Local Hero

Wir haben tolle Sportler und Sportlerinnen in Mülheim. Einige haben das Talent und den Willen nach ganz oben zu kommen. Sie trainieren hart und geben alles, um ihr Ziel zu erreichen.

Das sind unsere Local Heroes.

Unter diesem Motto sollen sie den Mülheimerinnen und Mülheimern vorgestellt werden und Vorbilder für neue junge Sportler und Sportlerinnen sein.

 

2018 - Damian Wierling

Auf dem Bild ist der aktuelle Local Hero 2018 zu sehen: Schwimmer Damian Wierling - PottMedia, Stephan Glagla für TrendSport Mülheim,

- Mit Disziplin und Härte gegen sich selbst zum Erfolg -

Mülheimer Schwimmer Damian Wierling zwischen den Olympischen Spielen

Damian Wierling kann eigentlich nur Leistungsschwimmer sein: knappe zwei Meter groß, V-förmiger Oberkörper und nirgendwo ist ein Fettpölsterchen auch nur zu erahnen. Und richtig: Der 22-Jährige Mülheimer hält den aktuellen deutschen Rekord über die Königsdisziplin des Schwimmens. Vor zwei Jahren absolvierte er die 50 Meter Freistil in 21,81 Sekunden und wurde deutscher Meister über diese Distanz. Kein deutscher Schwimmer legte diese Strecke seitdem schneller zurück. In Ergänzung dazu wurde Damian 2016 auch deutscher Meister über die doppelte Distanz. Kurze Zeit nach dem Rekord und den beiden nationalen Titeln nahm Damian - ebenfalls über die 50 und die 100 Meter Freistil - an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil und war zudem auch noch Mitglied der 4x100 Meter Freistil-Staffel.

Erste Teilnahme an den Olympischen Spielen vor zwei Jahren in Rio

Wenn man Damian Wierling seinen Trainingsalltag beschreiben hört, wird schnell klar, dass das Schwimmen seinen Alltag stark strukturiert hält. Der Profi ist Mitglied einer Sportförder-Kompanie der Bundeswehr und somit derzeit – zumindest nominell – Soldat. Auf diese Weise ermöglicht ihm der deutsche Staat als Sportförderer, neben Unterstützern aus der Wirtschaft, eine Kombination aus professionellem Training und Studium. Damian studiert BWL an der Fern-Uni Hagen. Das Lernen spielt in seinem Leben aber nur die zweite Geige. Der Schwimmsport ist die klare Nummer Eins.

Frühes Aufstehen und bewusste Ernährung

Wenn andere Studenten noch tief in den Federn liegen oder noch nicht mal zuhause sind - also quasi mitten in der Nacht - steht Damian auf und absolviert eine erste Trainingseinheit, der im wöchentlichen Trainingsplan in der Regel eine weitere am Nachmittag folgt - und das zu Spitzenzeiten an bis zu sechs Tagen in der Woche. Dabei verbringt er nicht jedes Training im Wasser sondern geht auch regelmäßig in den Kraftraum. Außerdem spielen auch die Ernährung und Physiotherapie eine entscheidende Rolle. „Die Physiotherapie dient auch der Vorbeugung von Verletzungen“, erklärt der sympathische Hüne. Die extrem hohen Anforderungen des Leistungssports würden es unabdingbar machen, das Training auch mittels Physiotherapie optimal zu begleiten.

Vom kleinen Wasser-Angsthasen zum Schwimm-Olympioniken

Wenn man Damian Wierling heutzutage so sieht, kann man kaum glauben, wie er ans Schwimmen kam. „Als kleines Kind hatte ich panische Angst vor Wasser.“ Diese Angst sei so groß gewesen, dass ihn keine zehn Pferde ins Wasser bekamen. So beschlossen seine Eltern, ihn innerhalb eines Schwimmvereins ganz behutsam und professionell an das nasse Element heranführen zu lassen, um sicher sein zu können, dass der Sohn irgendwann mal schwimmen kann. Die Startgemeinschaft Mülheim, bei der Damian Wierling lange trainierte, führt Kinder an das nasse Element heran und fördert das Leistungsschwimmen. Unterstützt wird die Startgemeinschaft dabei durch zahlreiche Unternehmen, wie beispielsweise durch die Sparkasse Mülheim an der Ruhr, die den Schwimmsport und damit auch Damian seit seiner Kindheit an fördert. Eine zehn Jahre alte Werbeanzeige der Sparkasse Mülheim zeigt den zwölfjährigen Damian (siehe Rückseite des Sportmagazins). Der Rest ist Geschichte - und zwar Olympia-Geschichte. Erklärtes Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen in zwei Jahren in Tokio - und es sieht gut aus.

