Katzenjammer

Katzenjammer - alles was Sie zum Thema Kastration wissen sollten.

 

Wie kommt es zum „Katzenjammer“?

Katzenkolonien mit verwilderten Katzen entstehen, wenn Katzen von ihren Besitzern und Besitzerinnen ausgesetzt oder zurückgelassen werden. Die Katzen suchen Unterschlupf in Gärten, auf alten Fabrikgeländen oder in verfallenen Häusern, der noch bestehende Jagdtrieb reicht aber keineswegs aus, um die Katzen ausreichend zu ernähren.

Die Folgen: Hunger und Krankheiten, die zum Teil auch auf Menschen übertragbar sind.

Zudem vermehren sich die verwilderten Katzen unkontrolliert. Auch der Nachwuchs kann nicht ausreichend ernährt werden, Mangelernährung und Krankheiten führen dann häufig zum qualvollen Tod der Katzen.

Wie kann ich helfen?

Wenn Sie eine verwilderte Katzenpopulation kennen, ist das Füttern der Tiere der falsche Weg, um das Katzenelend zu verringern. Dies ist falsch verstandene Tierliebe und verschlimmert die Probleme nur!

Auch umherstreunende Katzen müssen gefangen und kastriert werden, um die unkontrollierte Vermehrung und das Katzenelend zu verhindern. Gerade die Vergrößerung von verwilderten Katzenpopulationen führt zu noch mehr Hunger unter den Tieren und der Ausbreitung von Erkrankungen aufgrund fehlender medizinischer Versorgung.

Auf seinen Entdeckungstouren wird sich Ihr unkastrierter Stubentiger auch mit verwilderten Katzen paaren. Durch den so gezeugten Nachwuchs wird das Katzenelend unter den verwilderten Katzen vergrößert oder Ihre Katze kommt selbst mit unerwünschtem Nachwuchs nach Hause.

Durch Rangkämpfe mit anderen unkastrierten Katzen kommt es häufig zu Verletzungen, und im schlimmsten Fall zur Übertragung unheilbarer und tödlich endender Infektionskrankheiten wie FIV (Katzenaids) oder der Felinen Leukose.

Das Revier eines unkastrierten Katers ist deutlich größer als das eines kastrierten Tieres, dies begünstigt die Austragung von mit Verletzungen einhergehenden Rangkämpfen. Außerdem kommt es zu Abwanderungen der Kater, um ihren Paarungstrieb zu befriedigen. Weiterhin ist zu beachten, dass unkastrierte Kater ihr Revier mit Urin markieren, dem für uns Menschen äußerst unangenehm riechende Duftstoffe beigefügt sind. Diesen Geruch möchten Sie sicherlich nicht in Ihrer Wohnung haben.

Nicht kastrierte Katzen dagegen haben durch die hohe hormonelle Belastung des Körpers ständigen Stress, wenn sie nicht gedeckt werden. Diese sogenannte Dauerrolligkeit (Empfängnisbereitschaft) führt schnell zu schweren Erkrankungen der Gebärmutter oder zu Brustkrebs.

Wenden Sie sich bei weiteren Fragen gerne an den Tierschutzverein Mülheim e. V..

Warum kann nur die Kastration von Katzen dem „Katzenjammer“ vorbeugen?

Katzen sind bereits mit etwa sechs Monaten geschlechtsreif. Sie werden mehrfach im Jahr rollig (in der Regel alle zwei bis vier Wochen) und können somit auch mehrfach trächtig werden und Jungtiere gebären.

Angenommen, die Katze hat zwei Würfe pro Jahr und es würden pro Wurf drei Junge überleben, die sich dann ebenfalls nach einem halben Jahr vermehren, dann hat diese eine Katze rechnerisch nach fünf Jahren bereits 13.000 Nachkommen.

Diese enorme Anzahl von Jungtieren macht es unmöglich, dem Problem Herr zu werden. Der „Katzenjammer“ wird weiter fortbestehen, weil Katzen halb verhungert sind und unter Krankheiten leiden. Neben einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung fehlt den verwilderten Katzen vor allem eine medizinische Versorgung. Krankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenseuche, Feline Leukose, FIV (Katzenaids) und FIP (Ansteckende Bauchfellentzündung) werden nicht nur aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung zum teilweise tödlichen Problem. Aufgrund der hohen Katzendichte besteht zusätzlich eine sehr hohe Infektionsgefahr.

Dem Katzenjammer kann nur nachhaltig vorgebeugt werden, wenn die Vermehrung von verwilderten Katzen dadurch kontrolliert wird, dass vermehrt kastriert wird.

Die Kastration von Katzen ist aktiver und nachhaltiger Tierschutz! Daher sollten Sie als KatzenhalterIn Ihre Katze kastrieren lassen.

Was passiert bei einer Kastration?

Die Kastration ist ein routinemäßiger ungefährlicher Eingriff unter Narkose, bei dem der Katze die Eierstöcke, und dem Kater die Hoden entfernt werden. In der Regel ist Ihr Liebling noch am selben Tag wieder munter und darf nach Hause. Nach etwa zehn Tagen ist die Wunde vollständig verheilt und der Eingriff ist vergessen.

Die Angst, dass Ihre Katze nach der Kastration träge und dick wird, ist unbegründet. Der Stoffwechsel der Katzen verändert sich zwar durch die fehlenden Geschlechtshormone, eine Gewichtszunahme kann jedoch durch eine geeignete Futterumstellung verhindert werden. Viele Katzen werden sogar nach einem solchen Eingriff anhänglicher. Durch eine Kastration helfen Sie Ihrer Katze ein gesundes und stressfreieres Leben zu führen.

Und wenn Ihre Katze dann einmal in Narkose liegt, sollte sie direkt mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Die damit verbundene Anmeldung bei Haustierregistern, wie zum Beispiel Deutscher Tierschutzbund, TASSO oder ifta, helfen, Ihren Liebling schnell wieder nach Hause zu bringen, wenn der Streifzug doch einmal etwas zu weit von zu Hause weg geführt hat und Ihre Katze im Tierheim gelandet ist.

Wenn sie noch weitere Fragen rund um das Thema Kastration haben, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin.

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Stand: 19.10.2017

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