Naturnaher Umbau des Alpenbachs in Mülheim-Mintard

Der Alpenbach in Mülheim-Mintard verläuft als eingetiefter Graben und fließt bei Flusskilometer 20,7 in die Ruhr. Die bereits hinter den neuen Häusern im Bereich August-Thyssen-Straße durchgeführte ökologische Umgestaltung soll bis zur Ruhr hin fortgesetzt werden. Dies beschloss am 19. Mai 2015 bereits der städtische Umweltausschuss. Fördermittel vom Land NRW wurden bereits bewilligt, so dass die Stadt nur 10 Prozent der anfallenden Kosten übernehmen muss.

Der Alpenbach bei km 0,1- begradigt und strukturarm.

Hintergrund der Umgestaltung ist die sogenannte Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL). Nach dieser gesetzlichen Vorgabe vom Jahr 2000 müssen alle europäischen Fließgewässer bis zum 22. Dezember 2015 in einen guten ökologischen Zustand versetzt werden. Fristverlängerungen mit einer entsprechenden Begründung sind möglich, der gute ökologische Zustand muss sich aber bis zum 22. Dezember 2027 eingestellt haben.

Der Anfang 2015 vom Umweltamt vorgelegte Gewässerzustandsbericht zeigt deutlich auf, dass noch viele Defizite an den Mülheimer Gewässern herrschen. Dabei geht es um stoffliche, das heißt chemische Belastungen genauso wie um sogenannte strukturelle Defizite. Der Alpenbach zum Beispiel ist ein "kleines Niederungsgewässer der Fluss- und Stromtäler" und müsste demnach leicht mäandrieren, einen steten Wechsel von Schnellen und Stillen sowie eine sehr hohe Habitatvielfalt aufweisen. Wie im Gelände zu erkennen ist, entspricht der Alpenbach mit seinem grabenartigen geraden Verlauf nicht diesem Leitbild. Die bestehenden Verrohrungen sind zudem Wanderungshindernisse für Fische und kleinere Wasserorganismen.

Durchlass unter landwirtschaftlichem Weg am Alpenbach- die Durchgängigkeit von Sohle und Ufer ist nicht gegeben.

Konkret geplant ist daher am Alpenbach der Umbau von drei Brücken beziehungsweise gemauerter Durchlässe und des Einlaufes in die Ruhr, um die Durchgängigkeit für Wasserlebewesen herzustellen. Außerdem wird dem Gewässer ein naturnaher, gewundener Verlauf ermöglicht, indem Bodenmaterial direkt am östlichen Ufer in einer Gesamtbreite von etwa 10 Metern ausgeräumt wird. Hier kann sich dann eine sogenannte Sekundäraue mit einer standorttypischen Vegetation entwickeln. Insgesamt steht dem Gewässer ein Entwicklungskorridor von 30 Metern zur Verfügung. Alle Maßnahmen werden gemäß der "Richtlinie für naturnahe Unterhaltung und naturnahen Ausbau der Fließgewässer des Landes NRW" ("Blaue Richtlinie") durchgeführt.

Baustart ist in der zweiten Oktoberhälfte. Für Einschränkungen im Bereich der Baustelle wird um Verständnis gebeten.

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Stand: 16.10.2017

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