Pläne für die Zukunft? Nichts mit Schwimmen.

Weiß Damian Wierling schon, was er nach seiner Karriere als Schwimm-Profi mal beruflich machen möchte? Nein, weiß er nicht. Nur in einem Punkt ist er sich sicher: Obwohl Schwimmen sein Sport ist, schließt er aus, nach seiner Karriere beruflich damit zu tun zu haben. Seine Gesamt-Erscheinung lässt vermuten, dass er auch in anderen Bereichen erfolgreich sein wird.
 

Text: Alexander Waldhelm » pottMEDIA / Bild: Stephan Glagla » pottMEDIA

 

2018 - Cédric Lindenberg

Cedric Lindengberg ist Mülheims bester Nachwuchsskater und damit ein local hero - TrendSport Mülheim, Mülheimer SportService

Cédric Lindenberg gehört zu Mülheims besten Skatern

Cédric Lindenberg ist 13 Jahre alt und sein Sport ist Skaten. Nach erfolgreichen Versuchen in einigen anderen Disziplinen verbringt er seit 18 Monaten jede freie Minute auf seinem Skateboard – und das bereits nach kürzester Zeit mit einigem Erfolg. Der hohe Trainingsaufwand zahlt sich aus: Der Junge ist wohl das, was man als Ausnahme-Talent bezeichnet und nicht zuletzt deshalb trotz seiner geringen Alters schon jetzt bei den anderen Skatern hoch angesehen.

Schnell, gut und schnell gut

„Ich finde das Gefühl cool, wenn Du hochspringst, dein Deck sich dreht und du einfach weiter fährst. Der Dreizehnjährige fährt „erst“ seit eineinhalb Jahren Skateboard, gehört aber schon jetzt zu den Besten. Mein Vater hat mir damals erzählt, dass am Südbad ein Skatepark eröffnet wurde und mir dann vorgeschlagen: „Lass' uns doch mal dahin fahren.“ 
„Mir hat's da sofort gut gefallen“, erinnert sich der sportliche, sympathische und selbstbewusste Junge, der vorher Breakdance, Parcours und – auch das ziemlich erfolgreich – Badminton betrieben hat. Und dann fragte der Vater: „Soll ich Dir nicht mal so ein Skateboard kaufen?“ So ging's los.

Vom Vater vorgeschlagen

Von da an schnupperte Cédric an den Nachmittagen und Wochenenden auf der Anlage an der Südstraße Skater-Luft. Nur wenig später begann er, auch an den dortigen Skate-Kursen von TrendSport Mülheim teilzunehmen und war direkt begeistert – sowohl vom Fahren als auch von den Leuten die da sind und ganz offensichtlich auch ein bisschen von denen, die nicht da sind. 
„Du kannst mit deinen Freunden skaten, wie Du willst, Tricks machen und deine Eltern sind nicht dabei.“ Cédric kennt sich aus und erklärt gut und gerne. „Man hat nur ein Skateboard. Wenn das Deck - also das Holzbrett vom Skateboard - kaputt ist, kauft man sich ein neues. Die Achsen und die Rollen behält man länger.“

Cédric fiel den Trainern auf – schon vor Beginn der Kurse

Rene Bodenschatz ist 25 und der Leiter der Kurse im Skatepark an der Südstraße. Er erinnert sich gut an das junge Talent. „Es waren viele Kinder da, aber einer stach schon zu Beginn heraus: Cédric. Er war mir schon aufgefallen, bevor er an dem Kurs teilgenommen hat. Normalerweise bringen wir den Kindern in den Kursen zuerst das Pushen – also das Geradeausfahren – und das Bremsen bei. Cédric war schon weiter. Ihm konnte man schon direkt die ersten Tricks beibringen. Wir haben beim ersten Kurs direkt gesehen: Er hat Talent – wir müssen ihn fördern.“ Der Junge konnte also die erste Skater-Klasse quasi überspringen und hat sich bis heute noch nicht ein einziges Mal ernsthaft verletzt. Er zeigt absoluten Willen und maximale Begeisterung für seinen Sport.

Eine Klasse übersprungen – von Verletzungen verschont

Cédric hat nach eineinhalb Jahren bereits viel gelernt und beherrscht viele neue Tricks. „Man muss erstmal ein Gefühl für das Board gewinnen und dann nach und nach die Tricks lernen. Die bauen aufeinander auf“, erklärt er. Das junge Talent möchte jetzt einen Videoclip aufnehmen, der ihn beim Skaten zeigt, um so einen Sponsor für sich zu gewinnen. Er hat bereits erfolgreich an einigen Wettbewerben – in der Skatersprache Englisch: Contests – teilgenommen. „Wenn er jetzt das Video macht, sehe ich gute Chancen für einen Sponsor“, konstatiert Trainer Rene. Es wäre ihm zu gönnen. Viel Erfolg!

