Archiv-Beitrag vom 08.04.2011"MÜLHEIM HILFT" vor Ort

"Internationaler Club der Schlitzohren e.V." besuchte Sri Lanka

"Das Schönste an der Reise war das Lachen und das Glück in den Gesichtern der Frauen", erzählt Kurtludwig Lindgens begeistert von den Eindrücken seiner Reise nach Sri Lanka.

Aktion Mülheim hilft!, für die Flutopfer des Tsunami 2004 auf Sri Lanka. Stadt Mülheim an der Ruhr - Internationaler Club der Schlitzohren e.V. 23.03.2011 Foto: Walter Schernstein  Aktion Mülheim hilft!, für die Flutopfer des Tsunami 2004 auf Sri Lanka. Stadt Mülheim an der Ruhr - Internationaler Club der Schlitzohren e.V. 23.03.2011 Foto: Walter Schernstein

Der ehemalige Mülheimer Lederfabrikant war gemeinsam mit Werner Bungert und Irmtraud Bönsch vom "Internationalen Club der Schlitzohren" in die neu erbauten Dörfer Kalamatiya und Seenigama gereist, um sich ein Bild von den Entwicklungen nach dem Tsunami 2004 vor Ort zu machen und zu schauen, was mit den Spenden aus der Hilfsaktion „Mülheim hilft“ vor Ort passiert ist.
Begleitet wurden sie dabei vom städtischen Fotografen Walter Schernstein, der bereits 2005 mit den „Schlitzohren“ nach Sri Lanka reiste und die vielen Eindrücke mit seiner Kamera festhielt. "Eindrücke, die durch die jetzigen Ereignisse in Japan natürlich noch mehr an Bedeutung gewinnen," so Lindgens.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld ließ sich jetzt ausführlich von der Sri Lanka-Reise berichten.

 Aktion Mülheim hilft!, für die Flutopfer des Tsunami 2004 auf Sri Lanka. Stadt Mülheim an der Ruhr - Internationaler Club der Schlitzohren e.V. 23.03.2011 Foto: Walter Schernstein  Aktion Mülheim hilft!, für die Flutopfer des Tsunami 2004 auf Sri Lanka. Stadt Mülheim an der Ruhr - Internationaler Club der Schlitzohren e.V. 23.03.2011 Foto: Walter Schernstein

Der Verein, der weltweit bedürftige Kinder unterstützt, hatte sich nach der unglaublichen Flutkatastrophe im Dezember 2004 der von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld initiierten Aktion "Mülheim hilft" angeschlossen und über seine Mitglieder und Sponsoren 60.000 Euro gesammelt. Der Rat der Stadt schloss sich der Idee der "Schlitzohren" an, diese Spendengelder - neben den zahlreichen weiteren eingegangenen Spenden für die Aktion in Höhe von rund 30.000 Euro - voll und ganz auf den Aufbau einer Dorfschule und die zerstörte Infrastruktur des Dorfes Kalamatya auf Sri Lanka zu konzentrieren. Im Distrikt Hambantota im Süden des Landes wurden seither mit sehr viel Fleiß und persönlichem Einsatz kleine Häuser gebaut und eine Schule ausgestattet.

Eine beispielhafte "Erfolgsstory", die Sie hier noch einmal nachlesen können.

 Aktion Mülheim hilft!, für die Flutopfer des Tsunami 2004 auf Sri Lanka. Stadt Mülheim an der Ruhr - Internationaler Club der Schlitzohren e.V. 23.03.2011 Foto: Walter Schernstein

"Wie viel man dort mit wenig Geld erreichen kann, ist fantastisch. Mülheim hat das wirklich gut hingekriegt," erzählt Werner Bungert, Ehrenpräsident der "Schlitzohren". Mit Percy Silva, "Mülheims Mann vor Ort" und ehemaliger General Manager einer befreundeten Lederfabrik, konnte dank dessen guter Kontakte und Mitarbeit eine Menge erreicht werden. "Andere Hilfsorganisationen arbeiten sehr viel teurer, da sie die Verbindungen, solche guten Kontakte und die Begleitung vor Ort gar nicht haben", erklärt Bungert „Percy ist hier unsere ‚Totalversicherung‘. So kann der Verein auch gezielt auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort eingehen und flexibel agieren", weiß das "Schlitzohr".

Unbürokratisch leisteten die Besucher mit den Spendengeldern so ebenfalls Soforthilfe: 100 Euro für einen Inhalator für einen asthmakranken Vater hier, je 100 Euro für einen Stromanschluss für drei Familien im "kleinsten Schlitzohrendorf" da;
2000 Euro und 15 Fußbälle hatten die Besucher außerdem dabei, sehr zur Freude der vielen Kinder.

