Reiseverkehr mit Hund und Katze

EU-Heimtierpass ab Oktober 2004

Ein Hund und eine Katze liegen nebeneinander. Hund und Katze.Seit dem 1. Oktober 2004 gelten in der EU weitgehend einheitliche Regelungen für das Verbringen von Heimtieren (Verordnung (EG) 998/2003) zwischen den Mitgliedsstaaten. Heimtiere müssen mit einem Mikrochip (ISO-Norm 11784 oder 11785) oder übergangsweise noch bis 2. Juli 2011 durch eine Tätowierung gekennzeichnet werden.
Für jedes Tier muss ein EU-Heimtierpass mitgeführt werden, aus dem die gültige Tollwutimpfung mit einem zugelassenen Impfstoff hervorgeht. Die Gültigkeit der Tollwutimpfung ist abhängig von den Angaben des Impfstoffherstellers und muss vom Tierarzt im Heimtierpass vermerkt werden.
Die Tollwutimpfung muss mindestens 21 Tage alt sein. Weitere Impfungen sind nicht vorgeschrieben, können aber in den Pass eingetragen werden.

Die oben dargestellten Regelungen gelten grundsätzlich für den privaten Reiseverkehr mit bis zu fünf Tieren. Die im Stadtgebiet Mülheim praktizierenden Tierärzte sind ermächtigt EU-Heimtierausweise auszustellen. Das hiesige Veterinäramt stellt den Heimtierpass nicht aus.

Schweden, England, Irland und Malta dürfen noch weiter ihre bisherigen schärferen Bedingungen für die Einreise mit Heimtieren stellen, bespielsweise die Bestimmung des Tollwutantikörpertiters sowie besondere Forderungen hinsichtlich einer erfolgten Bandwurm- und Zeckenbehandlung. Auch Finnland darf eine Behandlung gegen Bandwürmer verlangen.

Tierhalter, die ihre Heimtiere mit auf Reisen nehmen ohne die "neuen Bestimmungen" einzuhalten müssen mit Problemen an den Grenzen rechnen. Im Einzelfall können Sanktionen des jeweiligen Mitgliedstaates folgen, die bis zur Quarantäne des Tieres führen und mit erheblichen Kosten verbunden sind.

Reisen in Drittländer (Nicht EU-Länder)

Für Drittländer gelten weiterhin deren eigene länderspezifische Bestimmungen, die für die Einreise erfüllt sein müssen. Diese sind bei der entsprechenden Botschaft abzufragen.

Notwendige amtstierärztliche Gesundheits- und Impfbescheinigungen werden hier vom Veterinäramt nach Terminvereinbarung ausgestellt.

Die EU hat eine Liste von Drittländern erstellt, bei denen der Tollwut-Status dem der EU entspricht. Bei der Wiedereinreise aus einem dieser gelisteten Länder in die EU gelten somit die gleichen Regeln wie für den innergemeinschaftlichen Reiseverkehr.

Bei der Wiedereinreise aus einem nicht gelisteten Drittland in die EU gelten weitergehende Anforderungen:

  • Es muss mindestens 30 Tage nach der Impfung durch eine Blutuntersuchung der Tollwutantikörpertiter ermittelt werden; dieser muss mindestens 0,5 IE/ml betragen.
  • Diese Antikörpertiterbestimmung ist vor der Ausreise in das nicht gelistete Drittland durchzuführen und im Heimtierpass zu vermerken.
  • Die Tollwutantikörpertiterbestimmung muss nicht wiederholt werden, wenn die Impfung regelmäßig nach den Angaben des Impfstoffherstellers aufgefrischt wird.

Diese bereits vereinfachten Regelungen der EU gelten nur, wenn das Tier mit dem Besitzer im privaten Reiseverkehr aus Deutschland kam, dann in das nicht-gelistete Drittland (wie Türkei, Marokko, Ägypten und weitere) reiste und dann mit dem Besitzer wieder von dort zurück kommt (Wiedereinreise).

Sollte es sich um einen Hund oder eine Katze handeln, der/die aus einem nicht gelisteten Drittland mit nach Deutschland gebracht werden soll, so sind weitere Anforderungen zu erfüllen. So muß zum Beispiel zwischen dem Zeitpunkt der Blutentnahme bis zur Einreise nach Deutschland eine Wartezeit von mindestens (wenn der Antikörpertiter ausreichend hoch war) drei Monaten eingehalten werden. Da die Tiere erst mit drei Monaten überhaupt gegen Tollwut geimpft werden können, bedeutet dies, dass sie erst mit sieben Monaten nach Deutschland gebracht werden können- die Erfüllung aller Anforderungen nebst zusätzlicher Veterinärbescheinigungen vorausgesetzt.

Nehmen Sie keine fremden Tiere, zum Beispiel als sogenannte „Flugpaten", aus Urlaubsländern mit.
Für diese Tiere gelten je nach Land besondere Bestimmungen und sie können bei  Nicht-Vorliegen der Voraussetzungen beschlagnahmt und quarantänisiert werden, was mit erheblichen Kosten verbunden ist. Auch als Flugpate sind Sie hierfür voll verantwortlich.


Bitte bringen Sie zum Untersuchungstermin (vorherige Terminabsprache ist erforderlich!) Ihren Hund beziehungsweise Ihre Katze sowie den Impfausweis und eventuell andere länderabhängige Bescheinigungen mit.

Die Gebühren für die Ausstellung einer amtstierärztlichen Gesundheitsbescheinigung betragen 10,- Euro je Tier.


Genauere Informationen zu den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten finden sie in der Broschüre „Einreisebestimmungen für Hund und Katze“ der Firma Intervet und auf den Seiten der EU sowie beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und bei der Bundestierärztekammer.

Hier gelangen Sie zu den Botschaften: www.auswaertiges-amt.de.

Kontakt


Stand: 14.11.2012

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