Mülheim
Dr. Eva Niedziella-Rech
Dr. Ursula Holthusen
Eppinghoferstraße 27
45468 Mülheim
Telefon: 0208 / 470977

Praxis für Frauenheilkunde
Dr. Nadja Klest
Vanessa Mischo
Paul-Kosmalla-Str.7
45472 Mülheim/Ruhr
Telefon: 0208 / 436003
Web: www.gyn-mh.de

Kontakt


Stand: 17.01.2018

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