 Aktion Mülheim hilft!, für die Flutopfer des Tsunami 2004 auf Sri Lanka. Stadt Mülheim an der Ruhr - Internationaler Club der Schlitzohren e.V. 23.03.2011 Foto: Walter Schernstein

Schön sei es auch gewesen, zu sehen, wie sich die Natur alles zurückgeholt habe, "so dass wir das Dorf erst gar nicht gesehen haben", schildert Kurtludwig Lindgens. "Das war ein wunderbarer und sehr bewegender Moment, als die Dorfbewohner uns sahen und auch wiedererkannten. Anders als bei unserem letzen Besuch in 2005, bei dem nur Trauer über verlorene Kinder und Angehörige zu sehen war." Überhaupt habe ihn die Fröhlichkeit der Menschen dort sehr beein-druckt.

„Mit der Aktion ‚Mülheim hilft‘ hat man ihnen die Freude zurück gebracht. Und", ergänzt Lindgens, "man hat das Gefühl, dass sie die schlimme Zeit überwunden haben."

Die Begrüßung in der Bata-Atha-Schule von Kalamatya war besonders herzlich. Die Kinder haben sich extra schick gemacht, ein großes Willkommensschild erstellt und das Schulbild der Schule "Mülheim an der Ruhr" frisch gestrichen. Die Gastgeschenke der Mülheimer Gruppe - Schiemann-Bilder mit Mülheim-Motiven - nahmen die Kinder begeistert entgegen.
Wunsch der "Schlitzohren" ist es hier, einen Austausch mit Mülheim bzw. eine Patenschaft mit einer Mülheimer Schule auf den Weg zu bringen. "Wir möchten gerne, dass jedes Jahr ein anderer Lehrer aus Sri Lanka in unsere Stadt kommt und umgekehrt. Vielleicht findet sich ja ein Mülheimer, der dort hingehen will," so Werner Bungert.

Aktion Mülheim hilft!, für die Flutopfer des Tsunami 2004 auf Sri Lanka. Stadt Mülheim an der Ruhr - Internationaler Club der Schlitzohren e.V. 23.03.2011 Foto: Walter Schernstein

Ein großer Wunsch der Gemeinde in Sri Lanka war es ein Gemeinschaftshaus zu errichten. Hierfür spendete der "Internationale Club der Schlitzohren" aus dem Sammeltopf ebenfalls noch einmal 1.500 Euro als Grundlage. Rund 1,5 Millionen Rupien (10.000 Euro) wird das Versammlungshaus kosten. Kurtludwig Lindgens sagte spontan zu, die restliche Finanzierung zu übernehmen.
Dafür steht ihm voraussichtlich die „Ehrenbürgerschaft“ von Kalamatya bevor. "Dann reise ich im kommenden Jahr eben erneut nach Sri Lanka", freut sich Lindgens, der bereits den ersten Spatenstich, gemeinsam mit einem kleinen Mädchen, durchführen durfte (siehe Foto).
Irmtraud Bönsch würde ihn gerne begleiten, denn auch sie war von dem sehr vertrauten Verhältnis und dem Gefühl, sehr gut aufgenommen worden zu sein, überwältigt. "Gebettelt," so die engagierte Spenderin, "haben die Menschen dort aber nie."

Auf Sri Lanka seien die Menschen dankbar für alles, was ihnen gegeben wird und glücklich damit. Die Momente der Freude überwogen auf dieser Reise.
Und obwohl die Dorfbewohner selber nicht viel haben, gaben sie den Mülheimern für Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld als Dank ein Geschenk mit nach Hause: Tee aus Ceylon.
"Darüber freue ich mich ganz besonders", so die OB. "Und seien Sie versichert, dass ich mit diesem Tee nur ganz besondere Gäste 'auszeichnen' werde."

Dagmar Mühlenfeld war von den Erzählungen der „Schlitzohren“ und dem Erfolg der Reise begeistert. Sie sieht die Nachhaltigkeit des Projektes gesichert. "Dank Ihres herausragenden Engagements und dank vieler weiterer Unterstützer können wir weiterhin viel Gutes leisten."

Die bisherige Hilfe der Aktion können Sie unter anderem in den Beiträgen "Mülheim hilft - beim Aufbau einer Schule", "GEW unterstützt Mülheim hilft" und "Mülheim hilft - eine Erfolgsstory" noch einmal nachverfolgen.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.schlitzohren.org auf der Internetseite des "Internationalen Club der Schlitzohren e.V.".

Deren Vorsitzende Cornelia Schwabe, Telefon: 0208 / 455-9915 und Walter Schernstein, Telefon: 0208 / 455-1352 geben gerne Auskünfte über die Arbeit des Vereins und zur Aktion "Mülheim hilft".

 

Kontakt


Stand: 11.04.2011

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