Aktuell

Fern der großen Städte
Expressionismus der 1920er-Jahre
24. September 2017 bis 14. Januar 2018 | Erdgeschoss

Max Kaus, Liegende Frau mit Katze, 1923 aus der Ausstellung Fern der großen Städte 24.9.17-14.1.18 im Kunstmuseum Mit dem doppelseitig bemalten Gemälde Der Schwimmer von Erich Heckel aus dem Jahr 1919, dem Gemälde Dorfhäuser von Otto Mueller oder Wäscherinnen am Meer von Karl Schmidt-Rottluff verfügt das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr über bekannte Werke des späten Expressionismus.

Nach dem revolutionären Aufbruch der Künstlergruppe "Brücke" in den Jahren von 1905 bis 1913, konnte sich der Expressionismus nach dem Ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik als museale Kunst etablieren. Während sich eine jüngere Generation, Freunde und Weggefährten dem Bauhaus und später der Neuen Sachlichkeit zuwandten, traten die Expressionisten in eine beruhigtere Lebens- und Schaffensphase ein. Die Erfahrungen von Leid und Tod hatten sie reifen lassen; Inspiration und inneren Frieden suchten sie im privaten Glück zu zweit und im Rückzug in ländliche und naturhafte Regionen an Nord- und Ostsee.

Expressionistische Tendenzen lebten zwar bis in die 1930er-Jahre und auch nach 1945 fort, doch ein "etablierter" Spätexpressionismus vermochte nicht mehr dem avant-gardistischen Anspruch der Kritik zu entsprechen. Ungeachtet dessen suchten jüngere Künstler wie Walter Gramatté, Anton Kerschbaumer, Max Kaus und Otto Herbig den Expressionismus fortzusetzen. Sie orientierten sich an den ehemaligen "Brücke"-Künstlern Erich Heckel, Otto Mueller und Karl Schmidt-Rottluff, zu denen sich neue Freundschaften bildeten. Man plante gar, die "Brücke" als Ausstellungsgemeinschaft künstlerisch Gleichgesinnter neu zu beleben. Für die durch zwölf Städte wandernde Ausstellung "Acht Maler stellen aus" fanden sich 1930 Walter Gramatté, Erich Heckel, Max Kaus, Anton Kerschbaumer, Otto Herbig, Otto Mueller, Christian Rohlfs und Karl Schmidt-Rottluff zusammen.

Bekannte Motive und Themen aus der Frühzeit des Erich Heckel, Gent, 1924, aus der Ausstellung Fern der großen Städte, 24.9.17-14.1.18 im Kunstmuseum
Expressionismus wie die Landschaft, der Akt bzw. der Körper im Raum erfuhren eine formale Klärung und stilistische Beruhigung. Gattungen wie Interieur,
Portrait und Stillleben wurden weitergeführt und miteinander verknüpft. In der Rückkehr zu klassischeren Bildordnungen entfernte sich der Expressionismus zunehmend von den Themen der Vorkriegszeit. Zu bemerken ist bei einzelnen Künstlern wie Peter August Böckstiegel der Rückbezug
auf den "heimatlichen Boden", auf vormoderne Lebensformen und die Herkunftsfamilie. Die Großstadt verliert als Thema zunehmend an Relevanz.

Mit rund 60 Werken widmet sich das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr dem späten Expressionismus der 1920er-Jahre und rückt somit einen weniger bekannten Weg in der Kunst der Weimarer Republik in den Blick. Präsentiert werden in dieser von Janina Dahlmanns und Beate Reese zusammengestellten Ausstellung Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Grafiken der führenden "Brücke"-Künstler sowie jüngerer Kollegen und Weggefährten. Werke aus der eigenen Sammlung und der Sammlung Ziegler werden  ergänzt durch Leihgaben aus dem Brücke-Museum Berlin, der Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf, sowie aus Privatbesitz.

Künstler und Künstlerinnen:
Peter August Böckstiegel, Conrad Felixmüller, Werner Gilles, Walter Gramatté, Erich Heckel, Otto Herbig, Robert W. Huth, Max Kaus, Anton Kerschbaumer, Ernst Ludwig Kirchner, Dorothea Maetzel-Johannsen, Otto Mueller, Christian Rohlfs, Joseph Scharl und Karl Schmidt-Rottluff

Öffentliche Führungen:
Sonntag - jeweils um 11.30 Uhr

  • 1. Oktober
  • 22. Oktober
  • 29. Oktober
  • 5. November
  • 26. November
  • 3. Dezember
  • 17. Dezember 2017
  • 14. Januar 2018

Sonntag jeweils um 15 Uhr

  • 19. November
  • 3. Dezember 2017

Donnerstag um 16.30 Uhr - After-Work-Führung

  • 30. November 2017

Kunst & Kaffee
Mittwoch, 8. November 2017, 15 Uhr - Dr. Beate Reese

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag sowie am 3. Oktober und am 26. Dezember 2017 von 11 bis 18 Uhr

Montag sowie am 31. Oktober, 1. November, 24. und 25. Dezember, 31. Dezember 2017 und 1. Januar 2018 geschlossen

Mit freundlicher Unterstützung
Logo der Sparkassenstiftung Mülheim an der Ruhr



Otto Pankok (1893−1966). Expressionistische GrafikOtto Pankok, Mühle I, 1922, Radierung, Kaltnadel, Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, © Pankok Museum Haus Esselt, © Foto: Alexander Voß
17. September 2017 bis 4. Februar 2018 | Grafikraum

 

Parallel zur Ausstellung »Fern der großen Städte« sind im Grafikraum Kohlezeichnungen, Radierungen und Holzschnitte des Künstlers Otto Pankok aus der Sammlung des Kunstmuseums zu sehen. Besonders in den druckgrafischen Werken zeigt sich in

den Jahren von 1919 bis 1924 seine Auseinandersetzung mit der Formensprache des Expressionismus. Inspiriert von Reisen und Aufenthalten in ländliche Regionen und am Meer, spiegeln die grafischen Blätter seine Sehnsucht nach einem naturnahen
Leben wider.

