Mülheimer Waldgeschichte

Waldentwicklungsplan

Bis zur Jahrhundertwende befand sich in Mülheim der größte Teil des Waldes in bäuerlichem Besitz und wurde als Nieder- oder Mittelwald bewirtschaftet. Der Wald wurde als Weide und als Holzlieferant für Baumaterial und Brennstoff genutzt. Diese Bewirtschaftungsform wurde aufgegeben, als die Siedlungsgesellschaft "Gartenstadt AG" und einige Industrielle Waldflächen aufkauften, um in landschaftlich bevorzugter Lage des Ruhrgebietes Villen zu bauen.

WaldwegEine zielgerichtete Waldpflege und Forstwirtschaft fand nach dem Erwerb nur sehr eingeschränkt statt. Noch heute findet man jedoch Überbleibsel aus dieser Zeit, die aus Stockausschlägen zu mächtigen, alten Bäumen herangewachsen sind (z. B. am Rohweg).

1936 kaufte die Stadt Mülheim an der Ruhr rund 370 ha des Broich-Speldorfer Waldes aus dem Besitz der Siedlungsgesellschaften, um eine weitere Zersiedelung zu verhindern und den Wald als Naherholungsgebiet für ihre Bürger zu sichern.

Die neugegründete Stadtoberförsterei sollte unter anderem den Nieder- und Mittelwald in einen den standörtlichen Gegebenheiten angepassten Hochwald umwandeln, um so einen Beitrag zur Deckung des Holzbedarfs für den Bergbau, und als Brenn- und Bauholz zu leisten. Hierzu wurden die Umtriebszeiten verlängert und der Wald als schlagweiser Hochwald bewirtschaftet.

Ab 1943 und unmittelbar nach dem Krieg wurde der Wald übernutzt, um den Brennholzbedarf zu decken. Dabei entstanden Kahlflächen, die zum Teil mit schnellwachsenden Baumarten wie Roteichen, Erlen und den in diesen Bereichen nicht standortgerechten Weymouthskiefern aufgeforstet wurden. Teilweise überließ man diese Flächen auch einer Besiedlung durch Pionierbaumarten wie Birke und Erle.

In den folgenden Jahren bestand die Aufgabe der Forstverwaltung vor allem darin, einerseits den Umwandlungsprozess zum Hochwald fortzuführen und andererseits die Pflegerückstände der Kriegs- und Nachkriegszeit abzubauen. Zugleich konnte die kommunale Waldfläche durch Ankauf von Privatwald und die Umwidmung von Parkwaldflächen in forstwirtschaftliche Flächen auf circa 1000 ha von insgesamt 1627 ha erhöht werden.

Die mittlerweile historische Entwicklung wirkt sich heute dahingehend aus, dass - anders als in den meisten übrigen Ruhrgebietsstädten - eine große zusammenhängende Waldfläche im Mülheimer Südwesten entwickelt und erhalten wurde, die sich überwiegend im Besitz der Kommune befindet. Diese günstigen Rahmenbedingungen erlauben es der Stadt, die Art der Flächenbewirtschaftung und der Entwicklung des Waldes entscheidend mitzubestimmen.

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Stand: 08.04.2013

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