Gestaltungsfibel Heimaterde

Die Mitglieder des Planungsausschusses haben in ihrer Sitzung am 12. Dezember 2006 die optimierte Fassung der Gestaltungsfibel einstimmig beschlossen. Auf Anregung des Planungsausschusses in der Sitzung am 14. November 2006 waren einige Inhalte der Gestaltungsfibel nochmals mit den Bewohnern und Bewohnerinnen der Heimaterde, vertreten durch die beiden Interessengruppen, Siedlerverein und Siedlerinitiative, abgestimmt worden. Die Anregungen sind durch die Überarbeitung von vier Haustypen in die Gestaltungsfibel eingeflossen.

Wie entstand die Siedlung?

Siedlung Heimaterde - Straßenzug BromersfeldAm 1. Dezember 1916 wurde die Siedlungsgenossenschaft "Heimaterde" durch den Prokuristen der Firma Krupp, Max Halbach, gegründet. Nahe der Stadtgrenze zu Essen sollte im Mülheimer Stadtteil Heißen eine neue Siedlung für die bei Krupp Beschäftigten und ihre Familien entstehen. Die Pläne für die Siedlung entwarf der Mülheimer Architekt Theodor Suhnel. Die Siedlung entstand zwischen 1918 bis 1929 und 1930 bis 1941 in zwei großen Bauabschnitten und umfasste über 1000 Wohneinheiten. Auch heute sind die Gestaltungsideen der Gartenstadt noch deutlich ablesbar: Im Wechsel zwischen aufgelockerter und geschlossener Bebauung entstand ein großzügiger Siedlungsgrundriss mit ausgedehnten öffentlichen Freiräumen und von Hecken gesäumten Gärten. Die städtebauliche Figur der Siedlung wird wesentlich durch die fünf schmalen und bis zu 15 Metern tiefen Bachtäler, die sogenannten "Siepen", bestimmt. Die sorgfältig gestalteten Mehr- und Einfamilienhäuser mit ihren 21 unterschiedlichen Haustypen bilden eine unverwechselbare Einheit. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Siedlung weiterentwickelt und verändert, die baulichen und städtebaulichen Merkmale der ursprünglichen Planung haben sich aber bis heute bewahrt.

Aus diesem Grund ist es das Ziel, die Siedlung mit ihren historischen Gestaltmerkmalen zu erhalten. Gleichwohl sollen die Instandsetzung, Modernisierung und Anpassung der Gebäude an moderne Lebensgewohnheiten ermöglicht werden. Diese beiden Ziele gilt es, bei zukünftigen Um- und Anbauten der Gebäude, sensibel miteinander zu vereinbaren.

Was muss eingehalten werden?

Das am 13. Dezember 2005 vom Planungsausschuss zur Kenntnis genommene Rahmenkonzept empfiehlt eine gestaffelte Vorgehensweise bei dem Erhalt und der Entwicklung der Siedlung Heimaterde. Somit wird für die gesamte Siedlung eine Denkmalbereichssatzung erlassen. Die Gestaltungsfibel mit detaillierter Beschreibung jedes einzelnen Haustyps dient als Orientierungshilfe und soll den Eigentümerinnen und Eigentümern, BauherrInnen und ArchitektInnen als Leitfaden zum Erhalt des einheitlichen Siedlungsbildes an die Hand gegeben werden. Darüber hinaus erfolgt die flächendeckende Aufstellung von Bebauungsplänen. Hier werden die zwingenden Vorgaben der Gestaltungsfibel für die einzelnen Haustypen festgesetzt und somit rechtlich verankert.

Die Gestaltungsfibel besteht aus einzelnen Faltblättern und ist nicht als gebundenes Gesamtwerk zu verstehen. Es gibt ein Einleitungsblatt, in dem der Anlass der Gestaltungsfibel und ihr Ziel beschrieben und erläutert werden. Des Weiteren gibt es für jeden einzelnen Haustyp ein Faltblatt mit verbindlichen Vorgaben, die zwingend eingehalten werden müssen, und Ausführungshinweise, die über die bindenden Vorgaben hinaus zum Erhalt des Siedlungscharakters beitragen. Die verbindlichen Vorgaben werden in die textlichen Festsetzungen der Bebauungspläne integriert. Abhängig vom jeweiligen Haustyp gibt es zusätzlich ein Einlegeblatt bezüglich der Anbaumöglichkeiten.

Die erste Gestaltungsfibel für einen Teilbereich der Siedlung Heimaterde aus dem Jahre 2004 ist in die Gesamtfibel eingeflossen und dient zukünftig nicht mehr als Leitfaden für die EigentümerInnen, BauherrInnen und ArchitektInnen.

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Stand: 22.09.2017

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