37.
Mülheimer Theatertage NRW
Die Stücke eines Jahres im Wettbewerb
um den Mülheimer Dramatikerpreis

Archiv-Beitrag vom 08.03.2012Philipp Löhle


Stücke 2012: Philipp Löhle, Autor des Stückes DAS DING,  UA: 14.05.2011, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg / Ruhrfestspiele Recklinghausen


geboren 1978 in Ravensburg. Studium der Geschichte, Theater- und Medienwissenschaft und deutschen Literatur in Erlangen und Rom. Erste Theaterstücke entstanden noch während des Studiums.
Außerdem journalistische und filmische Arbeiten (Kurzfilme, Dokumentarfilme, Praktika).
Von 2008 bis 2010 war Philipp Löhle Hausautor am Maxim Gorki Theater in Berlin. In der Spielzeit 2011/2012 ist er Hausautor am Nationaltheater Mannheim.

 

Stücke

Kauf-Land UA: Theater Erlangen 2005, Regie: Katrin Lindner

Genannt Gospodin UA: 28.10.2007, Schauspielhaus Bochum, Regie: Kristo Šagor – „Stücke ´08“

Big Mitmache UA: 30.01.2008, Schaubühne am Lehniner Platz (Uraufführungswerkstatt „60 Jahre Deutschland“)

Die Kaperer UA: 20.03.2008, Schauspielhaus Wien, Regie: Jette Steckel

Lilly Link oder Schwere Zeiten für die Rev... UA: 07.11.2008, Theater Heidelberg, Regie: Oratio Zambeletti

Morgen ist auch noch ein Tag UA: 23.01.2009, Theater Baden-Baden, Regie: Katharina Kreuzhage

Die Unsicherheit der Sachlage UA: 28.05.2009, Schauspielhaus Bochum, Regie: Anne Lenk

Die Überflüssigen UA: 28.05.2010, Maxim Gorki Theater, Regie: Dominic Friedel

supernova (wie gold entsteht) UA: 15.01.2011, Nationaltheater Mannheim, Regie: Cilli Drexel

Das Ding UA: 14.05.2011, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg / Ruhrfestspiele Recklinghausen, Regie: Jan Philipp Gloger – „Stücke 2012“

Der Wind macht das Fähnchen UA: 20.01.2012, Theater Bonn, Regie: Dominic Friedel

 


Auszeichnungen

2007 Förderpreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie - für „Genannt Gospodin“
2007 Werkauftrag des Theatertreffen-Stückemarktes
2008 Jurypreis des Heidelberger Stückemarktes -  für „Lilly Link“

 

 

Das Ding


Deutsches Schauspielhaus in Hamburg / Ruhrfestspiele Recklinghausen


Wie kann man von der Bühne über so etwas Abstraktes wie Globalisierung erzählen? Philipp Löhle hat die Lösung gefunden, indem er sich der Perspektive eines klitzekleinen «Dings» anvertraut: einer Baumwollflocke, in Afrika vom Entwicklungshelfer Beat Stücke 2012: Janning Kahnert und Martin Wißner in DAS DING von Philipp Löhle, Inszenierung des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg / Ruhrfestspiele Recklinghausengepflückt, in China vom Jung- unternehmer Li gepult und zum T-Shirt verarbeitet, nach Deutschland verschifft und am Körper von Katrin gelandet, die sich in ihrer Ehe ziemlich langweilt und kleine Pornoshows mit sich als Darstellerin ins Netz stellt. Was auf seinem Laptop im fernen China der Li sieht, der sich unsterblich verliebt und nach Deutschland fliegt. Bewaffnet mit einem Gewehr, dass er Beat abgekauft hat, steht er wieder vor der Baumwollflocke im T-Shirt... Und das ist nur ein Bruchteil der Erlebnisse des kleinen Dings in der großen Welt. Es gibt auch noch eine ganze Menge Stücke 2012: Tim Grobe, Martin Wißner, Janning Kahnert, Stefan Haschke in DAS DING von Philipp Löhle, Inszenierung des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg / Ruhrfestspiele Recklinghausen Eifersucht und Exhibitionismus, eine Kunstmarktsatire, rumänische Fleischproduzenten, ein echtes Trauma und eine ganze Reihe höchst realer und jederzeit nachvollziehbarer Menschen in diesem 95-Minuten-Stück, das mühelos vom Kleinsten zum Größten springt, vom Badezimmer aufs Baumwollfeld, vom Internet ins wahre Leben, von Afrika nach Asien und Europa. Dass das trotz kühnster Zeit- und Ortssprünge keine Sekunde verwirrend, sondern nur erheiternd und erhellend ist, ist auch Jan Philipp Glogers Regie zu verdanken und seinen fünf enthusiastischen Spielern, denen er nur fünf Stühle zur Verfügung stellt. Was vollkommen reicht, um aus dieser verzwickten, verquickten Welt ganz von heute eine utopisch verspielte Theater-Welt zu machen, in der alle, ob sie Li, Kathrin oder Baumwollflocke heißen, die eine Sprache sprechen: den herzhaften, lakonischen Löhle-Ton. In dem auch eine bitterböse Geschichte wie ein hoffnungsvolles Märchen enden kann. Weil es einfach immer weiter geht.

Barbara Burckhardt

 

Premiere
14. Mai 2011, Ruhrfestspiele Recklinghausen
22. September 2011, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg


Regie: Jan Philipp Gloger
Bühne: Judith Oswald
Kostüme: Karin Jud
Dramaturgie: Steffen Sünkel
Licht: Andreas Juchheim

 

Katrin Friege: Maria Magdalena Wardzinska
Thomas Friege: Stefan Haschke
Patrick Dräger: Martin Wißner
Fernao de Magalhaes / Li / Siwa: Tim Grobe
König Manoel I. / Wang / Beat: Janning Kahnert
Fela: Alva Diederich


Aufführungsdauer: 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause
Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag, Reinbek


www.schauspielhaus.de


Stand: 02.07.2012

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