 



Alice Könitz: Anzug, 2017, Installationsansicht | © 2017 VG Bild-Kunst, Bonn zur Ausstellung Das Los Angeles Museum of Art (LAMOA) präsentiert: Mülheim/Ruhr und die 1970er-Jahre Eine Ausstellung von und mit Alice Könitz und Gäste Das Los Angeles Museum of Art (LAMOA) präsentiert:
Mülheim/Ruhr und die 1970er-Jahre
10. September 2017 bis 4. Februar 2018 |
2. Obergeschoss

 

Eine Ausstellung von und mit Alice Könitz
und Yukako Ando, Harry Dodge, Andreas Fogarasi, Peter Könitz, Julia Kröpelin, Sonia Leimer, Wolfgang Liesen, Christian Kosmas Mayer, Allison Miller, David Polzin, Stephanie Taylor, Jörg Wagner, Stefan Wissel und Alexander Wolff

Alice Könitz gehört zu den bedeutenden zeitgenössischen KünstlerInnen, die das Ruhrgebiet hervorgebracht hat. 1970 in Essen geboren, verbrachte die Tochter des Bildhauers Peter Könitz ihre Kindheit und frühe Jugend in Mülheim an der Ruhr. 1996 wurde sie mit dem Förderpreis des Ruhrpreises für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet.

Nach dem Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf (Meisterschülerin von Tony Cragg) führten sie ein DAAD-Stipendium und ein Studium am California Institute of the Arts (CalArts) in die Kunstmetropole Los Angeles, wo sie bis heute lebt und arbeitet.

An der Westküste der USA entwickelte Alice Könitz ein umfangreiches Werk, das skulpturale Objekte, Filme, Zeichnungen und Collagen umfasst. Für ihre Werke, die sie im weitesten Sinne als „konzeptuelle Skulpturen“ verstanden wissen will, greift sie auf einfache und alltägliche Materialien zurück. Bezugnehmend auf konkrete Orte, Situationen und Räume verhandeln ihre Arbeiten sowohl das Private als auch das Öffentliche. Vielfach bewegen sie sich an der Schnittstelle von Architektur und Design.

2012 konzipierte sie auf kleinstem Raum das Los Angeles Museum of Art (LAMOA). LAMOA ist ein experimenteller Ausstellungsraum, den die Künstlerin als variable “Plattform“ für eine partizipatorische künstlerische Praxis beschreibt. 2014 wurde das Los Angeles Museum of Art als Teil der Made In LA Biennale am UCLA Hammer Museum mit dem Mohn Award für herausragende künstlerische Leistungen (Artistic Excellence) ausgezeichnet.

In Deutschland ist Alice Könitz noch zu entdecken. Die Rückkehr in ihre frühere Heimatregion war der Anlass für eine künstlerisch reflexive Aufarbeitung persönlicher und topographischer Geschichte. In dieser von ihr konzipierten und kuratierten Ausstellung verbindet sie zwei Ausstellungen: Während sie in einem Ausstellungssaal eigene Arbeiten präsentiert, führt sie als Betreiberin des LAMOA im anderen Raum Künstler und Künstlerinnen aus Amerika und Europa zusammen. Verbindendes Element in beiden Räumen ist ein Display-System, das gleichsam auch als skulpturale Arbeit gesehen werden kann.

Die von ihr vorgenommene Auswahl derStefan Wissel: Eternal Cab, 2017, Scooter Chassis (Stahblech, Autolack, Aluminium, Gummi), Schiffsglocke (Messing) | Courtesy VAN HORN Düsseldorf zur Ausstellung Das Los Angeles Museum of Art (LAMOA) präsentiert: Mülheim/Ruhr und die 1970er-Jahre. Eine Ausstellung von und mit Alice Könitz
KünstlerInnen beruht zum einen auf diebiografische Nähe zu Mülheim und Düsseldorf wie zum anderen
auf die Nähe zu zeitgenössischen Künstlern in Europa und den USA, mit denen sie ähnliche Interessen und Haltungen sowohl auf formaler wie auf konzeptueller Ebene teilt. Bis auf Wolfgang Liesen und Peter Könitz, die als Vertreter einer anderen Generation ihre frühen Jahre begleitet haben, sind KünstlerInnen zusammengeführt, zu denen eine Zeitgenossenschaft besteht. Einige, wie Andreas Fogarasi, Sonia Leimer, Stephanie Taylor und Jörg Wagner haben bereits im LAMOA in Los Angeles ausgestellt.

»Vermutlich wird man«, so Alice Könitz, »die leichte Ironie des Titels wohl erst beim Besuch der Ausstellung verstehen.«

Begleitveranstaltungen:

Öffentliche Führungen
Sonntag, 15. Oktober 2017, 11.30 Uhr | Judith Eilers B. A.
Sonntag, 19. November 2017, 11.30 Uhr | Carolin Lorenz

Sonderführung für Mitglieder des Mülheimer Kunstvereins
Samstag, 20. Januar 2018, 16.00 Uhr
mit Museumsleiterin Dr. Beate Reese

Mit freundlicher Unterstützung

Logo des Mülheimer Kunstvereins e.V.: www.muelheimer-kunstverein.de

 

 



Stand: 20.09.2017

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