Archiv-Beitrag vom 20.08.2013Jugendgipfel auf Exkursion in Sachen Partizipation in Mülheim

Junge Leute aus Polen, Frankreich und Deutschland informieren sich über Charrette in der Wertstadt – Empfang durch Bürgermeisterin Renate aus der Beek

13. Jugendgipfel im Rahmen des Regionalen Weimarer Dreiecks. Thema Charrette. Wertstadt, Kohlenkamp 35/Löhberg. 20.08.2013 Foto: Walter Schernstein

Wie können Bürger in Europa Politik aktiv gestalten? Welche Rolle spielen Social Media und klassische Beteiligungsmodelle wie zum Beispiel Jugendräte? Um die Chancen und Risiken der Demokratie 2.0 geht es beim 13. Jugendgipfel im Regionalen Weimarer Dreieick, der am 19. August in Hattingen eröffnet wurde. 45 junge Erwachsene aus Frankreich, Polen und Deutschland recherchieren und diskutieren auf Einladung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und lernen innovative Projekte in der Region kennen - 28 von ihnen kamen nach Mülheim.

13. Jugendgipfel im Rahmen des Regionalen Weimarer Dreiecks. Thema Charrette. Wertstadt, Kohlenkamp 35/Löhberg. 20.08.2013 Foto: Walter Schernstein

Am Exkursionstag, 20. August 2013, näherte sich eine Teilgruppe inklusive professioneller Sprachvermittlerinnen und Betreuern im Wertstadtlokal der Praxis, die auf lokaler Ebene umgesetzt wird. Dazu hat sich das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. (IBB) die Stadt Mülheim an der Ruhr ausgesucht. Sie sind der Meinung, dass Mülheim mit dem Charrette-Verfahren ein wichtiges Beispiel bietet, um sich damit auseinanderzusetzen, welche Beteiligungsformen zur effektiven und nachhaltigen Meinungsvertretung innerhalb der Kommunen möglich sind und inwiefern die Bürger sich in die Entscheidungsprozesse einbringen.

Im Verlauf der Woche finden verschiedene Treffen mit Fachleuten sowie Experten und verschiedene Exkursionen und eine Abschlusskonferenz statt, wo die TeilnehmerInnen des Jugendgipfels die Möglichkeit finden, die Ergebnisse und Erlebnisse aus der Woche mit der Europaministerin, Dr. Angelica Schwall-Düren und den Vertretern aus Frankreich und Polen auszutauschen.

Reges Interesse an den Mülheimer Bürgerbeteiligungsverfahren

Bürgermeisterin Renate aus der Beek begrüßte die Jugendlichen in der Wertstadt. Katrin Witzel und Thorsten Kamp vom Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung führten in das Thema Charrette ein und informierten anschließend ausführlich über das Verfahren, die beiden Charrette-Veranstaltungen zum Kaufhof und Untere Schloßstraße im März vergangenen Jahres und zum Rathausmarkt (August 2012 und Mai 2013) sowie über das Integrierte Innenstadtkonzept.

 13. Jugendgipfel im Rahmen des Regionalen Weimarer Dreiecks. Thema Charrette. Wertstadt, Kohlenkamp 35/Löhberg. 20.08.2013 Foto: Walter Schernstein

(Fotos: Walter Schernstein)

Die Jugendlichen aus NRW, Polen und Frankreich stellten, unterstützt durch einige Mitglieder des Mülheimer Jugendstadtrates, durchaus kritische Fragen zum Charrette-Verfahren. Lassen sich die Ideen der Bürger überhaupt finanzieren? Kann auch in anderen Bereichen wie Kultur eine Charrette durchgeführt werden? Wie bekommt man alle BürgerInnen dazu mitzumachen? Wie sieht Bürgerbeteiligung generell aus in unserer Stadt? Das Interesse an dem Thema war groß und die beiden Stadtplaner hatten "alle Hände voll zu tun", um die vielen Fragen zu beantworten.
Nach über zwei Stunden machte sich die Gruppe dann auf nach Ratingen, um im dortigen Jugendamt mit Jugendräten und -parlamenten über deren Arbeit und über alte und neue Formen politischer Partizipation in der Kommune zu diskutieren. Es gibt bis zum 24. August noch viel zu erleben und auszutauschen beim 13. Jugendgipfel im Rahmen des Weimarer Dreicks.

Eindrücke vom Besuch der Jugendlichen in der Wertstadt gibt's in der Bildergalerie.


Hintergrundinformationen:

Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. (IBB) richtet zwischen dem 18. und 24. August 2013 im Auftrag der Staatskanzlei des Landes NRW den 13. Jugendgipfel im Rahmen des Regionalen Weimarer Dreiecks aus. In diesem Jahr wird das Thema  "Demokratie 2.0 - neue Partizipations- und Legitimationsformen" aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert. Auch in Mülheim an der Ruhr.

Die Jugendgipfel im Rahmen des Regionalen Weimarer Dreiecks werden seit 2001 jährlich ausgerichtet von den drei Partnerregionen. Die Begegnungen dienen der Vertiefung der Kontakte zwischen jungen Menschen aus den drei ehemaligen Bergbauregionen. Das "Weimarer Dreieck", aus dem der Jugendgipfel als ein geschätztes, nachhaltiges Ergebnis hervorgangen ist, wurde 1991 von den Außenministern Frankreichs, Polens und Deutschlands gegründet, unter anderem um die europäische Achse zu festigen. Nordrhein-Westfalen war zuletzt 2010 Gastgeber der Jugendbegegnung.

Über das IBB Dortmund
Grenzen überwinden - dieser Leitgedanke ist für das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Vision und Lösungsmodell, Ziel und Mittel seiner Arbeit. Weiterbildung und internationale Begegnungen sind seit 1986 die bewährten Markenzeichen des IBB in Dortmund. Das IBB ist zertifizierter Träger der Erwachsenenbildung und der politischen Bildung sowie anerkannter Träger der Jugendhilfe. 2011 erhielt das IBB den "Einheitspreis 2011 - Bürgerpreis der Deutschen Einheit" - von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund sowie das komplette Programm zum 13. Jugendgipfel im Rahmen des Weimarer Dreiecks vom 18. bis 24. August 2013. Daneben finden Sie Infos über die Jugendgipfel der vergangenen Jahre.

Kontakt


Stand: 21.08.2013

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