Gewässerzustandsbericht 2014

Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat in den vergangenen zwei Jahren eine umfassende ökologische Bestandsaufnahme von 215 Gewässern (Haupt- und Nebenläufe) im Stadtgebiet vornehmen lassen. Neben sehr kleinen Bächen, die manchmal nicht einmal einen Namen besitzen, sind auch die bekannten Gewässer Rumbach und Wambach bearbeitet worden.

 

Unterlauf des Rumbach - Rumbach: Kleiner Talauebach im Deckgebirge: Der Rumbach entspringt im Essener Stadtteil Haarzopf und mündet als rechter Zufluss in die Ruhr. Der gesamte Gewässerverlauf weist eine Länge von ca. 7,4 km auf. Im Mülheimer Stadtgebiet beträgt der Fließweg ca. 6,3 km.   Hydromorphologische Besonderheiten Nebengewässer Rumbach
Unterlauf des Rumbach   Hydromorphologische Besonderheiten - Nebengewässer Rumbach

Als Ergebnis liegt nun der Gewässerzustandsbericht vor, der als Fortsetzung von Untersuchungen, die bereits seit den 1980er Jahren durchgeführt werden, eine zusammenfassende Grundlage für die fachliche Arbeit der Stadtverwaltung liefert.

Der Gewässerzustandsbericht gliedert sich in die Teile Gewässerstruktur (sogenannte hydromorphologische Verhältnisse), Kleinstlebewesen auf der Bachsohle (sogenannte Makrozoobenthos; an 27 Probestrecken erfasst) und die Wasserqualität (chemisch-physikalische Parameter; an 62 Probestellen erhoben). Die Erhebungen und Bewertungen beruhen auf Vorgaben des Landes und der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, deren Umsetzung verpflichtend ist.

Die hydromorphologischen Verhältnisse und das Makrozoobenthos spiegeln hierbei den Zustand eines Baches wider, der sich durch längere Entwicklungen ergibt. In die Erfassung gehen die Gestalt des Bachbettes, seines Ufers und des nahen Umfeldes ein. Dadurch ist es möglich, grundsätzliche Probleme eines Baches, aber auch besonders gut entwickelte Gewässerabschnitte zu erkennen.

Die chemisch-physikalischen Verhältnisse dienen dagegen vor allem dazu, Belastungen durch Einleitungen und Einträgen aus dem Gewässerumfeld zu erkennen. Eine Wasserprobe und deren Analyse zeigen aber immer nur die Ergebnisse einer Momentaufnahme, die nur durch kontinuierliche Messungen in ihrer Bedeutung abzuschätzen sind. Überschreitungen von Grenz- oder Richtwerten weisen jedoch auf Belastungen hin und ermöglichen es der Unteren Wasserbehörde, weitere Nachforschungen anzustellen und die Ursachen zu ermitteln.

Es hat sich durch das komplette Abgehen der Bäche in Mülheim an der Ruhr gezeigt, dass alle Fließgewässer aufgrund der Lage im dicht bebauten Stadtgebiet schon seit vielen Jahrzehnten durch den Menschen genutzt, umgestaltet und beeinflusst worden sind. Der Gewässerzustandsbericht dokumentiert deshalb viele Gewässerabschnitte, die aktuell nach dem Verfahren des Landes als sehr stark bis vollständig verändert eingestuft werden müssen. Wenige Abschnitte sind aber auch naturnah geblieben. Von großer Bedeutung sind auch die zahlreichen Querhindernisse, die es den im Wasser lebenden Tieren nicht ermöglicht, sich in den Bächen über längere Abschnitte zu bewegen.

Larve des Bachneunauges, potenzielle Tierart am Wambach, Mülheim-Saarn.Auch der aktuelle Bestand an Kleinstlebewesen auf dem Bachbett belegt zum überwiegenden Teil, dass deutliche Defizite vorliegen; nur an wenigen Probestellen wird ein guter ökologischer Zustand erreicht. Dabei berücksichtigt der Maßstab für die Bewertung die besonderen nutzungsbedingten Anforderungen an die Bäche bereits.

Überschreitung von Grenzwerten

Die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen haben bei zahlreichen Stoffen eine Überschreitung von Grenzwerten ergeben. Hierzu sind weiterführende Ursachenermittlungen notwendig. Viele dieser Werte sind der Stadt schon durch laufende Untersuchungen bekannt und werden durch die Untere Wasserbehörde bereits intensiv verfolgt.

Dass es bei den Bächen im Stadtgebiet noch viel zu tun gibt, um sie – wo es geht – naturnäher umzugestalten, war den Verantwortlichen der Stadtverwaltung bereits klar, aber der Gewässerzustandsbericht zeigt nun detailliert die Verhältnisse auf. So können zukünftige Verbesserungsmaßnahmen zielgerichtet ausgewählt, konzeptionell geplant und mithilfe von Zuschüssen des Landes auch umgesetzt werden. Daneben können auch veränderte, das heißt reduzierte, Pflegemaßnahmen – wo es der Hochwasserschutz erlaubt – ohne aufwendige Genehmigungsverfahren voraussichtlich bereits positive Entwicklungen einleiten.

Der Bericht zeigt, dass es zahlreiche Gewässer gibt, die mit geringen Maßnahmen ein hohes Entwicklungspotenzial besitzen. Neben den finanziellen Grenzen der Stadt Mülheim an der Ruhr wird aber auch die Verfügbarkeit von Grundstücken für die Umgestaltungen von entscheidender Bedeutung sein.

Die Stadt Mülheim an der Ruhr beabsichtigt, den Gewässerzustandsbericht jährlich fortzuschreiben und noch weitere Untersuchungsparameter einzubinden.

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Stand: 03.03.2016

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