Schulung angehender Erzieher*innen am Berufskolleg Stadtmitte: die Situation Alleinerziehender

Schulung angehender Erzieher*innen am Berufskolleg Stadtmitte: die Situation Alleinerziehender

Die Arbeitszeiten der Eltern kollidieren mit den Öffnungszeiten der Kindertagesstätten, es besteht ein hoher physischer und psychischer Stress, Familien leben in relativer Armut durch nur geringes Einkommen oder es gibt einen hohen Krankenstand, da keine abwechselnde Betreuung des kranken Kindes möglich ist. Die Lebenssituationen und Problemlagen von Eltern, vor allem von alleinerziehenden Müttern und Vätern, sind oft sehr unterschiedlich. Dennoch gibt es Probleme, die wohl den meisten Familien bekannt sein werden, in denen nur eine erwachsene Person hauptsächlich die Erziehungsaufgabe wahrnimmt.

Schulung von angehenden ErzieherInnen am Berufskolleg Stadtmitte zur Situation Alleinerziehender April 2014: Ergebnisse der Gruppenarbeiten werden präsentiert

Da die Familienform "Alleinerziehend mit minderjährigem Kind" tendenziell in Deutschland steigt - von rund 8,1 Millionen Familien (2011) in denen minderjährige Kinder leben, sind inzwischen knapp 19 Prozent (*1) alleinerziehende Mütter oder Väter - ist es wichtig, unmittelbare Kontakt- und Beziehungspersonen wie Erzieher*innen für die Lebensbedingungen und familiären Verhältnisse innerhalb dieser Familien zu sensibilisieren.

Zu diesem Zweck führte die Gleichstellungsstelle der Stadt Mülheim an der Ruhr am 4. April 2014 bereits zum dritten Mal in den Räumen des Berufskollegs Stadtmitte eine Schulung durch, die den Schwerpunkt auf Alleinerziehende in den Regionen Mülheim an der Ruhr, Essen und Oberhausen legte (MEO).

Das Projekt "MEO für Alleinerziehende" entwickelte hierfür das Schulungskonzept. Die Schüler*innen setzten sich in mehreren Arbeitsgruppen mit verschiedenen Fragestellungen auseinander:

  • Gibt es Unterschiede in den Lebenslagen alleinerziehender Mütter und Väter?
  • Alleinerziehende im SGB-Bezug - Alles easy oder ein Riesenproblem?
  • Kinderbetreuung - Spagat zwischen Beruf und Kind?
  • Wie gehen Erzieher*innen mit Belastungsfaktoren von Alleinerziehenden um?

Schulung von angehenden ErzieherInnen am Berufskolleg Stadtmitte zur Situation Alleinerziehender April 2014: Ergebnisse der Gruppenarbeiten werden präsentiert

In den einzelnen Arbeitsgruppen konnten durch lebhafte Diskussionen und Dialoge Unterstützungswege und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, die noch während der Schulungszeit vorgestellt wurden. Die angehenden Erzieher*innen bewiesen dabei, dass sie nicht nur über die wertvolle und wichtige Fähigkeit empathischer Herangehensweisen - besonders im Bezug auf den künftigen Kontakt mit alleinerziehenden Eltern - verfügten, sondern auch verschiedene Zusammenhänge kritisch hinterfragen und ansprechend präsentieren konnten.

Ergänzend zu der theoretischen Ausbildung durch das Berufskolleg und den praktischen Teil in den Kindertagesstätten sollte die Schulung dabei helfen, dass die Schüler*innen in ihrem künftigen Berufsalltag Probleme, Sorgen oder Ängste von Alleinerziehenden besser erkennen und verstehen können. Durch die Einblicke in die Lebenswelt der Eltern kann es den künftigen Erzieher*innen besser gelingen, gezielter unterstützende und entlastende Angebote zu machen.

*1 Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Stand: 19.06.2024

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