2021 Equal Pay Day

2021 Equal Pay Day

Frauen und Geld - diese Beziehung ist nicht ohne Komplikationen, insbesondere da, wo es um selbst erwirtschaftete Ansprüche im Beruf geht.

DerEqual Pay Daymarkiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke. - Equal pay Day,IngaHaar

Historisch gesehen ist die Geschichte der weiblichen Erwerbstätigkeit in Deutschland noch recht jung, denn die ersten anerkannten Ausbildungsberufe für Frauen wurden erst 1903 (Krankenpflege) beziehungsweise 1917 (Kinderpflege) in die preußische Berufsordnung aufgenommen. Zuvor waren im Prinzip alle von Frauen ausgeführten Tätigkeiten in der Kranken- und Kinderpflege unter den Begriff „Liebedienerei“ gefasst und - sozusagen als weiblicher Beitrag zu gesellschaftlichen Erfordernissen - weitgehend ohne Entgelt zu verrichten. So waren beispielsweise die berühmten „Diakonissen“ in Kaiserswerth fachlich auf einem international anerkannten Qualitätsniveau - sie waren aber zunächst keine berufsmäßigen Pflegerinnen, sondern barmherzige Schwestern. Dieses grundsätzliche Muster, „Frauenberufe“ als Erweiterung der weiblichen Sorgeaufgaben und anderer typisch weiblicher Neigungen zu interpretieren, macht eine angemessene Bewertung der entsprechenden Tätigkeiten schwierig, sogar innerhalb tariflicher Bewertungsvorgaben. Es ist immer noch teurer, ein Auto zu warten, als ein Kind zu pflegen - obwohl weder die Komplexität der Dienstleistung noch der Grad der Verantwortung eine derart unterschiedliche Bewertung hergeben.
Dieses strukturelle Missverhältnis ist einer der Gründe für die bis heute wirksamen Statusunterschiede der Geschlechter im Arbeitsleben. Um eine tatsächliche Gleichstellung und vor allem existenzsichernde Beschäftigung von Frauen zu befördern, sind gesetzliche Vorgaben und staatliche Maßnahmen, zu denen auch die institutionalisierte Gleichstellung in Gestalt der Gleichstellungsbeauftragten zählt, nach wie vor erforderlich.

Weitere Infos finden Sie auf der Internetseite Equal Pay Day.

Fakten zum Equal Pay Day

Der Gender Pay Gap (GPG) beschreibt die geschlechtsspezifische Lohnlücke: den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen. Die vom Statistischen Bundesamt errechneten Bruttostundenlöhne der Frauen betrugen im Jahr 2019 17,72 Euro, während Männer auf 22,16 Euro kamen. Damit lag die Lohnlücke im Jahr 2020 bei 20 Prozent, im Jahr 2021 ist sie auf 19 Prozent gesunken. Weitere Informationen zur Berechnung des Gender Pay Gap finden Sie beim Statistischen Bundesamt

Der Equal Pay Day markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke. Umgerechnet ergeben sich daraus 73 Tage, die Frauen 2021 umsonst arbeiten. In diesem Jahr findet der Equal Pay Day also am 10. März statt.

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Stand: 26.01.2021

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