Text: » pottMEDIA / Bild: Stephan Glagla » pottMEDIA

 

2017 - Michelle Hatari

Vorstellung der Local Heroes: Michelle Hatari (2017)

Das halbe Leben eine Boxerin

Michelle Hatari ist 16 Jahre alt und boxt bereits seit ihrem achten Lebensjahr. Schon ihr Vater frönte diesem hochtechnischen und hochtaktischen Sport. Die ganze Familie ist Fan des Boxens und so war die Wahl für die Tochter des Hauses naheliegend. „Ich war früher übergewichtig und wollte abnehmen“, erinnert sich Michelle. „Ich hab´ mit Turnen angefangen aber dann gemerkt, dass mir ein Sport mit kämpferischen Elementen besser gefällt. Zum Boxen bin ich durch meinen Vater gekommen.“ Der kannte den Vorsitzenden des Boxclubs Mülheim-Dümpten und gab seiner Tochter den Tipp: „Geh' doch ´mal hin.“ „Das hab' ich dann gemacht“, erinnert sich Michelle, „und gesagt, dass ich gerne boxen würde.“ So kam der erste Kontakt zu dem Verein zustande, dem Michelle bis zum heutigen Tag die Treue hält.

Über das Turnen zum Boxen

Zu Beginn waren sich die dortigen Verantwortlichen nicht wirklich sicher, was sie mit der Achtjährigen anfangen sollten, denn es gab bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrungswerte für einen solchen Fall. „Die Trainer kannten das noch nicht“, erklärt die junge Boxerin. „Bis dahin gab's nur ein einziges Mädchen im Verein und die war auch nicht so jung wie ich.“ Laufen und Seilspringen waren die ersten Aufwärm-Übungen, die Michelle absolvieren sollte – und es war ganz zu Beginn ein hartes Stück Arbeit. „Das hat gar nicht geklappt. Ich hatte kein bisschen Kondition. Nach fünf Minuten war ich schon kaputt und konnte einfach nicht mehr. Am Anfang musste ich oft meinen inneren Schweinhund überwinden, um überhaupt zum Training zu gehen. Es ist schon ziemlich deprimierend, wenn man immer alles falsch macht. Aber ich hab's gelernt. Ich hab' Kondition aufgebaut und Gewicht verloren.“

Ins Sparring mit zehn – der erste Kampf mit zwölf

Mit der Zeit wurde das Training dann immer intensiver. „Schattenboxen, Grundstellung – immer ein bisschen mehr“, erklärt sie. „Jetzt mach' ich mehr mit Kraft und Schnelligkeit.“ Auch ins Sparring – also das Box-Training im Ring mit einem Trainingspartner – war zu Beginn tabu. „Erst, als ich die Grundstellung, den Ablauf der Schläge und die Deckung konnte und Kondition hatte und die Trainer der Meinung waren, dass ich so weit bin, durfte ich sparren.“ Zu diesem Zeitpunkt war Michelle Hatari dann immerhin schon zehn Jahre alt.

Hobby und Leidenschaft

„Boxen ist mein Hobby und meine Leidenschaft“, sagt sie und man glaubt ihr sofort. Die anfänglichen Berührungsängste haben sich ganz offensichtlich in Wohlgefallen aufgelöst. „Wir sind hier wie eine große Familie. Alle helfen sich. Das sind quasi alle meine Brüder und wir lernen alle voneinander.“ Michelle ist dabei unzweifelhaft sehr fleißig. „Meinen ersten Kampf hab' ich mit zwölf gemacht.“ Mittlerweile erkämpfte sie sich zahlreiche Erfolge – darunter die Titel der Nordrhein- und NRW-Meisterin – belegte im vergangenen Jahr den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften und wurde dieses Jahr sogar Deutsche Vize-Meisterin.

Hohe Ziele und noch viel Zeit, sie zu erreichen

Wie soll's weitergehen? „Ich mache jetzt Fach-Abitur und möchte dann zur Polizei“ – schildert Michelle Hatari ihre sehr konkreten Zukunftspläne für ihr Leben außerhalb des Sports. Auch was das Boxen angeht, ist die Richtung klar: „Ich will natürlich weitermachen und immer erfolgreicher werden: Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.“ Nach eigener Aussage kann die Mülheimer Vorzeige-Boxerin bis zu einem Alter von „30 oder 32“ auf höchstem Niveau boxen. Ihr bleibt also noch viel Zeit, um ihre sportlichen Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Viel Erfolg!

Text: Alexander Waldhelm » pottMEDIA / Bild: Stephan Glagla » pottMEDIA

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Stand: 08.10.2018

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